Ampel Rotlicht Straße

"Intelligente" Ampeln

— 20.09.2008

Rotphase per SMS

Forscher der Uni Kassel wollen Deutschlands Ampeln "intelligenter" machen: Per SMS sollen Autofahrer über die Dauer der Grün- und Rotphasen informiert werden – und ob es sich lohnt, den Motor abzuschalten.

Deutschlands Ampeln sollen "intelligenter" werden. Forscher der Universität Kassel vom Fachgebiet Verkehrstechnik und Transportlogistik arbeiten derzeit an einer Technik, die ein Zusammenspiel von Ampeln und Autos ermöglichen soll. Konventionelle Ampeln, die auf die Stärke des Verkehrs reagieren, werden bisher über Detektorschleifen in der Fahrbahn oder über Infrarotdetektoren gesteuert. "Wir wollen sowohl die Ampeln als auch die Autofahrer mit mehr Informationen versorgen", sagt der Leiter des Fachgebiets Verkehrstechnik und Transportlogistik, Robert Hoyer. Er und sein Team wollen Mobiltelefone oder Taschencomputer (PDA) mit drahtlosem Internetzugang (WLan) und GPS-Empfänger mit einer Software ausrüsten, über die eine Ampel den Autofahrern mitteilen kann, wie lange die Grünphase dauert.

Die Kosten für die Ampel-Umrüstung halten sich in Grenzen

Bei Rot sendet die Ampel SMS-Infos über die Standzeit. Wenn's sich lohnt: Motor aus!

Wer bei Rot halten muss, soll Informationen darüber bekommen, wie lange der Stopp noch dauert, ob er den Motor abschalten kann und wann er ihn wieder starten soll. Damit die Ampel die gewünschten Daten liefern kann, muss sie ebenfalls einen kleinen Computer erhalten. Die auf die Kommunen, Länder oder den Bund als Straßenbauherren zukommenden Ausgaben hält Hoyer für "überschaubar". Das neue System könnte sogar Kosten sparen, wenn die Detektorschleifen im Asphalt wegfallen.

Im Labor funktioniert die Kommunikation zwischen Ampel und Auto schon

Verkehrsexperten haben allerdings noch Zweifel, ob das in Kassel erdachte System auch dann noch reibungslos funktioniert, wenn bei hohem Verkehrsaufkommen sehr viele Autofahrer Informationen mit der Ampel austauschen. Robert Hoyer dagegen ist überzeugt: Intelligente Ampeln würden nicht nur den Straßenverkehr sicherer und flüssiger machen, sondern auch die Luft in den Städten verbessern. Im Labor funktioniert die Kommunikation zwischen Ampel und Auto bereits. Nun steht der Praxistest an. Die Stadt Kassel hat laut Hoyer bereits Interesse angemeldet. Das Hessische Landesamt für Straßen- und Verkehrswesen plant den Praxistest für Anfang 2010 ein.

Autor: Ralf Pasch

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.