24h-Rennen Nürburgring 2008

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24h-Rennen Nürburgring 2008

— 26.05.2008

Das OPC Race Camp-Finale

Bis hierher hatten es acht Fahrer geschafft. Acht von 18.500 Bewerbern für das Opel OPC Race-Camp. Es sollten ihre großen 24 Stunden auf dem "Ring" werden. Leider wurden es nur knapp sechzehneinhalb.

"Die Jungs haben wirklich Großartiges geleistet", lobt Ex-DTM-Pilot Manuel Reuter (46) die vier Leser-Rennfahrer von AUTO BILD. Doch die sind gerade untröstlich: Es ist Sonntagmorgen, 4:33 Uhr. Martin Karlhofer (21) klettert aus der blauen, 299 PS starken Tourenwagen-Version des Opel Astra OPC. Er streift die blauen Handschuhe ab. Das 36. 24-Stunden-Rennen in Nürburg ist für ihn und seine drei Teamkollegen beendet. Knapp 10,5 Stunden vor der Zieldurchfahrt. Grund: zu geringer Benzindruck, dadurch zu mageres Benzin-Luftgemisch. Folge: Motorschaden durch mangelnde Schmierung. Doch bis dahin hat das Team beim größten Autorennen der Welt für Furore gesorgt. Zuletzt auf Platz 16 im Gesamtklassement von über 213 gestarteten Autos gefahren. Und Platz zwei in der Klasse SP3T – in Schlagdistanz (gleiche Runde) zur Werks-Mannschaft von Volkswagen. Die mit Profi-Fahrern am Steuer des neuen Scirocco unterwegs war.

Rückblende: Am Freitag, den 23. Mai 2008 fahren die beiden blauen Renn-Astra um halb zehn morgens zum ersten Mal auf die 25,378 Kilometer lange Strecke. Erstes Zeittraining zum 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Die beiden Leser-Mannschaften haben nach nur 14 Monaten Rennfahrer-Ausbildung im OPC Race Camp ihr großes Finale erreicht. Und alles läuft nach Plan: Mit einem dritten Platz in der Klasse setzt Astra Startnummer 105 mit Christian Bach, Martin Karlhofer, Stefan Leitner und Kurt Wenger eine erste Marke. Am selben Tag, kurz nach 23 Uhr: Das Nachttraining ist bald zu Ende. Zahnarzt Dr. Peter Pangert fährt die letzte Runde im zweiten Astra mit der Startnummer 106. Im schnellsten Streckenabschnitt "Döttinger Höhe" kollidiert er mit einem Teilnehmer. Ein anschließender Überschlag beschädigt sein Auto stark. Bis zum Rennen kann es nicht mehr repariert werden. Das Aus für ihn und Christian Bollrath, Alexander Plenagl und Benjamin Scharf. Race-Camp-Chef Reuter: "Sehr Schade. Aber im Motorsport können Unfälle nun einmal passieren."

Und dabei fing es so richtig gut an

Und ab in den nächsten Stint. Der blaue Flitzer konnte bis auf Platz 22 nach vornr fahren.

Sonntag, 15 Uhr. In drei Startgruppen unterteilt gehen die Autos ins Rennen. An der Spitze von Startgruppe zwei: Martin Karlhofer im verbliebenen Astra. Die Fernsehkameras sind voll auf ihn gerichtet. Souverän steckt er vor der ersten Rechtskurve zurück, biegt als Zweiter ein. Denn er weiß: Ein 24-Stunden-Rennen hat noch niemand auf den ersten Metern gewonnen. Nach jeweils rund zwei Stunden kommt der blaue Astra in die Box. Tanken, neue Reifen und Fahrerwechsel. Alles läuft nach Plan. Im Gesamtfeld schiebt sich der Kompaktwagen immer weiter nach vorn, bis auf Platz 21 aller Fahrzeuge. 22 Uhr: Es fängt leicht an zu regnen. Christian Bach steuert die Box an. Statt glatten Rennreifen (Slicks) montieren die Mechaniker regentaugliche mit leichtem Profil (Intermediates).

Um zwei Uhr dann ein richtiger Wolkenbruch – bei völliger Dunkelheit. "Das war wie mit Sommerreifen auf Eis", berichtet Stefan Leitner später. Der Student leistet sich trotzdem keinen Ausrutscher, überholt Gegner um Gegner. Die fünftschnellste Rundenzeit von allen Autos fährt er zu diesem Zeitpunkt. Unter den schwierigsten Streckenbedingungen des ganzen Rennens. Und ist damit schneller unterwegs als gestandene Profis in 200 PS stärkeren Rennwagen. Als dann in den frühen Morgenstunden der Motorschaden das Rennen beendet, bricht für das Team eine Welt zusammen. Doch Ausbilder Reuter hat genug gesehen. Auch ohne Zieldurchfahrt und Pokale: "Die Fahrer haben sich auf jeden Fall empfohlen für weitere Einsätze im Motorsport", resümiert er. Und das war schließlich das Ziel eines ungewöhnlichen Castings.

Auf autobild.tv sehen Sie, was alles auf dem Ring passiert ist. Von den ersten  Trainingsrunden bis zur Siegerehrung und natürlich Berichte von den Events am Pistenrand. Und verfolgen Sie in unserer Bildergalerie wie die OPC-Teams das Abenteuer Nürburgring 2008 erlebt haben.

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