Die erfolgreichsten F1-Fahrer in Le Mans

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24 Stunden von Le Mans 2015

— 14.06.2015

Doppel-Triumph für Porsche

Porsche gewinnt schon beim zweiten Anlauf nach der Rückkehr in Le Mans den 24h-Klassiker. Am Steuer des siegreichen 919 Hybrid: F1-Star Nico Hülkenberg.

Mit Debütant Nico Hülkenberg hat Rekordsieger Porsche seinen 17. Triumph beim 24-Stunden-Klassiker von Le Mans gefeiert und die Audi-Erfolgsserie nach fünf Jahren beendet. Der deutsche Formel-1-Fahrer gewann am Sonntag die 83. Auflage des legendären Langstrecken-Rennens mit seinen Co-Piloten Earl Bamber aus Neuseeland und dem Briten Nick Tandy im Porsche 919 Hybrid. Als Zweiter mit einer Runde Rückstand komplettierten Timo Bernhard (Homburg), Mark Webber (Australien) und Brendon Hartley (Neuseeland) den Doppelerfolg für Porsche. Die Titelverteidiger André Lotterer (Duisburg), Marcel Fässler (Schweiz) und Benoit Treluyer (Frankreich) kamen im Audi R18 als Dritte ins Ziel. Sie lagen zwei Runden zurück.
Zum Nachlesen: So lief das Rennen im Ticker

Da klatscht sogar der Michelin-Mann (l.): Porsche feiert in Le Mans einen Doppelerfolg für den 919 Hybrid

Ein Jahr nach dem Comeback in Le Mans entschied Porsche das prestigeträchtige Werksduell vor den Augen von VW-Konzernchef Martin Winterkorn für sich. In den vergangenen 15 Jahren hatte Audi nur 2003 und 2009 nicht in der Gesamtwertung vorn gelegen. Diesmal aber war die Konkurrenz aus Stuttgart von Beginn an stärker. Hülkenberg ist der erste aktuelle Formel-1-Pilot seit 1991, dem ein Le-Mans-Triumph gelang. Zuletzt hatten das der Luxemburger Bertrand Gachot und der Brite Johnny Herbert 1991 in einem Mazda geschafft. Hülkenberg glänzte vor allem in der Nacht mit schnellen Rundenzeiten und wurde dafür vom Porsche-Chef Wolfgang Hatz ausdrücklich gelobt. Insgesamt legte das Siegertrio 395 Runden und eine Gesamtdistanz von 5383,455 Kilometern zurück.

Bei der Zieldurchfahrt nach 24 Stunden brachen dann alle Dämme: "Ich bin absolut sprachlos und kann meine Gefühle gar nicht in Worte fassen", jubelte Hülkenberg. "Porsche ist zurück in Le Mans und zurück in der Weltspitze! Beim erst zweiten Anlauf des neuen Teams und meinem ersten, hätte ich nie damit gerechnet, gleich gewinnen zu können", so der Emmericher, der auch die deutsche Konkurrenz lobend erwähnen wollte: "Audi war stark und wir mussten uns lang machen. Aber wir haben alles richtig gemacht und am Auto hat ohne den kleinsten Fehler alles funktioniert. Das hat am Ende den Ausschlag gegeben."
Sehen Sie hier Hülkenbergs Vorgänger: Die erfolgreichsten F1-Fahrer in Le Mans

Ehre, wem Ehre gebührt: Das Sieger-Trio Nick Tandy, Earl Bamber und Nico Hülkenberg auf dem Podest

Einer der ersten Gratulanten war Hülkenbergs Formel-1-Team Force India. Teambesitzer Vijay Mallya, der Hülkenberg für das Rennen freigestellt hatte, via Twitter: „Alle bei Force India sind stolz auf dich!” Hülkenbergs Teamkollege Nick Tandy stimmte unterdessen in die Jubelgesänge mit ein. "Ich habe noch nie ein Rennen zusammen mit den Jungs gefahren, aber ich könnte mir keine besseren Partner vorstellen", quittierte der Brite den Sensations-Triumph der unerfahrensten Porsche-Paarung mit zwei Rookies. "Wir haben tatsächlich keinen Kratzer am Wagen und jetzt haben wir das größte Autorennen der Welt gewonnen", so Tandy. "Ich könnte sofort meinen Rücktritt verkünden, denn schöner kann es nicht mehr werden! Ich wäre trotzdem ein glücklicher Mann und werde das Video dieses Rennens für immer aufbewahren!"
Drei Porsches ganz vorne: So lief das Qualifying

