14. Conti-Tuning-Tag

14. Conti-Tuning-Tag 14. Conti-Tuning-Tag

14. Conti-Tuning-Tag

— 13.10.2006

Geile Meile

Der 14. Conti-Tuning-Tag stand unter dem Motto: "Zwei Türen, zu viel PS". 27 glückliche Leser erlebten einen Tag voller Geschwindigkeit und Adrenalin, schweißnasser Hände und zu Berge stehender Haare. Auf dem Viertelmeilerennen der Tuner fiel dabei erstmals die Zwölf-Sekunden-Schallmauer.

Was macht einen waschechten Sportwagen aus? Richtig! Zwei Türen und Leistung im Überfluss. Zum 14. Conti-Tuning-Tag trafen sich solche Boliden auf dem Continental-Testgelände bei Hannover, um die AUTO BILD SPORTSCARS-Leser in eine neue Dimension des Autofahrens zu entführen.

Bereits am Vorabend standen alle Zeichen auf Vollgas. Beim gemeinsamen Abendessen im hannöverschen Hotel "Schweizer Hof" drehte sich fast alles um das Thema Automobil. Dabei spielten Pferdestärken, Drehmoment und Leistungsgewicht eine genauso große Rolle wie die Wahl der richtigen Reifen. Henry Siemons, Leiter Contintal-Tuning, hatte an dieser Stelle den ein oder anderen Tipp parat.

Am nächsten Morgen ging es früh los. Dabei erregte die Armada, bestehend aus vier röhrenden Porsche, zwei getunten BMW und einem veredelten Aston Martin, bereits bei der Fahrt durch Hannovers Innenstadt gehörig Aufsehen. Kein Wunder, wann hat man

Die Abfahrt vom Hotel sorgte für Aufsehen – kein Wunder bei der Armada!

schließlich die Möglichkeit, so viel Leistung im Konvoi versammelt zu sehen? Auch Petrus schien diese Truppe zu gefallen und so bescherte er Lesern und Tunern das passende Wetter.

Die Edelschmiede Cargraphic war gleich mit zwei Fahrzeugen vertreten: einem 997 Cabrio mit 382 PS und dem 435 PS starken GT3 RS. Aus Dortmund reiste Porsche-Spezialist 9ff mit einem 535 PS starken 997 Turbo zum Contidrom. Aus der Porsche-Heimatregion trat TechArt trat an: mit einem Carrera S (375 PS). In die Zuffenhausener Phalanx brach die spektakuläre Tension Street Version 5.1 (Basis BMW 645i) von AC Schnitzer ein. Klassisches Motortuning mittels Hubraumerweiterung sorgt beim V8 für 411 PS unter der Motorhaube. Ebenfalls die blau-weißen bayrischen Flaggen hoch hielt Hartge mit dem 544 PS starken BMW M6, zugleich das stärkste Auto im Feld.

Nicht für deutsche Ohren gedacht: Der Aston Martin mit Export-Endrohren.

Einen echten Exoten brachte Loder1899 an den Start. Der Aston Martin V8 Vantage sorgte nicht nur bei Sound-Fetischisten für eine gehörige Portion Gänsehaut. Presseprecher Maximilian Loder: "Der Auspuff ist eine Exportversion …" Danach hat er sich auch angehört. Beim deutschen TÜV dürfte dieses System keine Zustimmung finden – bei den Lesern schon.

Nach einer kurzen Einweisung auf dem Contidrom war es dann so weit – verteilt auf vier Gruppen konnte der Spaß beginnen. Und alle fieberten dem Highlight entgegen: die Mitfahrten in den Tuningautos auf dem Trockenhandlingkurs. Erfahrene Renn- und Testfahrer trieben den Lesern dabei den Schweiß auf die Stirn. Und wer sich gefragt hatte, wie die Überreste von Insekten auf die Seitenscheibe kommen, der musste sich nur zu Continental-Testfahrer Henning Renner ins Auto setzen. Der "Quertreiber" verblüffte durch spektakuläre Drifts, und nicht nur unser Leser Jan Wagner war von dieser Art der Fahrzeugbeherrschung sichtlich beeindruckt: "Unglaublich, der ist echt abgebrüht, keiner sah so gelangweilt aus wie er und ist dabei so krass quer gefahren."

