18. Conti-Tuning- Tag — 15.10.2008
Schwer was los
Zum 18. Conti-Tuning-Tag traten acht nachträglich gestärkte SUV zum Kräftemessen an. Insgesamt 2578 PS brachten die nahezu 18 Tonnen wiegende Elefantenhorde ordentlich auf Trab.
Nicht nur das Gesamtgewicht der acht Hauptdarsteller des 18. Conti-Tuning-Tages fiel beachtlich aus, sondern auch die Vielfalt im Rahmen des eng gesteckten Mottos "getunte SUV". Fanden sich doch Fahrzeuge jedweder Coleur ein – von erfreulich normal bis angenehm abgehoben. Auf der Seite der Vernunft standen Veredler wie MS Design,
Musketier und Abt. Die demonstrierten, dass Wirtschaftlichkeit und Tuning Hand in Hand gehen können – mit Derivaten auf Basis kompakter Bestseller wie
Ford Kuga und
VW Tiguan. Auch der ungewöhnliche
Citroën C-Crosser von Musketier fällt in diese Kategorie. Ihre Eckdaten: Vierzylinder-Dieselmotor, maximal 200 PS, Komplettpreis unter 50 000 Euro. Damit liegen diese Autos trotz mehr oder minder kompletter Tuningpakete in der Reichweite von Normalverdienern. Und stechen mit ihrer gefälligen Optik dennoch jederzeit aus der grauen Masse hervor.
Etwas nobler, stärker, kostspieliger geht es natürlich auch: mit den eine Nummer größeren Tuningablegern von
Audi Q7,
BMW X5 oder
VW Touareg. SKN,
AC Schnitzer und wiederum
Abt bieten Lösungen an. Resultat: Fahrzeuge, die auffallen, ohne aus dem Rahmen zu fallen. Mit einer Leistung von maximal 310 PS rennen sie bis zu 235 km/h schnell. Und dürfen damit auf der Autobahn stets ein Wörtchen mitreden. Teuer in der Anschaffung, fällt der Unterhalt erschwinglich aus. Schließlich hält sich der Verbrauch im Rahmen. Unter den ausladenden Hauben schlagen nämlich durchweg sechszylindrige Dieselherzen – die sich trotz Chiptuning-Stärkung recht genügsam geben. Kommen wir zu den Wesen vom anderen Stern – unerschwinglich in der Anschaffung, überbordend in der Leistung, maßlos im Verbauch und im Alltagsbetrieb so auffällig, dass es ihretwegen zu von Gaffern verursachten Staus kommt. Sie stellen eine beeindruckende Demonstration dessen dar, was geht, wenn man darf, wie man will: Roland Heidl Different und
Speedart Titan-BTR 600. Ersterer zielt speziell auf den arabischen und amerikanischen Markt. Mit seinem massiven Breitbau scheint der mattschwarze Gigant auf Basis Range Rover Sport die Straße zu sprengen. Der veredelte
Cayenne Turbo hingegen fühlt sich auf deutschem Boden heimisch: "Natürlich exportieren wir viel – verkaufen aber gleichermaßen in Deutschland."
Die getunten Schwergewichte machten mächtig Laune
Ein kapitaler Fahrwerksschaden legte den Jeep Grand Cherokee SRT8 von Tuner Kraftwerk lahm.
Auch der 18. Conti-Tuning-Tag glänzte mit reibungslosem Ablauf. Ausfälle waren kaum zu verzeichnen: Nur Tuner Kraftwerk schied mit seinem
Jeep Grand Cherokee SRT8 aufgrund eines technischen Defekts frühzeitig aus. Kann leider passieren. Deutlich mysteriöser hingegen die kurzfristige Absage von Audi-Veredler PPI. Dem fiel erst kurz vor Veranstaltungsbeginn ein, dass sein angekündigter Q7 für Auftritte außerhalb des Showrooms viel zu schade ist. Nachrücker SKN sprang dankenswerterweise kurzerhand mit seinem
Audi in die Bresche. Wie gehabt, hatten wir 30 Leser per Los ausgewählt, bei dem Event dabei zu sein. Alle hatten sichtlich Spaß mit den getunten Schwergewichten. Sogar die, die privat eher auf leistungsstarke Sportwagen schwören. Der strahlende Sonnenschein trug dazu bei, dass sich sämtliche Kandidaten im rosigsten Licht präsentieren konnten. Henry Siemons, Chef von Continental Tuning und Vater des Conti-Tuning-Tages, war denn auch hocherfreut: "Es hat mal wieder riesig Spaß gemacht."