In der Tat lief für Porsche an diesem Wochenende einfach alles zusammen: Schon in der Qualifikation hatten sich die Zuffenhausener die ersten drei Startplätze gesichert. Vom Start am Samstagnachmittag weg lieferten sich Porsche und Audi dann vor mehr als 200.000 Zuschauern das erwartet enge Duell. Bis zum Sonnenaufgang am Sonntag gab es insgesamt 26 Führungswechsel, je zwei Fahrer-Trios der beiden Favoriten lagen zwischenzeitlich an der Spitze. Am Ende aber warfen Audi einige kleinere Probleme entscheidend zurück. Beim zwischenzeitlich führenden R18 von René Rast aus Minden, Filipe Albuquerque (Portugal) und Marco Bonanomi (Italien) gab es Schwierigkeiten mit der Lenkung und Aussetzer des Hybridsystems.

Weitere Infos zu Le Mans im Michelin Special

Nach 24 Stunden und Rang zwei in seiner Klasse, durfte auch Hollywood-Star Patrick Dempsey (r.) feiern

Das Schwesterauto der Vorjahressieger Lotterer, Fässler und Treluyer verlor zwei Runden, weil sich die hintere Heckverkleidung gelöst hatte und in der Box ersetzt werden musste, durfte am Ende aber immerhin auf Platz drei mit auf das Podest steigen. Genauso wie übrigens Hollywood-Star Patrick Dempsey. Der bekannte Schauspieler fuhr mit seinem Porsche-Team in der GTE-Amateur-Wertung überraschend auf den zweiten Platz in seiner Klasse. "Man kann nicht beschreiben was mir dieser zweite Platz bedeutet", so Dempsey, der bereits vorher bekannt hatte, dass ein Le-Mans-Sieg für ihn wertvoller wäre als ein Oscar. "Ich danke allen, die uns ermöglicht haben hier zu sein. Mein Team hat mir unglaublich geholfen diesen Traum wahr werden zu lassen - genauso wie bei der Umstellung von meiner Schauspiel- auf eine Rennfahrerkarriere."

Die Podiumsehre wusste der US-Amerikaner zu schätzen, denn die Tortur in Le Mans, die 1923 ihre Premiere erlebte, gilt als eines der härtesten Motorsport-Rennen der Welt. Auf dem 13,629 Kilometer langen Circuit de la Sarthe rasen die Piloten, die sich in Dreierteams abwechselnd, mit mehr als 200 Stundenkilometern im Schnitt teilweise über Landstraßen hinweg - und das auch bei Wind und Wetter durch die ganze Nacht. Hollywood-Star Steve McQueen drehte einst einen packenden Film über das Le-Mans-Spektakel und nährte damit den Mythos des Rennens. Zwei Tage vor dem Start jährte sich allerdings auch die größte Tragödie in der Geschichte des Motorsports zum 60. Mal: Am 11. Juni 1955 waren in Le Mans 84 Menschen gestorben, als der Mercedes von Pierre Levegh von der Strecke abkam.
Die 24 Stunden von Le Mans: Der Klassiker an der Sarthe

Le Mans hat nicht an Strahlkraft verloren: Der Sieger-Porsche wird im Ziel frenetisch bejubelt

Die Zukunft für das Le-Mans-Rennen scheint derweil aber sicher. Erstmals seit 1999 waren in diesem Jahr wieder vier Auto-Hersteller mit Werksteams am Start. Weitere Unternehmen wie Ford haben ihre Rückkehr an die Sarthe bereits angekündigt. Nach Informationen aus Hersteller- und Zuliefererkreisen beschäftigen sich offenbar auch BMW (Sieger 1999) und Mazda (1991 einziger japanischer Sieger) mit einem Comeback in Le Mans. (fh/dpa)

Endergebnis 24 Stunden Le Mans 2015:
1. Hülkenberg/Bamber/Tandy (Porsche) 395 Runden
2. Bernhard/Webber/Hartley (Porsche) + 1 Runde
3. Fässler/Lotterer/Tréluyer (Audi R18 e-tron quattro) + 2 Runden
4. di Grassi/Duval/Jarvis (Audi R18 e-tron quattro) + 3 Runden
5. Dumas/Jani/Lieb (Porsche) + 4 Runden
6. Wurz/Sarrazin/Conway (Toyota) + 8 Runden
7. Albuquerque/Bonanomi/Rast (Audi R18 e-tron quattro) + 8 Runden
8. Davidson/Buemi/Nakajima (Toyota) + 9 Runden
9. Howson/Bradley/Lapierre (ORECA-Nissan) + 37 Runden (Sieger LMP2)
10. Dolan/Evans/Turvey (Gibson-Nissan) + 37 Runden

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Fotos: Picture-Alliance

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