Achterbahn mal anders: In der Steilwand wirken Kräfte bis zu 1,5g.

Fahrer und Autos gingen also an ihre Grenze – einige Leser sogar darüber hinaus. Ihnen schlugen die extremen Fahrmanöver dann doch auf den Magen. Das konnte auch an anderer Stelle passieren: Zu einer Art "Achterbahnfahrt" lud ein Opel Astra OPC ein. Mit 230 km/h konnte man mit ihm durch die Steilwand des Contidroms donnern. Fliehkräfte bis zu 1,5 g drückten die Leser in die Sitze und sorgten für ein Kribbeln in der Magengegend. Weitere Ausfallerscheinungen waren an dieser Stelle glücklicherweise nicht zu beklagen.

Es standen aber noch andere Dinge auf dem Programm. Auf dem bewässerten Nasshandling-Kurs war Selberfahren angesagt. In geführten Runden wurde dort vermittelt, wozu ein moderner Reifen fähig ist. AUTO BILD SPORTSCARS-Leser Sven Dietze war sehr angetan: "Das Nasshandling hat mir viel für den normalen Autofahreralltag gebracht."

Rausch der Geschwindigkeit: 402,34 Meter in 11,92 Sekunden

Beim Beschleunigungsrennen auf der Viertelmeile konnten die Tuner dann zeigen, was in ihnen und ihren Fahrzeugen steckt. Bei dieser Disziplin

Die Viertelmeile in 11,92 Sekunden: Klaus Horn im Cargraphic GT3 RS.

stand nicht allein die Leistung im Vordergrund, sondern auch der gekonnte Umgang mit dem Gas- und Kupplungsfuß. Kein Wunder, dass am Ende ein Rennfahrer die Nase vorn hatte – schließlich muss er wissen, wie es geht. Platz eins der Tuner-Wertung ging an Klaus Horn im Cargraphic GT3 RS. Er bewältigte die 402,34 Meter als Einziger unter der magischen Zwölf-Sekunden-Grenze. Die Uhr stoppte bei 11,92 Sekunden. Auch der zweite Podestplatz ging an einen Porsche. Rafael Calow benötigte im 9ff Turbo gerade einmal 0,09 Sekunden länger – bei 12,01 Sekunden stoppte die Zeitnahme. Für den starken Hartge M6 mit Geschäftsführer Volker Schuh hinter dem Lenkrad reichte es für den dritten Rang (12,91 Sekunden).

Aber nicht nur die Tuner durften ihr Können unter Beweis stellen. Auch die Leser waren gefragt. Es ging ebenfalls über die Viertelmeile, aber unter erschwerten Bedingungen. Auf nassem Kopfsteinpflaster waren

Rutschig: die Viertelmeile der Leser auf bewässertem Kopfsteinpflaster.

Nervenstärke und Konzentration gefragt – schließlich war das ESP des Audi A4 Avant deaktiviert und ein zu forscher und unkontrollierter Umgang mit dem Gas wurde mit gnadenlos durchdrehenden Rädern bestraft. Als strahlender Sieger ging am Ende Jan Wagner hervor, Feuerwehrmann aus Hamburg, in einer Zeit von 23,23 Sekunden. Er konnte sich über einen neuen Satz Continental-Breitreifen freuen. Im übrigen ein passender Preis für unseren Leser – privat fährt er einen 650 PS starken Dodge Charger aus den 70er Jahren.

Der sensible Umgang mit dem Gasfuß kommt also nicht von ungefähr. "Bei Regen muss ich gar nicht daran denken, ihn aus der Garage zu holen – da ist er so gut wie unfahrbar", berichtete er. Zu Gesicht bekamen wir das gemeine PS-Monster aber nicht. Aus Angst vor einem eventuellen Defekt oder unerwarteter Nässe von oben reiste er lieber mit einem anderen Fahrzeug an, ebenfalls von amerikanischer Herkunft.

Nicht nur Leser und Tuner waren begeistert, auch die Veranstalter sehen der nächste Auflage des Conti-Tuning-Tags erwartungsvoll entgegen. Das Motto steht zwar noch nicht fest, aber es geht sicher wieder reichlich quer daher.

Autor: Sebastian Schneider

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