40. Essen Motor Show

Essen Motor Show 2007 Essen Motor Show 2007

40. Essen Motor Show

— 23.11.2007

Im Wandel der Zeit

Die zweitgrößte deutsche Fahrzeugmesse hinter der IAA in Frankfurt öffnet zum 40. Mal ihre Tore. autobild.de feiert das besondere Jubiläum mit einer Reise in die Vergangenheit.

Der Rückblick in das Jahr 1968, dem Geburtsjahr der heutigen Essen Motor Show, zeigt herausragende Ereignisse und bewegende Momente, die für einen Augenblick den Atem stocken lassen: Martin Luther King wird in einem Hotel in Tennessee ermordet, die USA kämpfen in Vietnam, in der Bundesrepublik verüben Andreas Baader und Gudrun Ensslin, spätere Leitfiguren der RAF, einen Brandanschlag auf ein Frankfurter Kaufhaus. Wolfgang Schöller, ein 25-jähriger Industriekaufmann und Hobby-Motorsportler hat in diesem Jahr die Idee, nach Saison-Abschluss die erfolgreichsten Sport- und Rennwagen diverser Rennserien gesammelt zu präsentieren. Im April erfahren die Medien in einer Pressemitteilung von seinem Vorhaben.

"Ich will bloß rein!"

Eröffnung der 1. Internationalen Sport- und Rennwagen-Ausstellung durch OB Nieswandt.

Als Essens Oberbürgermeister Wilhelm Nieswandt am 2. November 1968 die 1. Internationale Sport- und Rennwagen-Ausstellung Essen eröffnet, steht der eigentliche Initiator Wolfgang Schöller bescheiden in der zweiten Reihe. Auf einer – für heutige Verhältnisse – kleinen Fläche von 7000 Quadratmetern werden 40 Exponate der zurückliegenden Renn-Saison gezeigt. Der Brite Graham Hill sichert sich am zweiten Messetag im fernen Mexiko den Formel-1-WM-Titel und zeigt sich wenige Tage später in der Ruhrpottmetropole. Neben einem McLaren-M6B-CanAm-Rennwagen und einem 1000-PS-Dragster ist er der Star in Essen. 57.000 Besucher registrieren die Verantwortlichen bis zum Ende der Veranstaltung, die ganz im Zeichen des Motorsports steht. Eigentlich hatte Messe-Geschäftsführer Walter Bruckmann mit höchstens 30.000 Interessierten gerechnet. Die langen Schlangen am ersten Ausstellungs-Sonntag können nur bewältigt werden, weil er und Wolfgang Schöller als fliegende Kassierer einspringen. Ein Messe-Besucher bezahlt zwei Eintrittskarten (vier D-Mark pro Person) hastig mit einem Zehnmarkschein und raunt dabei: "Stimmt so. Ich will bloß rein!"

Rindt verunglückt, Öl wird knapp

Antwort auf die Ölkrise: Rennfahrer Rolf Stommelen reitet in die Messehallen.

Anfang der Siebziger, die Zukunft der Internationalen Sport- und Rennwagen-Ausstellung Essen scheint auf sicheren Füßen, steht die Messe mit '70, '73 und '74 vor drei schwierigen Jahren. Der führende in der F1-Fahrerwertung Jochen Rindt wird als Pate für die in Jochen-Rindt-Show umbenannte Sport- und Rennwagen-Ausstellung gewonnen. Er verunglückt jedoch am 5. September 1970, wenige Wochen vor Messe-Beginn, tödlich. Trotzdem reicht sein Punkte-Vorsprung – er wird in diesem Jahr posthum Formel-1-Champion. Wegen der Ölkrise 1973 und dem von der Bundesregierung verhängten Sonntags-Fahrverbot erlebt die Messe einen Besucher-Einbruch. Nach knapp 150.000 Besuchern im Vorjahr werden lediglich 84.000 gezählt. Ein Jahr später muss zudem die Ausstellungsfläche verringert werden: Mit 36.000 Quadratmetern stehen 4000 qm weniger zur Verfügung als im Vorjahr.

Neuer Name, neue Rekorde

1978 wird die seit 1973 stattfindende Motorrad-Show-Essen in das Konzept integriert. Ein neuer Titel wird fällig: Die Internationale Motor-Show-Essen ist geboren. Im selben Jahr wird ein neuer Besucher-Rekord verzeichnet: 160.000 Motor-Show-Fans kommen in den Pott. Nach weiteren Besucheranstürmen in den Jahren '84 (über 200.000), '86 (285.000) und '88 (332.800), wird das Show-Center in die benachbarte Gruga-Halle ausquartiert. Der VDAT-Verband Deutscher Automobil-Tuner quittiert das wachsende Interesse an der Essen Motor Show mit einem erweitertem Engagement 1992. Die Doppelhalle 10/11 wird zur "offiziellen" VDAT-Halle. Ein junger, talentierter Formel-1-Pilot namens Michael Schumacher erhält die Ehrung "ADAC-Motorsportler des Jahres".

2000 D-Mark Preisgeld für den 5.000.000. Besucher

1993 begrüßen die Veranstalter den fünfmillionsten Besucher.

Mit über fünf Millionen Besuchern seit 1969 gratuliert Messe-Organisator Wolfgang Schöller 1992 dem Fünfmillionsten mit einem Preisgeld von 2000 D-Mark. Die Automobil-, Oldtimer-, Tuning- und Motorsport-Messe wird immer mehr zum Schauplatz großer Ereignisse in der Automobil-Branche.  Neben der Wahl zum  "Motorsportler des Jahres", den "Sportlichsten Autos des Jahres", finden zunehmend Aktionen von Industrie und automobilnahen Dienstleistern statt (DEKRA 1995: "Kindersitze find' ich Spitze"). 1996 steht eine leichte Modifizierung des 1978 eingeführten Veranstaltungs-Titels (Internationale Essen-Motor-Show) an: Essen Motor Show International. Im darauf folgenden Jahr feiert die Nummer zwei unter den deutschen Fahrzeugmessen ihr 30-jähriges Jubiläum. Geburtsvater Wolfgang Schöller trägt sich in das Stahlbuch der Stadt Essen ein.

Mit Messe-Halle 3 ins neue Jahrtausend

Zeichen einer neuen Zeit: Trash hält in Essen Einzug.

Pünktlich zur Essen Motor Show 2000 wird die Messe-Halle 3 in Betrieb genommen. Der 200 Millionen D-Mark teuere Neubau ermöglicht die Ausweitung des Ausstellungsareals um 20.000 auf 110.000 Quadratmeter. So gerüstet übersteigt im folgenden Jahr die Besucherzahl erstmalig die 400.000-Marke. Der stetige Besucher-Ansturm, vor allem in den ersten Messetagen, bewegt die Organisatoren 2002 zum Schritt, erstmalig einen Presse- und Fachbesuchertag abzuhalten. Drei Jahre später, Deutschland wird von einem Wintereinbruch überrascht, geht aufgrund der erschwerten Anreise die Besucherzahl um zehn Prozent zurück. Erinnerungen an die Ölkrise '73 werden wach. Der Erfolg in Essen steht und fällt bezeichnenderweise mit den äußeren Bedingungen. 2006 finden allerdings wieder knapp 400.000 interessierte Besucher den Weg nach Essen.

Hier geht es zum großen Tuning-Messe-Rückblick in Bildern!

Plakate der Essen Motor Show von 1968 bis 2007

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