15. Conti-Tuning-Tag

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15. Conti-Tuning-Tag

— 14.06.2007

Ein steiles Event

Beim 15. Conti-Tuning-Tag gab es Grund zu feiern: Das Contidrom wird 40 Jahre alt. Auch die geladenen Tuner blicken auf runde Geburtstage zwischen 20 und 110 Jahren zurück.

Strahlende und zufriedene, wenn auch mitunter etwas bleiche Gesichter trotz strömendem Regen? Am 15. Conti-Tuning-Tag, zu dem AUTO BILD SPORTSCARS und Continental am 11. und 12. Mai einluden, konnte auch der Wettergott nichts gegen die gute Stimmung aller Teilnehmer ausrichten. Etwas besseres Wetter wäre zwar angemessen gewesen, denn die 15. Ausgabe der bei unseren Lesern und Tunern beliebten Veranstaltung stand nicht nur unter dem Motto "Jubiläen". Auch die anwesenden 3894 PS in Form von brandaktuellen Tuningfahrzeugen und zwei Oldies hätten bei Trockenheit mehr Längsbeschleunigung erlaubt. Doch der (Mit-)Fahrspaß kam auch auf nassem Untergrund nicht zu kurz – im Gegenteil. Engagiertes Quertreiben hieß bei einigen Teilnehmern eben kurzerhand die Devise, und das geht bei Nässe nun mal besser und reifenschonender. Mit heißen Drifts hatten die zweitälteste der anwesenden Firmen und ihr Chef allerdings weniger am Hut. Josef Loder, Inhaber des seit 108 Jahren existierenden Familienbetriebes Loder1899 und seit 25 Jahren Inhaber von Delta 4x4, kam mit einem wahren Dickschiff: Der hochgelegte Big Baboon auf Basis des Mitsubishi L200 ließ sich auch von Conti-Testfahrer Angelo Perez nicht querstellen. "Zu wenig Leistung", konstatierte Angelo nach ein paar Driftversuchen mit dem 160 PS starken Pickup. Mit dem ältesten Teilnehmer des CTT, einem Suzuki LJ80, bestritt Delta 4x4-Gründer und Firmenchef Josef Loder 1982 die Paris-Dakar.

"Einmalige Chance, ganz nah an solche Autos heranzukommen"

Auf ein noch längeres Bestehen kann die Firma Abt Sportsline zurückblicken, die vor 110 Jahren mit Pferdefuhrwerken begann. Pressechef Florian Büngener brachte den 300 PS starken TT-Sport mit zum Contidrom: "Ein Spaßauto mit hoher Alltagstauglichkeit." Den Conti-Tuning-Tag nutzte Büngener, "um Kontakt zu den Lesern zu suchen". Schließlich könne man bei so einem Event die Marke optimal präsentieren. Was nicht nur AUTO BILD SPORTSCARS-Leser Florian Ollschewski schätzte: "Das ist eine einmalige Chance, mal ganz nah an solche Autos heranzukommen. Und sogar mitfahren zu können." Oder sich beeindrucken zu lassen, wie etwa von der Lorinser S-Klasse, mit der Conti-Testfahrer Angelo Perez demonstrierte, wie man in einem komfortorientierten Dickschiff selbst einem Cayman S auf nassem Kurs dicht auf den Fersen bleiben kann.

Techart GT Street: 630 PS stark und 345 km/h schnell. 0-100 km/h: 3,2 Sek.

Wie tricky eine bewässerte Handlingstrecke sein kann und wie unterschiedlich sich Frontund Hecktriebler fahren lassen, davon konnten sich alle Leser auf dem Conti-Nasshandlingkurs überzeugen. Nach der Einführung durch Instruktor Joachim Peterwitz ging es mit je zwei unterschiedlich bereiften Audi A4 und Mercedes C-Klassen mit steigendem Tempo auf die 1,9 Kilometer lange Strecke. Nach einigen Runden und ein paar Ausritten ins Gras stand für die Teilnehmer fest: Besser vorsichtiger fahren. Gleichzeitig demonstrierten engagierte Tuner auf einem anderen Parcours, dass es noch eine andere Art des Fahrens gibt. Etwa Ralph Niese und Sandro Reuter von Techart, die gleich mit drei Boliden auf Porsche-Basis angereist waren: Im GT Sport auf Basis des Cayman S mit 385 PS, im zum ersten Mal fahrend vorgestellten GT Street auf Basis des aktuellen 997 Turbo mit 630 PS und dessen Vorgänger auf 996-Turbo-Basis erlebten viele Leser eine andere Art des Autofahrens.

Dass es nicht immer hochkarätige Boliden wie etwa der Profile von AC Schnitzer sein müssen, der dank der Airbox aus dem M3 CSL mit knorrigem Sound von Frank Richter über den Kurs geprügelt wurde, zeigte Brabus mit der C-Klasse. "Die Basis ist schon recht sportlich", erkennt Brabus-Pressechef Sven Gramm an. Aber die durch den Umbau gewonnene Dynamik macht die einstmals eher fade C-Klasse zum Kurvenräuber. Die Pechvögel des verregneten Tages waren Thomas Ringhut von Rieger-Tuning und Jens Nothelle von Nothelle. Die erste Ausfahrt des kurz vor dem Conti-Tuning-Tag fertiggestellten 3er Cabrios erfolgte überwiegend mit geschlossenem Dach. Und auch Jens Nothelle konnte seinen sauberen Fahrstil im brandneuen TT-Sport Roadster nur mit Verdeck demonstrieren.

Ovaler Geburtstag: Das Contidrom wird 40

Nicht nur Tuner zelebrierten beim 15. Conti-Tuning-Tag diverse Jubiläen – auch Continental selber hatte genügend Grund zum Feiern: 40 Jahre Contidrom. Mit dessen Fertigstellung im Jahre 1967 brach eine neu Ära in der Reifen-Entwicklung an. Das Konzept des Contidroms galt seinerzeit als revolutionär. Ein über 2,8 Kilometer langes Oval mit um 58 Grad überhöhten Steilkurven ermöglichte ein vollkommen seitenkraftfreies Fahren – bis 180 km/h. Andere Zeiten, andere Reifen: Damals dominierte noch der VW Käfer das Straßenbild, aber immer leistungsfähigere Autos verlangten bei der Reifenentwicklung nach immer komplexer werdenden Testverfahren. Erstmals war man in der Lage, abseits normaler Straßen und des immer weiter ansteigenden Verkehrsaufkommens Reifen zu entwickeln. Eine neu erbaute Handlingstrecke nutzte Continental ab 1972, um Fahrzeuge auf einem rennstreckenartigen Rundkurs am Limit zu bewegen. Die Möglichkeit, den Kurs zusätzlich permanent zu bewässern, machte die Reifen auch bei Nässe zunehmend leistungsfähiger. Der immer größeren Komplexität der Fahrzeuge, Fahrwerke und vor allem Reifen trug man mit der Eröffnung des 3,8 Kilometer langen "Großen Handlingkurses" im Sommer 1995 Rechnung.

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