Schrottplatz

2500 Euro Abwrackprämie

— 09.02.2009

Die Branche feiert die Abwrackprämie

Die Abwrackprämie in Höhe von 2500 Euro erfüllt ihren Zweck. Gerade die Hersteller kleinerer Fahrzeuge jubeln über einen Kundenansturm. Doch nicht alle profitieren. Bei den Zulieferern sieht es düster aus.

Die Resonanz auf die Abwrackprämie übersteigt die Erwartungen vieler Autobauer- und Händler. Doch das Bild ist uneinheitlich: Jubel über die Abwrackprämie bei den einen, Katzenjammer über Verluste, Kurzarbeit und Jobabbau bei den anderen. Die Autobranche ist zwischen Hiobsbotschaften und Optimismus hin- und hergerissen. Während die Händler sich teilweise einem Kundenansturm gegenüber sehen, ist vor allem die Lage der Zulieferer düster. Euphorisch äußern sich vor allem Hersteller kleinerer Wagen. Die Abwrackprämie von 2500 Euro für Altautos habe den rasanten Abwartstrend der Branche gestoppt. Toyota-Deutschland-Chef Alain Uyttenhoven ist der Meinung, dass durch den staatlichen Anreiz 2009 eventuell doch noch 2,85 Millionen Neuzulassungen in Deutschland erreicht werden könnten. Im Vorjahr wurden 3,09 Millionen Neuwagen verkauft.

Hier können Sie den Antrag für die Abwrackprämie herunterladen!

Peugeot-Deutschland-Chef Olivier Dardart erwartet allein aufgrund der Prämie 12.000 Verkäufe. Die Bestellungen stiegen im Januar 2009 um über 80 Prozent, weil die Händler "vor allem ihre Bestände im Kleinwagenbereich schnell abverkaufen". Auch bei Fiat reduzierten sich die Lagerbestände drastisch. Mancher Händler fühle sich "sogar an die Zeiten der Wiedervereinigung erinnert", so ein Fiat-Sprecher. Opel und Volkswagen hatten ebenfalls bereits signalisiert, dass sie von der Abwrackprämie profitieren, bei Opel wurde das Ausmaß der Kurzarbeit reduziert. Daimler vollzieht angesichts des Kleinwagenbooms angeblich sogar eine Kehrtwende beim Smart. Der Konzern wolle eine Viersitzer-Variante wiederbeleben. Die Wiedergeburt des forfour?

Zulieferer profitieren nicht

Weniger rosig sieht BMW-Vertriebsvorstand Ian Robertson die Lage: "In der Art, wie diese Prämie konstruiert ist, zielt sie vor allem auf das untere Ende des Marktes". Der typische BMW-Kunde fahre aber nicht unbedingt ein Auto, das weniger wert sei als 2500 Euro. Die von Kurzarbeit, Sparprogrammen und Stellenstreichungen betroffenen Autozulieferer sehen ebenfalls noch kein Licht am Ende des Tunnels. Einer Studie der Managementberatung AT Kearney zufolge droht der Branche in Deutschland 2009 angesichts der Absatzflaute ein Gewinneinbruch von bis zu sechs Milliarden Euro. Das könnte eine Vielzahl von Insolvenzen und den Abbau von 50.000 Arbeitsplätzen in der deutschen Zulieferindustrie zur Folge haben. Der Zulieferer Edscha hat bereits Insolvenz angemeldet, bei Mahle müssen 7000 der 9000 Beschäftigten in die Kurzarbeit.

Auch Italien zieht mit

Unterdessen kündigte auch Italien Hilfe für die schwächelnde heimische Autoindustrie an. Das italienische Kabinett hat nach Angaben aus Regierungskreisen ein Hilfspaket für die Autohersteller des Landes beschlossen. Das Paket enthalte unter anderem Anreize für Pkw-Käufer, sagte ein Regierungsvertreter. Kunden sollten eine Prämie von 1500 Euro für ihr altes Fahrzeug beim Kauf eines Neuwagens erhalten.

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