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24h Nürburgring: Die Favoriten

— 19.06.2014

Die Top-Autos und -Fahrer

Beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring kämpfen acht Marken um den Sieg: Vier davon kommen aus Deutschland, vier aus dem Ausland. Das sind die größten Favoriten.

Es ist der Sommer der Ländervergleiche. Jogis Jungs kämpfen bei der Fußball-WM in Brasilien um den Pokal. Aber auch beim ADAC Zurich 24h-Rennen Nürburgring will Schwarz-Rot-Gold die Nase vorn haben. Dort vertreten die GT-Renner der Automobilhersteller Audi, BMW, Mercedes-Benz und Porsche die deutschen Farben. Ihnen steht mit den Fahrzeugen von Aston Martin, Ferrari, McLaren und Nissan eine Weltauswahl gegenüber. Und die will den Deutschen so richtig einen reinballern. Doch das wird nicht einfach. Denn im Gegensatz zu den Kickern in den schwarz-weißen Trikots hat die deutsche Motorsport-Nationalmannschaft ein echtes Heimspiel.

Routinier Frank Stippler hat einmal mehr gute Karten

Der Nürburgring, im Herzen der Eifel gelegen, ist für die Konkurrenz eine schwer einzunehmende Festung. Bis auf zwei Ausnahmen von Ford (1979–1982, 1987) und Chrysler (1999, 2001, 2002) haben seit Bestehen des 24h-Rennens 1970 nur einheimische Marken gewonnen. Einer der deutschen Führungsspieler ist Audi-Pilot Frank Stippler (39). Er ist in der Eifel aufgewachsen und somit Nordschleifen-Spezialist. "Ich denke, der Sieg wird zwischen Audi, BMW, Mercedes und Porsche ausgemacht", setzt er auf die heimischen Marken. "Alles sind Autos, die auf höchstem Niveau entwickelt wurden. Da wird das Einsatzteam den Unterschied machen."

Und da hat Stippler eine der größten Trumpfkarten in seiner Mannschaftskabine sitzen. Er fährt für das Team Phoenix von Ernst Moser (53), das zwei Audi R8 LMS ultra einsetzt. "Wir haben gute Autos, zwei super Fahrer-Quartetts und sind aussortiert. Von daher spricht alles dafür, dass wir vorne mitfahren können", ist Moser von der Qualität überzeugt, wehrt sich aber gegen die Favoritenrolle: „Dieses Jahr gibt es rund 20 Autos, die gewinnen können." Grund für die Tiefstapelei: Mit der aktuellen Fahrzeugeinstufung, der Balance of Performance, sind die Audi R8 zwar in schnellen und mittelschnellen Kurven gut, doch es fehlt ihnen an Topspeed. So ist es teilweise schwer, andere Fahrzeuge zu überholen. Und bei einem Feld von 175 startenden Autos ist Verkehr immer vorhanden.

Bei BMW setzt man unter anderem auf das DTM-Duo Wittmann (l.) & Martin (2.v.l.)

Gleiches gilt für BMW. Die Z4 GT3 haben durch die Einstufung ähnliche Fahreigenschaften wie die Audi und fühlen sich damit eher in flüssigen Kurvenkombinationen wohl, als auf langen Geraden. Dennoch ist das Ziel bei den Münchnern ganz klar. "Wir wollen das Ding gewinnen", verkündet DTM-Pilot Marco Wittmann (24). Der Franke teilt sich einen Z4 unter anderem mit DTM-Kollege Maxime Martin (28). Und der hat nach seinem zweiten Platz aus dem Jahr 2013 jetzt richtig Appetit auf den Sieg. "Wir haben uns konzentriert vorbereitet. Es sieht richtig gut aus für uns", so der Belgier. Mit Martin Tomczyk (32) in einem weiteren Z4 setzt BMW sogar auf einen dritten DTM-Piloten in der Eifel.

Ohne einen Tourenwagen-Piloten geht Mercedes in den Marathon zweimal rund um die Uhr. Die Schwaben sind der Titelverteidiger. „Wir haben die Startnummer eins. Denn das Team Black Falcon hat letztes Jahr das Rennen gewonnen. Und natürlich sind dann die Erwartungen besonders hoch“, spricht Mercedes-Pilot Christian Menzel (42) von einer speziellen Drucksituation. Doch diese müsste der schnelle Rheinländer gar nicht annehmen. Denn vom siegreichen Vorjahresquartett Schneider/Edwards/Thiim/Bleekemolen sitzt nur noch der letztgenannte Holländer im Wagen mit der Eins. Die Stärken der SLS GT3 liegen vor allem auf der Bremse.

Porsche hat gleiche mehrere heiße Eisen im Feuer

Die Nummer eins würde sich auch das Porsche-Lager 2015 gerne auf einen der 911er kleben. Vor allem der Wagen des Frikadelli-Racing-Teams um Nordschleifen-Queen Sabine Schmitz (45), aber auch das Falken- und das Haribo-Auto wollen Deutschland im Ländervergleich würdig vertreten. Sicher nur Außenseiterchancen hat dabei Italien. Denn der Einsatz des Ferrari 458 Italia GT3 des Teams GT Corse by Rinaldi wurde komplett privat aufgestellt. Anders ist das bei den Engländern von Aston Martin und McLaren sowie den Japanern von Nissan. Auch wenn die es nur ungerne hören, alle drei Herausforderer kommen mit Werksunterstützung in die Eifel.

Nicht nur Geheimfavorit ist Aston Martin. Der englische Traditionshersteller hatte schon 2013 das Rennen über mehrere Stunden angeführt, musste sich am Ende aber mit Rang zehn begnügen. "Wir wissen, dass unser Auto im letzten Jahr stark war. Und daran wollen wir natürlich anschließen", macht Werkspilot Stefan Mücke (32) eine Kampfansage. Größtes Manko seiner Truppe: die Nordschleifen-Routine. "Wir fahren nicht so oft hier wie andere Teams. Somit sind wir mit unserem Erfahrungsstand unterlegen", ist Mücke Realist.

Orangefarbener Renner: McLaren will in der Eifel aufzeigen

Mehr Erfahrung haben die Landsleute von McLaren, die schon einige Saisons auf der Nordschleife unterwegs sind. "In England wurde viel an den Autos verbessert. Deswegen glaube ich, dass wir vorne mithalten können", freut sich McLaren-Fahrer Sascha Bert (38). Vor allem in engen Kurven und auf der Geraden sind die orangefarbenen Flundern von Dörr Motorsport stark. Als Vertreter Japans will Nissan um den Sieger-Pokal kämpfen. Die GT-R GT3 können vor allem durch ihren hohen Top-Speed glänzen. Das Spielfeld ist also bereitet. Ob Deutschland auf der Nürburgring-Nordschleife geschlagen wird, das wird die diesjährige Ausgabe des 24-Stunden-Rennens zeigen. Aber selbst dann haben wir ja noch immer Jogis Jungs, die in Brasilien zurückschlagen können.

Autor: Oliver Müller

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