40 Euro und ein Punkt in Flensburg

Handy am Steuer: härtere Strafen

40 Euro und ein Punkt in Flensburg

— 20.06.2003

Handy am Steuer: härtere Strafen

Wer beim Autofahren das Handy benutzt, muss ab 2004 mit härteren Strafen rechnen. Erlaubt sind Freisprecheinrichtungen und Headsets.

Headset auch weiterhin (bedingt) erlaubt

Telefonieren mit dem Handy am Steuer wird in Deutschland teurer. Ab Januar 2004 steigt die Geldbuße auf 40 Euro (zur Zeit 30 Euro), zusätzlich gibt es einen Punkt in Flensburg. Das will Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) mit einer neuen Verordnung durchsetzen, die im Herbst vom Bundesrat verabschiedet werden soll. Die Zustimmung der Länder gilt als sicher. Damit reagiert Stolpe auf die zunehmende Zahl der Verstöße – im Schnitt halte sich nicht einmal jeder Zweite an das Telefonierverbot ohne Freisprecheinrichtung.

Viele Autofahrer fragen sich allerdings, unter welchen technischen Voraussetzungen das Telefonieren während der Fahrt überhaupt erlaubt ist. Die komfortablen Freisprecheinrichtungen sind nicht billig und müssen aufwändig installiert werden. Ein so genanntes "Headset" ist um ein Vielfaches günstiger – aber vom Gesetzgeber nur bedingt gestattet. "Ob mit oder ohne Knopf im Ohr: Verboten ist es, das Handy während der Fahrt in der Hand zu halten", so Felix Stenschke, Sprecher des Bundesverkehrsministeriums.

Das bedeutet: Mit Headset müssten Rufannahme und Wahlvorgang funktionieren, ohne dass eine Taste am Mobiltelefon gedrückt wird. Diesen Komfort bietet hochwertigeres Zubehör bereits. Trotzdem gilt: Wer ganz auf der sicheren Seite mobil telefonieren will, der sollte – wenn das gefahrlos möglich ist – vor dem Gespräch anhalten und den Motor abstellen. Denn selbst mit der teuersten Freisprechanlage erhöht sich bei Quasselstrippen im Falle eines Unfalls die Mitschuld.

Die Strafen im Ausland

Mit derzeit 30 Euro Bußgeld liegt Deutschland europaweit im unteren Mittelfeld. Richtig teuer wird das Handy am Ohr in Griechenland: Dort werden bis zu 147 Euro fällig. Ein Herz für Mobiltelefonierer haben dagegen die Schweden, die von einem Bußgeld absehen. Allerdings drohen auch hier erhebliche Strafen, wenn der telefonierende Autofahrer in einen Unfall verwickelt wird oder durch unsichere Fahrweise auffällt.

Das bezahlen Handy-Sünder im Ausland (Richtwerte): Belgien ab 25 Euro • Finnland 50 Euro • Frankreich ab 22 Euro • Griechenland bis 147 Euro • Italien ab 33,60 Euro • Irland ca. 60 Euro • Luxemburg bis 74 Euro • Niederlande 136 Euro • Österreich ab 21 Euro • Portugal ab 25 Euro • Spanien bis 91 Euro • Dänemark 67 Euro • Großbritannien 67 Euro • Norwegen 64 Euro • Polen 46 Euro • Schweiz 67 Euro • Slowakei 36 Euro • Slowenien 65 Euro • Tschechien 31 Euro • Ungarn 125 Euro

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