24-Stunden von Le Mans/ Nürburgring

24 Stunden von Le Mans 2006

24-Stunden von Le Mans/ Nürburgring

— 19.06.2006

Wir sind 24-Stunden

Mit dem ersten Diesel-Gesamtsieg schreibt Audi in Le Mans Renngeschichte. Am Nürburgring belegen zwei Porsche die Plätze eins und zwei.

Audi-Diesel dominiert in Le Mans

Audi und Porsche sind die Könige der Langstrecke, das Gütesiegel Made in Germany bürgt im Automobilsport weiter für Qualität: Die Ingolstädter setzten ihre Siegesserie in Le Mans fort und gewannen das berühmteste 24-Stunden-Rennen der Welt als erster Automobilhersteller mit einem Diesel-Fahrzeug. Porsche war auf der Nürburgring-Nordschleife einmal mehr nicht zu bremsen. Die Sportwagenschmiede aus Stuttgart-Zuffenhausen feierte den siebten Triumph in der Eifel mit zwei Rekorden.

Frank Biela (Neuss), Emanuele Pirro (Italien) und Marco Werner (Ermatingen) triumphierten im Audi R10 TDI vor mehr als 220.000 Zuschauern in Le Mans und schrieben dadurch ein weiteres Kapitel Automobilsport-Geschichte. Das Audi-Werks-Trio hatte nach 380 Runden (5187 km) einen Vorsprung von 4 Runden auf die Lokalmatadoren Eric Helary und Franck Montagny, die in einem Pescarolo-Judd noch von Rallye-Weltmeister Sebastien Loeb (Frankreich) unterstützt wurden. Die zurückgelegte Distanz des siegreichen Teams ist ein Rekord in der 83-jährigen Historie des Rennens. Für Audi war es schon der zweite Hattrick und der insgesamt sechste Erfolg beim Langstrecken-Klassiker an der Sarthe.

"Das war der mit Abstand schwierigste und wichtigste Sieg hier. Zwischen dem Roll-out des R10 TDI und dem Start in Le Mans lagen nur 200 Tage", sagte der sichtlich erleichterte Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich und kämpfte mit den Tränen: "Hinter uns liegen die bislang intensivsten Tage in der Geschichte von Audi Sport. Mein Dank gilt jedem einzelnen Mitarbeiter."

Großes Pech hatte der zweite 650 PS starke Audi R10 TDI mit dem siebenmaligen Le-Mans-Rekord Gewinner Tom Kristensen (Dänemark), Rinaldo Capello (Italien) und Allan McNish (Schottland), der wegen zahlreicher technischer Defekte mehr als eine Stunde zur Reparatur in der Box verbrachte. Mit Bestzeiten am Fließband schaffte das Trio allerdings nach einer tollen Aufholjagd noch den Sprung aufs Treppchen, fuhr vom zwischenzeitlichen 16. Rang bis auf Position drei nach vorne (13 Runden zurück).

Manthey-Porsche ist König am Ring

Beim überlegenen Porsche-Doppelsieg auf dem Nürburgring sorgte unterdessen Altmeister Hans-Joachim Stuck (Ellmau) unfreiwillig für Schlagzeilen. Der BMW-Pilot war um Mitternacht in einen Massencrash verwickelt. "Ich habe erstmals in meiner langen Rennfahrer-Karriere dem Tod wirklich in die Augen gesehen", meinte der geschockte Stuck, der ebenso wie alle beteiligten Kollegen dem Unfall-Chaos wie durch ein Wunder unverletzt entkam. Auch die knapp 200.000 Zuschauer in der Eifel dürften die 34. Auflage dieses Rennens so schnell wohl nicht vergessen.

Den Sieg sicherten sich Timo Bernhard (Dittweiler), Lucas Luhr (Koblenz), Mike Rockenfeller (Neuwied) und Marcel Tiemann (Soltau) im von Manthey-Racing eingesetzten und werksunterstützten Porsche 997 GT3 - und das mit einer doppelten Bestmarke. Das Quartett, das von der Pole Position dominierte, fuhr bei herrlichem Sonnenschein 151 Runden und legte dabei eine Rekorddistanz von insgesamt 3832,078 Kilometer zurück. Die bisherigen Rekordmarken hatte der frühere Formel-1-Rennstall Zakspeed Racing mit 147 Runden und 3727,773 Kilometer gehalten. "Das ist ein grandioser Erfolg vor einer fantastischen Kulisse. Wir hatten bis auf zwei Reifenschäden keinerlei Probleme mit der Technik. Das war letztlich der Schlüssel zum Sieg", meinte der frühere DTM-Pilot Tiemann.

Mit einer Runde Rückstand belegten die Brüder Jürgen und Uwe Alzen (beide Betzdorf), der frühere Tourenwagen-König Klaus Ludwig (Roisdorf) und Audi-Werksfahrer Christian Abt (Kempten) Platz zwei und machten damit den Porsche-Doppelerfolg perfekt. "Mein Ziel war es, als Hobby-Rennfahrer noch mal auf dem Podest zu stehen. Platz zwei ist für uns das optimale Ergebnis, mehr war nicht drin", sagte der keineswegs enttäuschte Klaus Ludwig: "Man muß einfach auch anerkennen, dass die Markenkollegen einen Tick besser waren." Für Porsche war es der siebte Triumph, zuletzt hatte die Sportwagenschmiede aus Stuttgart-Zuffenhausen 2000 einen Sieg gefeiert. Rekordgewinner ist BMW mit insgesamt 18 Gesamtsiegen.

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