24 Stunden von Le Mans

24h von Le Mans 2008, Aston Martin DBR9 24h von Le Mans 2008, Courage-Oreca-Judd

24 Stunden von Le Mans 2008

— 12.06.2008

Audi vor dem Hattrick

Der Sieger der vergangenen Jahre peilt in Le Mans den dritten Sieg in Folge an. Der Audi R10 TDI ist fit für den Extremfall, aber die Konkurrenz hat aufgeholt: Allen voran der Peugeot 908 HDI. Wie stark ist Audi und wer sind die Verfolger?

Kein Rennen ist so hart wie die 24 Stunden von Le Mans. Da werden innerhalb kurzer Zeit so viele Kilometer (über 5000 km) gefahren wie in einer ganzen Formel-1-Saison zusammen. Ohne Zuverlässigkeit läuft da gar nichts. So fit ist Audi: Die Joest-Truppe kennt im dritten Jahr den R10 nun auswendig. Doch kleine Neuerungen gibt's trotzdem. Der V12-Diesel-Motor hat an Leistung zugelegt und einen noch flacheren Drehmomentverlauf bekommen. Die Traktionskontrolle wurde weiterentwickelt und Gewicht, besonders beim Triebwerk, eingespart. Dann hat Audi weiter an der Wartungsfreundlichkeit des R10 gearbeitet. Ziel: noch schnellere Reparaturzeiten nach einem Unfall oder Defekt. Auf diesem Gebiet war der Audi R10 eh schon Vorreiter. Auch die Fahrer müssen gut vorbereitet sein. Spagat zwischen Konzentration und Entspannung. Die Piloten dürfen sich keine Fehler erlauben. Sonst sind die 24 Stunden früher als geplant beendet. Drei Fahrer teilen sich bei Audi je einen der drei R10. Meistens fahren sie zwei Stints (ca. 90 Minuten), so wird der Rennabschnitt zwischen den Tankstopps genannt. In der Nacht sind sogar drei Stints normal. Dafür müssen die Piloten topfit sein. Permanente Höchstleistung sind in Le Mans gefordert bei Durchschnitttempo 230 und 75 Prozent Vollgasanteil.

Galerie der Sieger: In der oberen Reihe die Audi R8 von 2000-2002.Unten von links: R8 (2004), R10 (2006), R8 (2005)

Eindrucksvoll ist die Geschichte der Audi-Prototypen beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans. 1999 fing alles an. Audi setzt vier Autos ein: zwei offene Roadster (Audi R8R) und zwei geschlossene Coupés (Audi R8C). Die offenen Renner belegen die Plätze drei und vier. Mit den Erkenntnissen aus diesem Einsatz entwickeln die Ingolstädter den erfolgreichsten Le-Mans-Prototypen aller Zeiten: den Audi R8. Doppelsieg 2001 und ein Jahr später sogar ein Dreifachsieg. 2003 wird die Audi-Dominanz durch ein neues Reglement gebrochen. Die Luftmengenbegrenzer werden verkleinert. Folge: minus 60 PS und Platz drei. 2004 ändern sich die Bauvorschriften erneut. Das Tankvolumen wird von 90 auf 80 Liter gesenkt. Außerdem muss der Heckflügel nun 20 Zentimeter schmaler sein. Aber auch mit neuem Aerodynamik-Paket ist Audi wieder erfolgreich: Vierter Le-Mans-Streich. In seiner letzten Saison 2005 hat es der R8 im wahrsten Sinne des Wortes schwer. Sein Gewicht steigt um 50 Kilo auf 950. Und: Die Luftmengenbegrenzer werden wieder verkleinert. Von den anfangs 610 PS sind nur noch 520 übrig. Trotzdem Le-Mans-Triumph Nummer fünf. In den R8-Reifenspuren rast 2006 der Audi R10 TDI. Ihn treibt ein revolutionärer 5,5-Liter-Biturbo-Diesel an. 2007 wiederholt Audi diesen Triumph. Gelingt 2008 nun der Hattrick?

Die Rivalen: 52 Autos versuchen den Hattrick zu verhindern

Der Peugeot 908 HDI ist, wie schon im letzten Jahr, der stärkste Gegner des Audi R10.

Der Kampf um den Sieg beim prestigeträchtigsten 24-Stunden-Rennen der Welt ist groß. 52 Autos versuchen den Hattrick von einem der drei Audi R10 TDI zu verhindern. Allen voran Peugeot mit dem weiterentwickelten Modell 908 HDI. Nach drei Siegen in den bisherigen Rennen der Le Mans Serie sind sie der härteste Konkurrent für Audi. Die anderen Gegner: Im Sommer 2007 übernahm Oreca das Werk von Courage. Vieles hat sich seitdem verändert. Der Courage-Oreca ist jetzt mit einem Judd-V10-Motor (5,5 Liter Hubraum, 650 PS) ausgestattet. Ebenfalls neu: das Aerodynamikpaket und Ex-Formel-1-Pilot Olivier Panis. Henri Pescarolo aus Le Mans bringt zwei selbst entwickelte Prototypen (Judd-V10-Motor, 5,5 Liter Hubraum, 650 PS) an den Start. Zusätzlich liefert er Chassis an Rollcentre und Saulnier. Am Steuer unter anderem Jean-Christophe Boullion, 2007 Dritter in Le Mans. Der Lola-Aston Martin (6 Liter Hubraum, 600 PS) ist derzeit der stärkste Benziner in der LMS. Der Motor stammt aus dem Aston Martin DBR9 (GT1). Eingesetzt wird das Auto vom tschechischen Charouz-Team. Top-Fahrer: Stefan Mücke, Tomas Enge.

Frankreichs Wilde 13

Genau 13,629 Kilometer ist die berühmte Strecke in Le Mans lang. Der Kurs in der Normandie zählt zu den anspruchsvollsten und schnellsten Rennstrecken der Welt. Ein harter Test für Mensch und Maschine. Das sagen die Audi-Fahrer über die wildesten 13 Kilometer Frankreichs: Marco Werner: "Hier bin ich jedes Mal froh, eine Runde weiter zu sein. Aufpassen muss man in der Boxeneinfahrt. Sie ist schmal und hat kaum Grip. Da landet man schnell im Kiesbett." Frank Biela (Audi) zum Dunlop-Bogen: "Das Anbremsen aus der schnellen Rechtskurve heraus ist heikel. Wie auch der Kurvenausgang, weil die Strecke nach außen abfällt und man die Randsteine meiden sollte." Emanuele Pirro zur langen Geraden Hunaudieres: "Auf der langen Geraden können wir entspannen. Aber in den Schikanen müssen wir hoch konzentriert sein. Es ist wichtig den richtigen Bremspunkt und Bremsdruck zu finden, sonst blockieren die Vorderräder." Allan McNish zur Mulsanne: "Tückisch, weil wir hier noch bremsen, während wir schon einlenken müssen. Dann rasen wir quer über die Spurrillen der Lastwagen, die normalerweise hier unterwegs sind." Tom Kristensen zur Porsche-Kurve: "Unheimlich schnell und ein absolutes Highlight der Strecke. Mit dem Audi R10 TDI fantastisch zu fahren. Kurios: Den Dieselmotor hört man kaum."

Die Startprozedur beginnt am Samstag (14. Juni 2008)um 14:22 Uhr und um 15 Uhr geht es los. Zieleinlauf und Siegerehrung ab 15 Uhr am Sonntag (15. Juni 2008). Eurosport berichtet in acht Live-Schaltingen ab Samstag 14.30 Uhr.

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