Winkelhock

24h Nürburgring: Markus Winkelhock

Der Herr des Rings

Der Titelverteidiger will in einem Audi R8 LMS des Audi Sport Team BWT seinen vierten Gesamtsieg in der Eifel einfahren.
Markus Winkelhock, Sie haben schon drei Mal das 24h-Rennen auf dem Nürburgring gewonnen. Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?
Markus Winkelhock (37): Die richtige Marke (lacht)! Nein, es gibt viele Faktoren. Man braucht ein perfektes Paket, bestehend aus einem starken Auto, guten Teamkollegen sowie einer ordentlichen Portion Rennglück. Vor allem der Verkehr ist eine riesige Herausforderung. Wer problemlos und fehlerfrei über die Runden kommt, hat die besten Chancen. Ich gehe mit Ruhe an das Rennen heran, der Rest ergibt sich von selbst. 
Warum ist das Rennen immer noch etwas Besonderes für Sie?
Das 24h-Rennen erfordert eine ganz andere Teamleistung als ein Sprintrennen. Das Team ist die ganze Zeit hellwach, weil ja jede Stunde ein Boxenstopp ansteht. Das ist schon extrem fordernd und anspruchsvoll. Aber auch die Atmosphäre am Nürburgring, mit den vielen Fans und dem Volksfest-Charakter, ist etwas ganz Spezielles. Das gibt es sonst nirgendwo.
Im letzten Jahr hat Ihnen der Regen zum Sieg verholfen. Hoffen Sie wieder auf ein Wetterchaos?
In der Eifel lässt sich das Wetter nie voraussagen. Aber ich hoffe, dass es trocken bleibt. Vor allem in der Nacht fährt bei Regen niemand gerne auf der Nordschleife. Ich bin eigentlich ein Regenfahrer und habe sehr viel Spaß im Nassen. Aber beim 24h-Rennen fahre ich lieber auf trockener Strecke. Auch wenn Regen das Rennen für die Zuschauer spannender macht.

Zusammen mit Nico Müller will Winkelhock 2018 das 24h Rennen am Nürburgring gewinnen

Wie bereiten Sie sich auf die 24h-Strapazen vor?
Ich absolviere mein normales Sportprogramm. Es ist wichtig, dass man als Rennfahrer fit ist. Man verliert im Rennen sehr viel Flüssigkeit, die man alleine durch Trinken gar nicht wieder aufnehmen kann. Je fitter man ist, desto schneller läuft die Regeneration nach den Stints ab. Das macht sich vor allem in der Schlussphase des Rennens bemerkbar – und könnte dann den entscheidenden Vorteil bringen.
Ist das Rennen gefährlich?
Motorsport ist generell gefährlich. Das weiß ich natürlich durch den Tod meines Vaters (Manfred Winkelhock starb 1985 nach einem Unfall in der Sportwagen-WM; d. Red.). Aber darüber mache ich mir keine Gedanken, das kann letztlich auch im Straßenverkehr passieren. Wer mit solchen Gedanken in ein Rennauto steigt, fährt mit angezogener Handbremse und ist nicht schnell.
Wann fahren Sie mit einem Elektroauto zum Sieg?
Das wird noch dauern. Ich glaube zwar, dass Elektromobilität auch im Motorsport die Zukunft ist. Aber im Moment ist die Technologie nicht so weit, dass man mit einem reinen E-Auto ein 24h-Rennen bestreiten könnte. Das wird noch einige Jahre dauern.
Nehmen Sie als Fahrer die Atmosphäre an der Strecke wahr?
Ja, schon, allerdings bin ich immer voll auf das  Rennen konzentriert, nicht auf die Fans. Ich schaue nicht, auf welchem Grill die besten Würstchen liegen …
Welcher Streckenabschnitt gefällt Ihnen am besten?
Die ganze Nordschleife (grinst)! Das ist mein einziger Lieblingsabschnitt.

Autor: Sönke Brederlow

Fotos: Hersteller

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