15. Auto Mobil International

Weltpremiere des VW Fox Weltpremiere des VW Fox

15. Auto Mobil International

— 01.04.2005

Die große Show der kleinen Stars

Fox, Logan, Kalina – immer mehr Modelle zu kleinen Preisen, das ist der Trend in Leipzig. Wer aber auf Minimalkomfort nicht verzichten will, landet schnell bei 10.000 Euro.

Kecke Röckchen contra lange Hosen

Vom "Paukenschlag" und einer "Produktoffensive" wurde bei Volkswagen gesprochen, als die Wolfsburger mit gleich zwei Weltpremieren die Auto Mobil International (AMI) eröffneten: einem aufgefrischten Polo und dem lang erwarteten Fox aus Brasilien, der die "Kleinwagenklasse neu definieren" soll. Mit einem deutlich niedrigeren Preis, aber auch eher ungewohnter Qualitätsanmutung.

Das wurde schon vor der obligatorischen Enthüllung an der Bekleidung der Messe-Hostessen deutlich. Einheitlich in der Farbe, aber doch sehr unterschiedlich im Design. Während die Polo-Damen mit schwarzen Pumps, keckem Röckchen und modischem Top dynamisch-chic daherkamen, wirkten die Fox-Mädels mit Polo-Shirt und langen Hosen eher sportlich-robust. Und dieser Trend findet sich auch bei den zwei Modellen.

Dem Polo verpaßten die Designer das aktuelle Konzern-Gesicht mit bulliger Front, Wappengrill und neuen Scheinwerfern. Hinten finden sich Kreisleuchten, wie sie bereits Golf und Passat tragen. Nichts ändern soll sich am Preis – vorerst. Das Basismodell 1.2 mit 55 PS kostet 11.250 Euro. Mehr als 20 Prozent günstiger wird dagegen der neue Fox zu haben sein: Für 8950 Euro wird es das Basismodell mit ebenfalls 55 PS geben. Doch günstiger bedeutet in diesem Fall auch billiger.

Wer's billig will, muß Verzicht üben

Plastik-Cockpit wie beim Bobby Car, grauer Dachhimmel wie Recycling-Filz und nackte Blechteile im Heck zeigen, hier wurde ein robustes Alltagsmodell aus Südamerika für Westeuropa umgestrickt. Zwar mit Doppel-Airbag, ABS und ESP auf Wunsch, aber ohne Liebe zum Detail.

Da trösten auch Verschönerungs-Extras wie Alufelgen, Color-Paket, Schiebedach und die vom ersten Polo Fox bekannte Sonderfarbe Tornadorot nur wenig. Denn wer sich davon mitreißen läßt und womöglich noch den 70-PS-TDI wählt, der landet schnell bei mehr als 12.000 Euro. Wer's billig will, muß Verzicht üben. Sonst ist er schnell vorbei, der Traum vom günstigen Einstiegsmodell.

Ob der Fox damit der gewünschte "Volks-Wagen" werden wird? Die Konkurrenz ist schließlich hellwach – und nimmt die Preisansage aus Wolfsburg lässig auf. Renault nennt einen Logan-Preis von 7200 Euro ab 17. Juni. Mit ABS und zwei Airbags. Lada will seinen neuen Kalina ab Herbst für deutlich weniger als 7400 Euro verkaufen. Und die Drillinge Citroën C1, Peugeot 107 und Toyota Aygo sollen auch unter 9000 Euro liegen.

Stolze Leistung, stolze Preise

Doch in Leipzig steht nicht nur Zurückhaltung im AMI-Fahrplan. Nach dem erfolgreichen Start des A3 Sportback und A6 Avant stellt Audi zwar kein neues Modell vor, legt aber nach. Zum Beispiel mit der Deutschland-Premiere des RS4, dessen 4,2-Liter-V8 als Benzin-Direkteinspritzer satte 420 PS leistet: 4,8 Sekunden bis Tempo 100 und abgeregelte 250 km/h lautet die Ansage.

Wer nicht ganz in dieser Preisklasse oberhalb von 60.000 Euro zuhause ist, kann sich mit der neuen DTM-Edition des A4 von der quattro GmbH trösten. Der aus dem Golf GTI bekannte 2.0 TFSI wurde von 200 auf 220 PS getunt, damit sind 247 km/h Spitze drin. Straffere Federn, neue 18-Zoll-Speichen, gelochte Bremsscheiben und ein fetter Heckdiffusor sorgen ab Werk für DTM-Feeling. Um die 40.000 Euro soll der Spaß kosten, 1000 bis 1500 Stück wollen die Ingolstädter pro Jahr davon auf die Straße schicken.

Etwas mehr will Peugeot von seinem neuen Star 1007 schon verkaufen – zu stolzen Preisen. Ab 13.650 Euro soll der Kleinwagen kosten, der ab September zu kaufen sein wird. Der 1007 bietet zwar ein innovatives Konzept mit seinen elektrischen Schiebetüren, sieben Airbags und höchster Sicherheit im Euro-NCAP-Crashtest. Doch mit Klimaanlage und Nebelscheinwerfer liegt der kleine Franzose preislich fast bei den Kompaktmodellen Opel Astra GTC und VW Golf. Da funktioniert nicht mal mehr das Fox-Prinzip. Schönheit und Technik haben halt nicht nur bei den deutschen Herstellern ihren Preis.

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