"Diesel macht Krebs"

"Diesel macht Krebs"

— 15.08.2003

Greenpeace attackiert die Autoindustrie

Kurz vor der IAA erinnert Greenpeace an die Gefahren von Diesel-Ru. Die Automobilindustrie verweist auf die neue Filtertechnologie.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hat vor der 60. Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt am Main die Diesel-Technologie gegen die Kritik von Umweltschtzern verteidigt. Eine Greenpeace-Aktion am Mittwoch (13. August) in Stuttgart bezeichnete VDA-Geschftsfhrer Kunibert Schmidt als "geschmacklose Inszenierung fern jeder Sachkenntnis". Der Umweltverband hatte mit einem zum Schwein umgestalteten Auto und dem Spruch "Diesel macht Krebs" auf die Gefahren durch Ruteilchen hingewiesen und Filter fr alle Diesel-Autos gefordert. Schmidt betonte, dass die deutschen Hersteller auf der IAA auch Modelle mit Diesel-Partikelfilter vorstellen wrden. Eine generelle Einfhrung lehnte er jedoch ab.

"Die deutsche Automobilindustrie hat seit 1990 die Partikelemissionen bereits um mehr als 90 Prozent gesenkt. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht", meinte Schmidt. Die Hersteller arbeiteten derzeit daran, ihre Fahrzeuge auf die von Ende 2005 an geltenden Euro-4-Grenzwerte einzustellen. Dies sei sowohl durch neue Motorentechnik mglich als auch mittels Partikelfiltern, falls technisch ntig oder von den Kunden gewnscht. Vor der IAA hatten unter anderem Mercedes-Benz und BMW angekndigt, knftig Fahrzeuge mit Rupartikel-Filter anzubieten. Bisher hat nur Peugeot die Technik im Angebot.

Die Ausrstung aller Fahrzeuge mit Filter wrde zu Preiserhhungen bei Diesel-Autos im niedrigeren Preissegment fhren, meinte Schmidt. Dadurch knnte sich der Trend wieder zu Gunsten von Benzinern umkehren, die mehr Kraftstoff verbrauchen und mehr Kohlendioxid in die Umwelt freisetzen. Derzeit fahren 38 Prozent aller neu zugelassenen Pkw in Deutschland mit Diesel, davon sind mehr als drei Viertel deutsche Marken.

Der VDA erwartet von der IAA Pkw (13. bis 21. September), die alle zwei Jahre zu sehen ist, positive Signale fr die Automobilkonjunktur. "Es gibt durchaus Anlass zu der Hoffnung, dass die Ampel nach vier Jahren endlich wieder auf Grn geschaltet werden kann", sagte Schmidt. Rund 1000 Aussteller zeigen 125 Weltpremieren, darunter den Golf V und den BMW 6er sowie den Supersportwagen Mercedes-Benz SLR.

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