24-Stunden-Rennen Nürburgring/Le Mans

24-Stunden-Rennen Nürburgring

24-Stunden-Rennen Nürburgring/Le Mans

— 14.06.2004

BMW und Audi triumphieren

BMW und Audi haben die traditionsreichen 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring und in Le Mans beherrscht.

BMW trotzte mit dem M3 GTR den Eifel typischen Wetterkapriolen am besten und fuhr mit Hans-Joachim Stuck, Pedro Lamy (Portugal) sowie Dirk und Jörg Müller vor 220.000 Zuschauern auf dem Nürburgring auf Platz eins. Das Trio hatte eine Runde Vorsprung auf die Teamkollegen Duncan Huisman/Pedro Lamy/Boris Said (Niederlande/Portugal/USA). Nur eine Stunde später gelang Audi auf der Schleife in Le Mans sogar ein Dreifach-Erfolg. Tom Kristensen (Dänemark), Rinaldo Capello (Italien) und Seiji Ara (Japan) gewann im Audi R8. Kristensen feierte dabei als erster Fahrer überhaupt den fünften Sieg in Serie beim französischen Langstrecken-Klassiker. Favorit Frank Biela (Audi) wurde mit seinem Team Fünfter.

BMW löschten auf dem Nürburgring die Schmach vom Vorjahr, als beide M3 ausfielen. "Wir haben null Fehler gemacht", jubelte Stuck. "Im Vergleich zu Le Mans ist hier einen andere Aufgaben-Stellung. Man muss konzentriert aufpassen, das Auto heil um den Kurs zu bringen." Mit aufs Treppchen durfte das Quartett Olaf Manthey, Lucas Luhr, Arno Klasen und Timo Bernhard im Porsche 911 GT3. Der im Training dominierende Porsche 996 Turbo der Brüder Jürgen und Uwe Alzen sowie des "Nürburgring-Königs" Klaus Ludwig und Michael Bartels schied zwei Stunden vor Rennende aus.

Die 32. Auflage des Langstrecken-Klassikers in der "Grünen Hölle" ließ Fans, Fahrer und Teams kaum zur Ruhe kommen. Schon in der dramatischen Startphase wechselten die Witterungsbedingungen im Minutentakt. Die Reifenwahl wurde zum Pokerspiel. Die Favoriten "trugen" ihre Tourenwagen wie rohe Eier über die 24,358 km lange Strecke zurück in die Box, weil sie sich vom Sonnenschein bei der Startaufstellung blenden ließen und profillose Reifen gewählt hatten.

Das Wechselspiel von Trockenheit und starkem Regen hielt auch in den Nachstunden an. "Man fühlt sich wie beim Wasserskilaufen", sagte Stuck. Die meisten Unfälle endeten glimpflich. Für den 53-jährigen "Striezel" war es der dritte Erfolg in der Eifel. 1970 hatte der lange Grainauer mit Clemens Schickedanz die Premiere in einem BMW 2002 ti gewonnen, 1998 war er beim einzigen Sieg eines Diesels mit von der Partie. Stuck spielte vor allem in der Nacht seine ganze Routine aus: "Die Bedingungen sind irre. Selbst mit Regenreifen ist es schwierig, das Auto auf der Strecke zu halten."

"Unsere Fahrzeuge laufen perfekt, auch mit der Reifenwahl lagen wir richtig", freute sich Manager Charly Lamm vom BMW-Team Schnitzer. So viel Glück hatte Titelverteidiger Opel in diesem Jahr nicht. Die Rüsselsheimer hatten mit profillosen Reifen die falsche Entscheidung getroffen. In der Nacht sorgten zwei Dreher mit Leitplanken-Berührung sowie eine gebrochene Radaufhängung für lange Reparaturzeiten. Das zweite Astra V8 Coupé musste kurz vor Mitternacht mit Totalschaden abgestellt werden.

Das Pirelli-Compitizioni-Team feierte beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring einen ganz eigenen Rekord: Alle drei Audi A3 2.0T (neuer Direkteinspritzer mit Turbo, debütiert im A3 Sportback) kamen ohne Pannen bzw. größere Unterbrechungen an. Bestplatzierter: das AUTO BILD Motorsport-Auto auf Rang fünf in seiner Klasse (3,5-Liter-Klasse, insgesamt Platz 33). Fazit von AUTO BILD-Redakteur Dierk Müller-Sonntag: "Der Motor hängt fantastisch am Gas und hat bei allen Drehzahlen enormen Dampf."

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