24h Nürburgring: Bilder

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24h-Rennen Nürburgring bei Nacht

— 22.06.2014

So schlafen die Fahrer

24 lange Stunden dauert das Rennen auf dem Nürburgring. Ganz ohne Schlaf geht das nicht. ABMS verrät, wann und wo die Fahrer die Augen zumachen.

Anders als das Boxenpersonal und die Mechaniker, die oft nur für ein paar Minuten in einem Stuhl in der Garage die Augen schließen dürfen, haben die Piloten beim 24h-Rennen ein wenig mehr Komfort. Bei den hohen Geschwindigkeiten auf der Nordschleife muss die Konzentration voll da sein. Raum für Verschnaufpausen bleibt nur außerhalb des Autos... und auch da ist die Zeit knapp bemessen. AUTO BILD MOTORSPORT hat sich im Fahrerlager am Nürburgring nach den 'Bettgeschichten' erkundigt und die unterschiedlichen Herangehensweisen der Fahrer im Kampf gegen die Müdigkeit erfahren.

Morgens steigt das Risiko

Die Mechaniker in den Boxen haben es nicht so bequem, müssen sich mit Campingstühlen zufriedengeben

„Red Bull trinken“, sagt Audis Christopher Mies mit einem Augenzwinkern bei der Frage nach seinem Trick, um wach zu bleiben. Mies verrät: „Ich gehe auch im Alltag immer sehr spät ins Bett, deswegen ist die Nacht kein Problem für mich. Die Müdigkeit kommt erst in den Morgenstunden. Da passieren dann auch die meisten Unfälle.“ Für den Deutschen steht fest: „Das größte Risiko besteht nicht in der Nacht, sondern wenn es in den nächsten Tag reingeht.“ Daher sei es wichtig, zwischendurch einmal ein Nickerchen zu halten und „ausgeschlafen zu sein. Ein, zwei Stunden kann man immer pennen. Man hat mindestens fünf Stunden zwischen den Stints, meistens sogar sieben“, rechnet der Audi-Fahrer vor.

Geregelter Ablauf

Warum trotzdem maximal zwei Stunden Schlaf rausspringen, erklärt BMWs Dirk Werner. „Bis man aus dem Auto raus ist, was gegessen und geduscht hat, vielleicht sogar noch eine Massage bekommt, sind schnell anderthalb Stunden rum. In der Zeit ist der nächste schon wieder aus dem Auto raus, dann kommen also nur noch zwei Kollegen. Und wenn der Fahrer vor dir fährt, musst du eigentlich schon wieder da sein.“ Werners Trick, um ein paar Minuten mehr zu schlafen. „Die Dusche weglassen geht auch. Man ist allein im Zimmer, es stört sich also keiner dran“, lacht der Deutsche.

Matratzenlager über der Box

Ikea-Bettwäsche und Wellblech am Kopfende: Dirk Werner posiert auf BMWs Bettenlager über der Box

Mit den 24 Stunden in Dubai und Daytona hat Werner dieses Jahr schon zwei Langstreckenrennen bestritten. Aus Erfahrung weiß er daher, wie wichtig der Schlaf zur Regeneration ist - nicht erst am Rennwochenende. „Ich habe auch schon die letzten Nächte versucht, so lange wie möglich zu schlafen, um ein bisschen vorzubauen“, sagt der Ex-DTM-Pilot, während er AUTO BILD MOTORSPORT stolz die zwei Matratzen über der BMW-Box präsentiert. Hier können sich die Fahrer sofort hinlegen... oder alternativ zurück ins Hotelzimmer pendeln. „Das ist auch nicht weit weg, deswegen fahre ich nach jedem Stint zum Hotel runter.“ Und wie läuft es mit dem Wecken? „Das machen unsere Physios. Die rufen uns rechtzeitig an.“

Abschalten ist wichtig

Nissan-Pilot Nick Heidfeld, für den nach den 24 Stunden von Le Mans letztes Wochenende binnen sieben Tagen nun schon das zweite Mammutprogramm ansteht, hat derweil gelernt, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. „Vor zwei Jahren war ich die ganze Zeit über recht fit. Deswegen habe ich gedacht, ich kann mal mehr vom Rennen gucken und muss mich nicht so ausruhen.“ Anschließend sei das Wachbleiben zur Tortur geworden. „Seitdem probiere ich, wenn ich aus dem Auto raus bin, komplett abzuschalten.“ Leicht falle ihm das aber nicht. „Man ist ja auch Fan, will sehen, was das Team macht... und so verpasst man natürlich viel, das ist manchmal schon schade. Es hilft aber nichts.“ Heidfeld: „Bei anderen Rennen ist es anders, aber hier muss man sich einfach Zeit für sich nehmen.“

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: BMW / ABMS

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