24-Stunden-Rennen am Nürburgring

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24-Stunden-Rennen am Nürburgring

— 09.06.2004

Hält der Vorsprung durch Technik?

Beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring startet Audi mit neuester Motorentechnik. Am Steuer: AUTO BILD.

Ein Trumpf: die Sparsamkeit des Audi A3

Von Dierk Möller-Sonntag So gehört sich das: Ein Geheimprojekt, an dem über Jahre nur wenige Ingenieure arbeiteten, wird vor knapp 200.000 Menschen präsentiert. Nicht in irgendeinem klimatisierten Showroom vor einem Häufchen Auserwählter bei Sekt und Schnittchen, sondern an einem Ort, der die Grüne Hölle genannt wird und an dem es nach Benzin und Buletten riecht, nach verbranntem Gummi und warmem Bier.

Dabei bleibt dieses Geheimnis für die meisten Zuschauer unsichtbar – versteckt unter der Motorhaube des Audi A3, mit dem ich am 12. Juni beim legendären 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring an den Start gehen werde. Es ist der neue Zweiliter-Turbo-Direkteinspritzer, das neue sportliche Herzstück des VW-Konzerns. Denn neben dem Audi A3 und dem A4 treiben die in der ersten Ausbaustufe zur Verfügung stehenden 200 PS auch den Golf GTI an (kommt im Herbst 2004).

Nach den ersten Testfahrten freue ich mich noch mehr als sonst auf das härteste Tourenwagenrennen der Welt. Der Audi A3 2.0T FSI hängt sehr gut am Gas und hat viel Kraft im niedrigen Drehzahlbereich. Das Fahrwerk allerdings müsste noch straffer sein, derzeit untersteuert unser Rennwagen stark, die Vorderräder werden dadurch enorm belastet. Ein Trumpf, den wir haben, ist die Sparsamkeit: Moderate 7,7 Liter verbraucht die Serienversion im Straßenverkehr im Schnitt. Auch wenn es im Rennen deutlich mehr sein werden – die Konkurrenz wird wohl öfter zum Spritfassen an die Box rollen müssen.

Höchste Beanspruchung fürs Auto und Team

Dass sich die Audi-Ingenieure ausgerechnet den Nordschleifen-Marathon als Premierenfeier ausgesucht haben, spricht für ihr Vertrauen in die Standfestigkeit des Turbo-FSI. Der Verschleiß ist auf dem 24,358 Kilometer langen Ring zehnmal so hoch wie im normalen Straßenverkehr. Meine Fahrerkollegen – Audi-Sprecher und Ex-DTM-Pilot Peter Oberndorfer, TV-Moderator Holger Eckhardt (Motorvision im DSF) sowie Amazone Christina Surer – und ich werden den A3 immer und immer wieder über Steigungen von 17 Prozent (Hohe Acht) und Gefälle von elf Prozent (Fuchsröhre) jagen. Höchste Beanspruchung nicht nur für Motor und Fahrwerk, auch die Slick-Reifen unseres Sponsors Pirelli (PZero Racing) und das Getriebe werden pausenlos gequält.

Doch auch hier setzt Audi auf Vorsprung durch Technik. Ein Direktschaltgetriebe (DSG) wechselt in Bruchteilen einer Sekunde und ohne Schubunterbrechung per Schaltwippen am Lenkrad die Gänge. Damit können wir sogar in heiklen Streckenabschnitten schalten, ohne die Hände vom Lenkrad nehmen zu müssen. Gerade bei den enorm anstrengenden Langstreckenrennen eine willkommene Entlastung. Ich weiß nicht, ob wir in unserer Klasse am Ende ganz vorn landen. Aber ich weiß, dass es eine ganz besondere Testfahrt wird. Hält der Vorsprung durch Technik diesem extremen Dauertest stand? Und: Halten wir Fahrer durch? Zum Glück bin ich nicht abergläubisch – es ist mein 13. Start in der Grünen Hölle.

Technische Daten • Reihen-Vierzylinder, vorn quer eingebaut • zwei oben liegende Nockenwellen • 4 Ventile pro Zylinder • Hubraum 1984 cm3 • Leistung 147 kW (200 PS) bei 5100 bis 6000/min • maximales Drehmoment 280 Nm bei 1800 bis 5000 /min • Benzin-Direkteinspritzung • Turbolader • Frontantrieb • Sechsgang-Direktschaltgetriebe (DSG) mit elektrohydraulischer Betätigung • Einzelradaufhängung vorn und hinten • Reifen 225/45 R 17 W • Länge/Breite/Höhe 4203/1765/1406 mm • 0–100 km/h in 6,9 s • Vmax 236 km/h • Verbrauch innerorts/außerorts/gesamt 10,6/5,9/7,7 l Super plus /100 km

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