24 Stunden von Köln

24 Stunden von Köln 24 Stunden von Köln

24 Stunden von Köln

— 24.01.2005

Schmerzen erfahren

Blasen an den Fingern, wenig Schlaf, am Ende tut alles weh. Die 24 Stunden von Köln bieten erstklassigen Kartsport und verlangen viel.

Blasen an den Händen und wenig Schlaf

Als Timo Glock zum Interview ins Pressebüro kommt, ist er fertig. Nicht nur mit dem Rennen, sondern vor allem körperlich. Zwar ist er die 24 Stunden von Köln schon zum fünften Mal gefahren, aber man möge ihn – wie jedes Jahr direkt nach dem Rennen – bitte nicht fragen, ob er nächstes Jahr wieder an den Start geht. Er befürchtet, "nein" zu sagen, dabei hatte er im Vorfeld noch zu Protokoll gegeben, daß er sich "notfalls von irgendwo auf der Welt einfliegen lassen würde, um in Köln dabeizusein."

Der Formel-1-Pilot, der für das Speed Academy Team an den Start geht, hat Blasen an den Händen, zeitweise kein Gefühl in den Füßen und wenig Schlaf in der Nacht gehabt. Für den Moment wäre seine Entscheidung gegen einen erneuten Start 2006 nur verständlich. Und dann kommen sie doch alle wieder, die Glocks, die Schneiders, die Thiims – Rennsportkoryphäen, die einmal im Jahr zweimal rund um die Uhr über die 380 Meter Hallenkartbahnstrecke des Kartcenter Cologne im Industriegebiet Köln Rodenkrichen rasen.

Hinter Glock und seinen Kollegen liegen 24 anstrengende Stunden zwischen Fahrersitz, Boxengasse und Wohnmobil. Kartsport am absoluten Limit. Wer einmal in einem Kart gefahren ist, der kann erahnen, was es bedeutet, Stints zwischen 50 und 100 Runden fahren zu müssen. In jeder Kurve wird der Körper erbarmungslos gegen die enge und harte Sitzschale gedrückt, selbst leichteste Unebenheiten der Bahn zerren pausenlos am Lenkrad, der Körper wird zusehends müde. Zwar leisten die Honda-Motoren in den Karts nur 6,5 PS, aber dank des Fahrbahnbelags und der Slicks von Dunlop, denen Burkhard Bechtel, Mitorganisator der 24 Stunden von Köln und Jury-Mitglied der Speed Academy, "eine Performance auf Profi-Niveau" bescheinigt, bauen sich enorme Kräfte auf. Da rutscht nichts, Drifts sind eine absolute Seltenheit.

Über 3000 Runden Spitzensport

Die 4000 Zuschauer sehen Spitzensport in familiärer Athmosphäre. An der Boxengasse werden Autogramme gegeben, die Fahrer mischen sich nach ihren Turns unter die Gäste, während auf der Strecke Positionskämpfe toben. Timo Glock und sein Speed Academy Team, das zum ersten Mal in Köln fährt, sind angetreten, um "die arriverten Teams ein wenig aufzumischen".

Das ist vor allem die "Dark Dog - D69"-Mannschaft um DTM-Star Bernd Schneider. Insgesamt sechs Siege sprechen eine deutliche Sprache, und die Profis dominieren auch die neunte Ausgabe des Kartmarathons: Christopher Brück aus dem Porsche Carrera Cup gelingt in der Nacht die Verbesserung des Bahnrekords auf 25,980 Sekunden. Der siebente Sieg bei den neunten 24 Stunden von Köln – da haben die anderen Teams mal wieder das Nachsehen, auch die Speed Academy. Das mit fünf Amateur-Fahrern aus einer AUTO BILD Sichtung komplettierte Team landete am Ende vielleicht ein bißchen enttäuschend auf Platz sechs.

Die "Gelegenheits"-Piloten mußten sich übrigens keinesfalls hinter ihren Profi-Kollegen verstecken. Die Lokalmatadore vom Kölner Kartclub lieferten dem Dark-Dog-Team vor allem in der Nacht ein heißes Rennen und fuhren ihr Kart nach 24 harten Stunden als Zweite über die Ziellinie – der Beweis dafür, daß der dritte Platz aus dem Vorjahr keine Eintagsfliege war. Am Ende hatten die acht Fahrer unglaubliche 3166 Runden abgespult, acht mehr als das drittplazierte Pietra Bier Racing Team und nur sechs weniger als die Sieger – und jede einzelne steckte den Fahrern in den Knochen.

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