24h Nürburgring: Bilder

24h Nürburgring 24h Nürburgring 24h Nürburgring

24h Nürburgring: Sabine Schmitz im Interview

— 20.06.2014

Die Queen der Nordschleife

Keine Frau der Welt hat so viele Runden auf der Nordschleife gedreht wie Sabine Schmitz. Dieses Jahr will sie ihren dritten Sieg beim 24h-Rennen.

Frau Schmitz, Sie werden die Queen der Nordschleife genannt. Wie kommt es zu dieser royalen Bezeichnung?


Sabine Schmitz (45): Das hat damit zu tun, dass ich 1996 und 1997 als erste Frau das 24-Stunden-Rennen gewann. Und durch Taxi-Fahrten, die ich seit über 20 Jahren auf der Nordschleife mache.

Was bedeutet Ihnen die Nordschleife?

Das ist nach wie vor die schönste und gefährlichste Rennstrecke der Welt. Welche Strecke ist schon mehr als 20 Kilometer lang, hat so einen Höhenunterschied und so viele Tücken? Langweilig wird es nie. Deswegen: Für mich ist es das Grandioseste überhaupt hier zu fahren.

Was ist Ihre Lieblingspassage und welchen Streckenabschnitt mögen Sie nicht?


Ich liebe die schnellen Passagen wie Schwedenkreuz, Fuchsröhre, Tiergarten. Also da, wo es richtig zur Sache geht. Mutkurven finde ich immer schön. Die engen Kurven wie Wehrseifen oder Adenauer Forst mag ich weniger.

Haben Sie mal gezählt, wie viele Runden Sie auf der Nordschleife unterwegs waren?

Im Posche 911 GT3 R von Frikadelli Racing will Schmitz ihren dritten Sieg beim 24h-Rennen nach 1996 & 1997

Mein Rekord mit dem Renntaxi liegt bei 1250 Runden in einer Saison. Hochgerechnet mit dem Motorsport bin ich jetzt schon über 30 000 Runden hier gefahren. Aber nach so vielen Taxi-Runden, einer VLN-Saison und dem 24-Stunden-Rennen, da hat man am Ende des Jahres schon mal die Schnauze voll.


Wie sind Sie eigentlich zum Motorsport gekommen?


Ich bin im Hotel am Tiergarten aufgewachsen. Sogar mit Blick aus dem Kinderzimmer auf die Nordschleife. Und die Gäste, die ich als Kind bedient habe, fanden den Ring immer toll. Die haben mich dann ab und zu als Beifahrerin mitgenommen. Ich konnte es dann gar nicht mehr erwarten, endlich den Führerschein zu haben und selbst loszulegen.

Wie schwer ist es als Frau im Motorsport? Kommt da manchmal der ein oder andere Macho-Spruch?

Früher war das schon extrem. Da kamen Typen, die haben gesagt: ‚Fahr mal hinter mir her. Ich zeige dir die Ideallinie.’ Doch nach drei Kurven dachte ich nur, was fährt der denn für einen Mist zusammen. Da muss ich gleich vorbei. Und ab da war natürlich Schluss mit der Bevorzugung. Mittlerweile kennt mich jeder und weiß mich auch einzuschätzen.

Das 24h-Rennen ist eines der größten Motorsport-Events der Welt. Welchen Stellenwert hat es für Sie persönlich?

Erst einmal viel Arbeit. Also für alle Teammitglieder ein Bett besorgen und alle satt bekommen. Das ist immer das größte Chaos. Im Cockpit sitzen ist dann Entspannung. Da denke ich dann: So jetzt können die essen und schlafen, wo sie wollen. Jetzt fahre ich endlich Rennen.

Können Sie mit Ihrem Porsche 911 GT3 R das 24h-Rennen dieses Jahr gewinnen?

Heimspiel: Schmitz kennt die Nordschleife von Kindesbeinen an und ist neben ihr aufgewachsen

Als Privatteam haben wir den Werken schon gezeigt, dass wir mithalten können. Ich würde gerne zum dritten Mal das 24-Stunden-Rennen gewinnen. Unser Auto und unser Team sind sehr gut. Jetzt müssen wir nur noch das Ding ins Ziel retten und möglichst vor den anderen sein.

Sie moderieren auch eine Autosendung im Fernsehen. Was macht mehr Spaß – Rennen fahren oder TV-Auftritt?

Es ist beides superschön. Denn auch in der TV-Sendung komme ich viel zum Fahren. Wobei Motorsport ja eher ein richtiger Teamsport ist. Es ist schön mit vielen Menschen zusammenzuarbeiten.

Was machen Sie neben dem Motorsport noch? Können Sie ohne Adrenalin-Kick?

Ich habe vor allem meine Viecher. Momentan betreue ich elf Pferde. Dazu kommen noch zwei Schweine, zwei Katzen und ein Hund. Dann mache ich auch Pferderennen, aber in Cowboy-Disziplinen. Da reite ich zum Beispiel um Fässer herum.

Gibt es für Sie einen Zeitpunkt, an dem Sie sagen, das war’s mit Rennen fahren?

Wenn ich mal zu langsam wäre. Aber so lange ich noch mithalten kann, werde ich auf jeden Fall weiter fahren. Unser Auto macht einfach so wahnsinnig viel Spaß. Der ist so schnell. Das ist eine richtig geile Kiste.

Autor: Oliver Müller

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.