24 Stunden Rennen Le Mans 2009, Audi R15 TDI

24 Stunden von Le Mans 2009

— 09.06.2009

Audi will den neunten Sieg

Das legendäre 24-Stunden-Rennen von Le Mans wird am 13. Juni 2009 zum 77. Mal gestartet. Audi will den neunten Sieg. Deshalb wurde für dieses Rennen in Ingolstadt ein neuer Sportprototyp konstruiert: der Audi R15 TDI.

Es ist eines der populärsten Rennen der Welt. Und der härtesten: Das 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Mitte Juni pilgern die sieghungrigen Rennsport-Teams aus aller Welt nach Frankreich. Rund 200 Kilometer westlich von Paris bereiten sich ab Montag vor dem Rennen Fahrer, Ingenieure, Mechaniker und Co. auf den Ernstfall vor. Papierabnahme, Technische Abnahme, Fahrerparade, Pressekonferenzen. Auch auf dem Programm: freie Trainings, Zeittrainings und schlussendlich der Start. In diesem Jahr ist es Luca di Montezemolo, Chef von Ferrari und Fiat, der um 16 Uhr den Startschuss gibt. Darauf wartet Audi-Motorsportchef Wolfgang Ullrich immer wieder ungeduldig. Die Ingolstädter haben das traditionsreiche Rennen bereits achtmal gewonnen. Bei bisher zehn Starts.

Die Franzosen haben aufgeholt

Audi R8R: Die offenen Variante des Audi R8-Le Mans-Boliden ist der erfolgreichste Sportprototyp aller Zeiten.

Wie schon mit dem Audi R8 2000 und dem Audi R10 TDI 2006 soll auch der neue Audi R15 TDI gleich bei seinem Le-Mans-Debüt 2009 triumphieren. Eine erste Kostprobe der Stärke des neuen Rennwagens der Klasse LMP1 (Le Mans Prototyp) haben Dindo Capello (44), Tom Kristensen (41) und Allan McNish (39) bereits mit ihrem Sieg Ende März beim 12-Stunden-Rennen in Sebring/USA demonstriert. Sebring gilt seit Jahren als Vorbereitung auf die 24 Stunden von Le Mans. Was in diesem Jahr auffiel: Hauptkonkurrent Peugeot lag die ganze Zeit in Schlagdistanz. In den vergangenen Jahren profitierten die Audianer bei ihren Erfolgen in Sebring und Le Mans von ihrer langjährigen Erfahrung. Da haben die Franzosen inzwischen aufgeholt.

Audi und Peugeot liegen gleich auf

2009 geht ein neuer Audi in Le Mans auf die Strecke. Der R15 TDI soll die Siegesserie der Ingolstädter fortsetzen.

Schnell genug waren die Peugeot 908 HDi FAP (700 PS) immer. Doch bei den Boxenstopps und der Zuverlässigkeit des geschlossenen Prototypen haperte es. Nun liegen beide Lager wohl erstmals ziemlich auf einer Augenhöhe. Doch bei den Blauen sorgt der Audi R15 TDI für wenig Begeisterung. So wird Audi nach dem Rennen in Sebring vorgeworfen, das Reglement zu sehr ausgereizt zu haben. Beispielsweise würde der Flap am Frontdiffusor des R10 TDI-Nachfolgers zwar – wie vom Reglement gefordert – keine Flügelform aufweisen, wohl aber wie eine wirken. In Ingolstadt sieht man der artigen Diskussion gelassen entgegen. "Der R15 TDI ist regelkonform. Das wurde uns vor dem Rennen in Sebring bei der Technischen Abnahme von den Offiziellen bestätigt", erklärt Audi Sprecher Jürgen Pippig. Wenn also etwas zu beanstanden sei, müsse Peugeot Protest einlegen. Das ist bisher nicht passiert. Peugeot bat den Ausrichter ACO (Automobil Club de l'Ouest) lediglich um Klärung.

Immer neue Regeln

Der ACO selbst sorgt derweil mit seinen kurzfristigen Regeländerungen für Unmut. So dürfen Reifenwechsel jetzt nur noch mit zwei Mechanikern und einem Schlagschrauber (bisher vier Mechaniker, zwei Schrauber), durchgeführt werden. Der Wechsel dauert dadurch doppelt so lang. Noch im April überraschte der ACO mit weiteren Regeländerungen. Ziel nun: die Durchschnittsgeschwindigkeiten zu drosseln. 2008 fuhr Stéphane Sarrazin (33) im Peugeot auf dem 13,629 km langen Kurs eine Rekordzeit von 3.19,394 Minuten. Das entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 245,612 km/h. Zu viel für die teils über Landstraßen führende Rennstrecke.

30 Kilo mehr machen viel Arbeit

Audi R10 TDI: Schon bei der technischen Abnahme war der Sieger der Jahre 2006-2008 ein Publikumsmagnet.

Aber auch die Chancengleichheit zwischen diesel- und benzinbetriebenen Fahrzeugen soll mit dem modifizierten Reglement verbessert werden. So wurde der Durchflussbegrenzer der Diesel-Betankungsanlage auf den gleichen Querschnitt gebracht wie die der Benziner (33 anstatt 38 mm). Darüber hinaus erhöhte der ACO das Mindestgewicht für Dieselfahrzeuge um 30 auf jetzt 930 Kilogramm. Was Audi zu weiteren ungeplanten Tests zwang. Es galt zu probieren, ob alle Bauteile des R15 den unverhofften neuen Belastungen standhalten. Auch Reifenhersteller Michelin ist gefordert. Um den Verschleiß durch das höhere Gewicht auszugleichen, müssen härtere Reifen her. Was wiederum Anpassungen am Fahrwerk notwendig macht. Das Rennen in Le Mans scheint deshalb offen wie selten. Peugeot will sich nicht erneut von Audi im eigenen Land schlagen lassen. Und Audi? In Ingolstadt ist man extrem verteidigungslustig.

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