Neue Winter-Rennserie

A1 Grand Prix - die deutschen Farben A1 Grand Prix - die deutschen Farben

"World Cup of Motorsports"

— 14.09.2005

Eine Formel für die Welt

Die Rennserie "A1 Grand Prix" wird die Winter-WM des Motorsports. Die Stars sollen nicht die Autos oder die Piloten sein – sondern die Nationen.

Überholmanöver mit Nationalgefühl

WM-Finale. Die letzten Sekunden laufen. Deutschland führt gegen Brasilien. Plötzlich taucht aus dem Windschatten – ganz in Orange – Holland auf. Ausgerechnet Holland! Und dann greifen in Rot und Blau auch noch die USA an. Und dahinter die Chinesen! Ein Fünfkampf um den Weltmeister-Titel. Die Fans auf den Tribünen feuern ihr Land an – bis die Zielflagge fällt.

Es ist genau dieser Mix aus Nationalgefühl à la Fußball und Überholmanöver à la Formel 1, der die Rennfans über den langen Winter bringen soll. Ende September startet die Serie "A1 Grand Prix", der selbsternannte "World Cup of Motorsports". Mit Autos, die in Länderfarben lackiert sind und mit Nationalfahrern statt Nationalspielern. Wie soll das funktionieren? Und verträgt der Motorsport wirklich noch eine weitere, weltweite Serie? Die wichtigsten Fakten lesen Sie auf den nächsten zwei Seiten.

Macher, Autos, Regeln, Strecken

Die Idee Die Stars sind weder die Autos noch die Fahrer – es geht um die Nation. Jedes teilnehmende Land zahlt je nach Wirtschaftskraft unterschiedlich hohe Lizenzgebühren. Dafür kümmert sich der Veranstalter um den Transport der Autos zu jedem Rennen. Die Sponsorensuche der Teams ist nur im eigenen Land erlaubt.

Der Macher Scheich Maktoum Hasher Maktoum Al Maktoum, Neffe des Kronprinzen von Dubai (Vereinigte Arabische Emirate), hat sich die Serie ausgedacht. Der Hobby-Rennfahrer und Autosammler garantiert, daß das Projekt nicht an fehlendem Geld scheitert.

Die Autos Alle Teams fahren einheitliche Technik: Die rund 520 PS starken 3,4-Liter-V8-Motoren kommen von Zytek. Per Power-Boost-Knopf können zum Überholen zeitweilig weitere 30 PS mobilisiert werden. Das Chassis ist von Lola. Gefahren wird auf profillosen Einheitsreifen von Cooper-Avon. Die Technik ist im Vergleich zur Formel 1 sehr einfach. Immerhin wird mit Wippen am Lenkrad geschaltet.

Die Regeln Jedes Land darf ein Auto einsetzen. Die Fahrer können zu jedem Rennen getauscht werden. Sie müssen nur die entsprechende Nationalität und Fahrerlizenz haben. Pro Rennwochenende sind nur drei Fahrerwechsel erlaubt. Die Qualifikation wird in vier Sitzungen je 15 Minuten ausgefahren. Das Sprintrennen (20 bis 30 Minuten) wird "fliegend" gestartet. Das Ergebnis ist die Startaufstellung für das anschließende Hauptrennen (45 bis 60 Minuten, stehender Start). Pro Veranstaltung wird ein Preisgeld von einer Million US-Dollar ausgeschüttet.

Die Strecken Gefahren wird auf allen fünf Kontinenten (siehe Termin- Kasten). In Deutschland gastiert der A1 Grand Prix auf dem EuroSpeedway in der Lausitz, fährt dort allerdings nicht im Tri-Oval. Der TV-Sender Premiere steht in Verhandlungen, die Rennen zu übertragen.

Länder, Fahrer, Zukunftsaussichten

Die Länder Gemeldet haben bereits: Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich,Großbritannien, Indien, Indonesien, Irland, Kanada, der Libanon, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, die Niederlande, Pakistan, Portugal, Rußland, die Schweiz, Südafrika, Türkei und die USA. Insgesamt sollen es 25 Nationen werden.

Die Fahrer Zu den bekannteren Namen gehören Ex-Formel-1-Piloten wie Ralph Firman (Irland), Alex Yoong (Malaysia) oder der Niederländer Jos Verstappen. Formel-1-Testfahrer Scott Speed wird für die USA dabeisein.

Das deutsche Team Schumacher-Manager Willi Weber hat sich die deutsche Lizenz gesichert. Bei Tests in Le Castellet stellte er sein Team vor. "Die Serie muß sich entwickeln, aber sie hat viel Potential", glaubt Weber. Für Schwarz-Rot-Gold sitzt der ehemalige DTM-Pilot und Ex-AUTO BILD-Junior Timo Scheider am Steuer. Die technische Leitung hat der Brite David Sears, der sich gleichzeitig auch um das Team aus Pakistan kümmert. Das Saisonbudget liegt bei rund zwei Millionen US-Dollar.

Die Aussichten Hat der A1 Grand Prix Chancen, sich im Motorsportkalender zu etablieren? Dafür spricht, daß im Winter kaum Konkurrenz herrscht. Und das Mitfiebern mit dem eigenen Land hat bei Weltmeisterschaften schon immer funktioniert. Dagegen sprechen die wenig faszinierende Technik und die nur Insidern bekannten Namen der Piloten. Scheich Al Maktoum jedenfalls plant langfristig: Jedes Team mußte für fünf Jahre fest zusagen.

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