Die erfolgreichsten F1-Fahrer in Le Mans

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24 Stunden von Le Mans 2015

— 12.06.2015

Dreifach-Pole für Porsche

Porsche startet mit allen drei Autos von der Spitze in die 24 Stunden von Le Mans 2015: Audi auf Longruns stark, Toyota mit Hoffnung.

Porsche hat sich erstmals seit dem großen Comeback in Le Mans die Pole-Position für das berühmte 24-Stunden-Rennen gesichert. Neel Jani, Marc Lieb und Romain Dumas werden die 83. Auflage des Klassikers am Samstag von der ersten Position in Angriff nehmen. Hinter dem schnellen Trio im 919 Hybrid mit der Startnummer 18 folgen die Schwesterautos #17 (Webber/Hartley/Bernhard) und #19 (Hülkenberg/Tandy/Bamber).

Bei der 83. Auflage der 24 Stunden von Le Mans stehen Lieb, Jani und Dumas für Porsche auf Pole

"Die drei Autos auf den ersten drei Startplätzen zu sehen, ist schon ein schönes Bild. Es zählt aber erst im Rennen", kommentiert Dumas die Pole-Position für sich und Porsche. Laut Neel Jani wäre "noch mehr drin gewesen". Der Schweizer hatte auf seiner schnellsten Runde am Mittwoch vergleichsweise noch wenig Gummi auf der Bahn, außerdem überholte er auf seinem vorentscheidenden Umlauf noch zwei andere Fahrzeuge - ansonsten wäre wohl die 3:15er-Marke gefallen.

Bei trockenen, aber sehr schwül-warmen Bedingungen am Donnerstag wurde die Bestzeit von Neel Jani vom Mittwoch (3:16.887 Minuten) nicht mehr unterboten. Eine Zeitenverbesserung wäre sicherlich im dritten Qualifying bei Dunkelheit theoretisch möglich gewesen, aber niemand hatte offenbar ein Interesse an einer echten Zeitenjagd. "Es geht uns Rennen, dem ordnen wir alles unter", hieß es unisono aus den Lagern der LMP1-Werksmannschaften.
24 Stunden von Le Mans 2015: Vorschau auf den Vollgas-Klassiker

Keine echte Zeitenjagd an der Spitze mehr

Die Teams opferten eine gute Show für die Fans mit Rekordjagden der Arbeit am Renntrimm, nachdem der Vortest und auch das Training am Mittwoch aufgrund wechselnder Bedingungen nicht die gewünschten Erkenntnisse gebracht hatten. Allen Mannschaften ging es darum, die Nutzung der Reifen zu optimieren, um im Rennen möglichst schnell Quadrupel-Stints realisieren zu können. Auf den Longruns hinterließ mal wieder Audi den stärksten Eindruck.

Noch im Hintertreffen: Audi-Sportchef Dr. Wolfgang Ullrich beobachtet das Treiben in den Boxen

Nachdem bereits am Mittwoch Ben Treluyer mit seinem Audi #7 seinen heldenhaften Stint gezeigt hatte, legte am Donnerstag im Qualifying unter anderem Andre Lotterer nach. Der amtierende Le-Mans-Champion war über weiter Strecken im Bereich von 3:21.5 Minuten unterwegs, phasenweise sogar schneller. Filipe Albuquerque gelang bei einem Versuch über etwas weniger Runden quasi nebenbei eine Zeitenverbesserung: 3:20.997 Minuten - Platz sechs hinter den beiden anderen Audis.

Zum Vergleich: Die Longruns von Nico Hülkenberg, Mark Webber und Neel Jani in ihren Porsche 919 waren fast so schnell wie jene der Konkurrenz aus Ingolstadt, aber weniger konstant. Man darf davon ausgehen, dass die Michelins am R18 besser halten als am Produkt aus Weissach. Der Vorteil auf Seiten von Porsche: Im Gegensatz zu Audi und Toyota kann man voraussichtlich 14 Runden mit einer Tankfüllung absolvieren, eine mehr als die Mitbewerber. Nick Tandy konnte die Zeit des Porsche #19 noch etwas verbessern. Toyota hechelt den Gegnern bisher hinterher

Die amtierenden Weltmeister mit ihren beiden TS040 liegen im Tempo über eine einzelne Runde immer noch rund 2,5 bis drei Sekunden hinter Porsche und Audi zurück, aber zumindest in Sachen Zuverlässigkeit und Konstanz ist man offenbar gut aufgestellt. Für die beiden Toyota mit den Startnummern 1 (8.) und 2 (7.) heißt es im Rennen. Warten auf Fehler der Probleme der Konkurrenz. Die Japaner hoffen auf wechselhaftes Wetter, um über gute strategische Entscheidungen mitreden zu können.

