24 Stunden von Le Mans 2007

Audi R10 TDI Audi R10 TDI

24 Stunden von Le Mans 2007

— 07.06.2007

Die nächste Baustufe im Diesel-Rennen

Audi hat sein Siegerauto von 2006 für die 24 Stunden von Le Mans 2007 weiterentwickelt. AUTO BILD MOTORSPORT zeigt den Bau des Audi R10 TDI Schritt für Schritt.

Das erste Ziel hat der bisher erfolgreichste Diesel-Langstreckenrenner schon erreicht: Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans. Das war 2006. Nun kommt die nächste Bewährungsprobe für den Audi R10: Vorjahrestriumph wiederholen. Und das ist ja oft schwieriger. Doch Audi ist gut gerüstet für die nächste Baustufe im Diesel-Wettstreit. Der erstmals zum Prestigeduell wird. Gegen Peugeot. Die Franzosen treten nun auch - und mit einem Jahr Verspätung - in Le Mans mit einem Selbstzünder-Motor an. Audis Technikleiter Wolfgang Appel (50) hat den R10 über den Winter noch mal weiterentwickelt.

Äußerlich blieb alles gleich. Aber unterm Karbonkleid gibt es einiges Neues wie Verlauf und Verteilung des anströmenden Fahrtwindes zu den Kühlern, Fahrwerksgeometrie sowie Feder-/Dämpferkombinationen. Die Handgriffe zur Montage blieben im Grunde gleich (siehe Bildergalerie). Herzstück des R10 ist das V12-Dieseltriebwerk. Und das hat Motorenchef Ulrich Baretzky (52) kräftig überarbeitet.

Der Audi R10 TDI Baujahr 2006 hat unter der Haube deutlich zugelegt.

"Wir haben unser erfolgreiches Konzept weiter verbessert, wie zum Beispiel die Einspritzdüsen. Ansonsten kümmerten wir uns um die Zuverlässigkeit, Leistung zu steigern (nun ca. 675 PS; d. Red.), Gewicht zu reduzieren und die Fahrbarkeit des Motors zu verbessern", zählt Baretzky auf. Letzteres wünschten sich die Fahrer. Ihr Problem: Der Leistungsschub kam nicht sofort, sondern erst mit Verzögerung und bei höherer Drehzahl – das typische Turboloch. Das machte das Auto beim Gasgeben unruhig. "Wir haben alles nun weicher gestaltet, sodass der volle Leistungseinsatz direkt und schon bei niedriger Drehzahl kommt. Das verbessert die Fahrbarkeit", erklärt Baretzky.

Die Diesel-Renner müssen früher tanken als die Benziner

Audi hat damit bestes Material fürs prestigeträchtige Diesel-Duell in der Motorenschlacht von Le Mans. Peugeot hat bei seinem V12-Triebwerk einen Zylinderbankwinkel von 100 Grad gewählt, Audi blieb bei 90 Grad. Das ist der einzige Unterschied. Ansonsten haben sich die Franzosen für die gleichen Teilelieferanten entschieden wie Audi. Somit profitiert die Löwenmarke von den Erkenntnissen der Vier-Ringe-Firma. Beide wollen die gleiche Botschaft vermitteln: Diesel ist sportlich. Dabei macht ihnen eine Regeländerung Kopfzerbrechen. Das Tankvolumen wurde fürs 2007er Le-Mans-Rennen von 90 auf 81 Liter verkleinert. Dadurch müssen die Diesel-Renner früher tanken als die Benziner. "Wir werden zwei bis drei Stopps mehr machen müssen als 2006", kalkuliert Baretzky. Doch abgerechnet wird am 17. Juni 2007. Dann soll der R10 wieder Audis erfolgreichstes rollendes Versuchslabor sein. Denn alle Erkenntnisse aus dem Sportwagen fließen in die Serie. Audi betreibt so Entwicklung im Zeitraffertempo.

Autor: Bianca Garloff

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