2000 km durch Deutschland 2004

Von Eisenach bis Leipzig Von Eisenach bis Leipzig

2000 km durch Deutschland 2004

— 22.07.2004

Von Eisenach bis Leipzig

Weiter geht es! Deutschlands längster Oldtimer-Tross erobert den Osten der Republik – allen Wettern zum Trotz.

• • 8.59 Uhr Start in Eisenach. Unser BMW 1600er Cabrio (Bj. 1969) springt zuverlässig an wie ein Neuwagen, der frisch das Band verlassen hat. Mit zwei Handgriffen lösen wir das Verdeck und lassen es hinter den Sitzen im Fond verschwinden. Radio an und der Sonne hinterher. Bei Saalfeld zuckeln wir am Hohenwarte-Stausee vorbei. Die Landschaft: so schön wie in der Toskana. Anders natürlich. Mit gelben Weizenfeldern und Felswänden aus Schiefer. Deutschland, ein Bilderbuch!

13.00 Uhr Prüfung vor der Mittagspause am Schleizer Dreieck. Auf der ehemaligen Rennstrecke sollen wir eine Gleichmäßigkeitsprüfung ablegen. Heißt: 1440 Meter in 2,24 Minuten fahren, macht einen Schnitt von 36 km/h. Bei einem Neuwagen mit Digitaltacho ein Kinderspiel. Bei unserem BMW: eine Rechenaufgabe. Die Tachonadel schwingt aufgeregt wie das Pendel einer Standuhr. Schon im Stehen zeigt das Instrument 20 km/h. 21, 22, 23 bei etwa 2 Minuten 24 Sekunden überqueren wir die Ziellinie. Hoffen wir.

13.15 Uhr Peggy und ich leisten erste Hilfe. Der MG A (Bj. 1956) von Marco (30) aus Berlin ist wegen eines Kupplungsschadens ausgefallen. Der Wagen steht auf dem Hänger, wir packen Marco auf die Rückbank. Typisch Mann: Der Bursche zieht aus seiner roten Getränketasche eine Spezialstoppuhr und einen Tageskilometerzähler. Wir dagegen messen nur mit Stoppuhr. Und fahren damit besser. Zuverlässiger. Schließlich läuft unser Wagen pannenfrei. Im tiefen Herzen ist dieser BMW ein Käfer. Er läuft und läuft und läuft.

14 Uhr Jetzt fahren wir stramm auf Leipzig zu. An den Straßenrändern winken uns Hausfrauen im Kittel, Männer präsentieren stolz ihre Trabant. Eine Szenerie wie aus einem Heimatfilm Ende der 50er Jahre.

18.05 Uhr Der Himmel färbt sich schwarz. Über Leipzig sehen wir die ersten Blitze zucken. Wir geben Gas, eine Haltebucht ist leider nicht in Sicht. Ein Smartfahrer grinst lässig zu uns rüber. Was er wohl denkt? Fünf Minuten später prasselt es los. Tapfer schlagen wir uns weiter Richtung Leipzig. Bis es so kräftig schüttet wie ein Wasserfall. Beifahrer Marco löst während der Fahrt die Persenning, wirft das Dach nach vorne und klemmt die Verschlüsse fest. BMW sollte Beifahrer serienmäßig anbieten, dann braucht es keine komplizierte Technik mehr.

19 Uhr Ankunft in Leipzig. Hier tobt das Verkehrschaos. Ausgefallene Ampeln, jeder drängelt zuerst in die Kreuzung. Das Wasser steht knietief auf der Straße. Unser Wagen schwimmt sich frei. Am Augustusplatz, im Herzen der Stadt, ist die dritte Etappe der Tour zu Ende. Die Nachtetappe fällt für uns wegen Regen aus.

Alle Infos über den Streckenverlauf der "2000 km durch Deutschland" und die Uhrzeiten der Ortsdurchfahrten finden Sie hier!

Autor: Margret Hucko

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