Toyota muss sich strecken: Den Japanern fehlte im Qualifying noch etwas zur Spitze

"Verglichen mit Porsche ist klar, dass sie im Qualifying viel schneller sind. Auf den Geraden sind sie deutlich schneller. Unsere Priorität ist das Rennen", sagt Kazuki Nakajima. Für Toyota hieß es aus Sicht des Japaners im Qualifying, "so viele Kilometer wie möglich mit den Reifen zu fahren, und eine Idee zu bekommen, wie weit es geht. Da stehen wir nicht schlecht da. Im Renntrimm werden wir auch näher dran sein."

Rebellion brachte am Donnerstag auch das zweite Auto (#13) noch unter die Marke von 3:30 Minuten. Bei seiner ersten Attacke setzte Dominik Kraihamer zunächst den Bestzeiten Topspeed mit 339,1 km/h, dann seinen R-One aber in die Barrieren der ersten Schikane. Nach der Reparatur bekam der Österreicher eine zweite Chance, die er prompt nutzte: 3:28.930 Minuten. Die beiden Schweizer Autos waren auf den Rängen neun und zehn erheblich schneller als die private Konkurrenz.

Nissan bringt ein Auto vor das LMP2-Feld

Nach erheblichen Problemen am Mittwoch zeigte sich ByKolles am Folgetag etwas besser. Pierre Kaffer drückte die Bestzeit im CLM P1/01 auf 3:36.825 Minuten. Damit stellte der erfahrene Deutsche immerhin alle drei Nissan GT-R in den Schatten. Die Fronttriebler der Japaner hatten Mühe, sich gegen das beste LMP2-Auto (KCMG #47) durchzusetzen. Einzig Jann Mardenborough fand in den Zeitenlisten einen Weg am Oreca-Nissan von Lapierre/Bradley/Howson vorbei.

Wie erwartet hat Nissan mit seinem neuen LMP1-Projekt zu Beginn noch stark zu kämpfen

Die beiden Qualifyings am Donnerstag waren dreimal unterbrochen. Zunächst legte Duncan Cameron seinen AF-Corse-Ferrari #55 eingangs der Porsche-Kurven in den Kies, eine Stunde vor dem Ende brannte der GTE-Am-Porsche #67 am Straßenrand hinter Tertre Rouge. Dazwischen erlebte Le Mans den bisher heftigsten Crash der bisherigen Woche. Jan Magnussen flog mit seiner Corvette #63 in den Porsche-Kurven vermutlich wegen eines technischen Problems mit großer Wucht in die Mauer.

Der Däne wurde vorsichtshalber vor Ort von Helfern und Ärzten betreut, aber nach einem Besuch im Medical-Center folgte schnell Entwarnung: Magnussen konnte ohne Verletzungen in die Box gehen, um sich die Schäden an seinem Fahrzeug anzuschauen. Vorsichtshalber hatte Corvette Ersatzpilot David Brabham alarmiert, der im Falle eines Ausfalls von Magnussen in den US-Dampfhammer springen sollte. Dazu wird es voraussichtlich nicht kommen.

Stanaway und Lamy bringen Aston Martin die Poles

In der GTE-Pro-Szene führte im Qualifying ohnehin kein Weg an Aston Martin vorbei. Richie Stanaway (#99) hatte die Pole in der Klasse bereits am Mittwoch gesichert. "Ich hatte die Zeit früh in der ersten Session erzielt. Dann haben wir geschaut, wie sich die Bedingungen in Q2 und Q3 entwickeln. Zwischendurch wurde es eng, aber wir konnten anhand der Zwischenzeiten sehen, dass wir vorn bleiben. Sonst hätten wir noch einmal attackiert." Laut Fernando Rees wird man heute Abend "ein bisschen feiern".

Das Maß aller Dinge in der GTE-Klasse: An Aston Martin führte einmal mehr kein Weg vorbei

Gefährlich nahe kam dem Aston Martin einzig Gimmi Bruni, der am Donnerstag noch einmal eine Zeitenjagd inszenierte, nachdem die Titelverteidiger mit dem AF Corse #51 lange Zeit zurückhaltend agiert hatten. Von Startplatz drei geht das Art-Car von Stefan Mücke, Darren Turner und Rob Bell (Aston Martin #97) ins Rennen. Davide Rigon verbesserte den zweiten Ferrari von AF Corse (#71) am Donnerstag auf Rang vier der Klasse.

Die beiden Porsche 911 RSR vom Werksteam Manthey gehen die 24-Stunden-Schlacht von den Startplätzen sieben und acht an. Das Team hatte sich in den vergangenen Tagen ausschließlich auf die Vorbereitung des Rennens konzentriert. Über die Distanz sieht das Tempo der 911er recht gut aus. In der GTE-Am-Klasse blieb der Aston Martin #98 (Lamy/Dalla Lana/Lauda) nach einer guten Runde von Lamy am Mittwoch vor zwei Ferrari 458 Italia an der Spitze.
Fotos: Picture-Alliance

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