4x4 Challenge von Nissan und AUTO BILD

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4x4 Challenge von Nissan und AUTO BILD

— 15.12.2006

Der Wüstenkönig

Entscheidung in der Wüste: Nach den Vorrunden in Andalusien, Kappadokien und Sardinien trafen sich die zwölf Besten der Nissan 4x4 Challenge zum Finale in Tunesien. Unter der Sahara-Sonne floss der Schweiß – bis der strahlende Sieger nach harten Prüfungen feststand. Lohn der Arbeit: ein Nissan Pathfinder im Wert von rund 40.000 Euro.

"Wir waren sooo kurz vor dem Kippen!"

Haushoch türmen sich die Dünen. So weit das Auge reicht nichts als feiner Sand, bis zum Horizont reiht sich Dünenkamm an Dünenkamm. Das weite Gebiet des Grand Erg Oriental wirkt wie ein gewaltiger Sandkasten, in dem die Pathfinder, Navara und Patrol der Nissan 4x4 Challenge wie Spielzeugautos herumwuseln. Aus der Ferne sieht das Fahren leichter aus als es ist. Schnell wird den Teilnehmern klar: Dies ist kein Sonntagsausflug. Erst nachdem jeder Luft aus den Reifen gelassen hat, klappt es besser und Iris (36), eine der beiden Frauen unter den zwölf Finalisten, ruft begeistert: "Boah, macht das Spaß!" Wer sich festfährt – und das passiert anfangs am laufenden Band – wird schnell von einem der Helfer des Organisationsteams freigeschleppt. Schnell haben die Kandidaten gelernt: Der Trick im Sand besteht darin, die Dünenkämme mit so viel Schwung anzufahren, dass der Wagen weder bei der Auffahrt verhungert, noch mit zu viel Speed über die Kuppe fliegt.

Dünenfahrschule: Anlauf nehmen und dosiert Gas geben, sonst verhungert man auf der Kuppe.

Am nächsten Tag wird es immer schwieriger, eine Passage durch die Dünenlandschaft zu finden, und Bettina (30), die zweite Dame unter den Besten des Jahres 2006, gesteht freimütig: "Da möcht' ich lieber nicht selber eine Spur legen – das ist ja übel!" Je höher die Sonne klettert, desto mehr trocknet der Sand und wird dann weich wie Puderzucker. Am Nachmittag im Camp 2 ist allen die Anspannung anzumerken. Doch jetzt geht es erst richtig los, denn die ersten Tasks stehen an. Die Challenger müssen zeigen, wie gut sie mit einem GPS-Gerät umgehen können und einen im Gelände versteckten Kanister finden, der dann zum Auto geschleppt und möglichst schnell in den Tank gekippt werden muss. Beim anschließenden Sandtrial mit einem Patrol kann jeder die gewonnenen Erfahrungen in den Dünen umsetzen. Andreas (46) meint anerkennend: "Unglaublich, wie dieses Auto durch die Dünen krabbelt!"

Aber das ist erst der Anfang, denn am nächsten Tag tauchen immer höhere Dünenkämme auf. Die Geländewagen-Karavane kämpft sich tiefer in die Sahara, plötzlich aufschießende Sandfontänen bedeuten meist, dass ein Pathfinder zu wenig Schwung hatte und sich mit drehenden Reifen nur noch eingräbt. Alles kein Problem, kurz den Bergegurt am folgenden Fahrzeug eingehängt – ein kurzer Ruck und das Auto ist freigeschleppt.

Teamarbeit beim Reifenwechsel: Bettina greift beherzt zur Schaufel.

In der Ferne kann man die einsamen Tafelberge von Tembain entdecken, an deren Fuß Camp 3 aufgebaut wird. Noch aber zeigt das Thermometer mehr als 30 Grad, und vor der verdienten Ruhe müssen die Challenger weitere Prüfungen absolvieren: Ein Radwechsel ohne Wagenheber klappt nur, wenn der Wagen so geschickt in eine Verschränkung gefahren wird, dass ein Rad in der Luft hängt. Hektisch werden die Muttern gelöst und das Ersatzrad montiert – kein Wunder, dass im Eifer des Gefechts ein paar Radmuttern auf der Strecke bleiben. Kombinationstalent ist in einem Pylonenlabyrinth gefragt, in dem die Teams eine Abfolge von drei Toren finden und schnellstmöglich durchfahren müssen. Danach ist vorsichtiges Taktieren angesagt: Genau fünf Minuten hat jeder Zeit, um einen Parcours zu durchfahren, wer schneller oder langsamer ist, bekommt Abzüge.

Obwohl alle Kandidaten am Abend ganz schön geschafft sind, klettern sie auf den Gipfel des höchsten Tafelbergs, um zu beobachten, wie die Sonne als blutroter Ball hinter dem Horizont versinkt. Ungläubiges Staunen am nächsten Morgen: Die Berggipfel sind verschwunden, über das ganze Camp hat sich dichter Nebel gelegt. Die Temperaturen sind nachts auch in den Keller gefallen und mit klammen Fingern klettern alle aus ihren Zelten. Wo ist Frank, der Koch? Bei ihm kriegt man sicher eine Tasse mit dampfendem Kaffee, der die Sinne wieder belebt. Viel Zeit bleibt nicht, denn weitere Aufgaben wie ein Speedtrack warten: Geschwindigkeit ist nicht alles, denn die schweren Geländewagen müssen exakt an einer Pylone gestoppt werden. "Das Ding hat ja einen Bremsweg wie ein Öltanker!", wundert sich da so mancher, der zu spät auf die Bremse getreten ist. Es folgt eine Team-Task, bei der die Challenger mehrere Geländepunkte ansteuern müssen – was nicht immer ganz leicht ist, denn Iris meint hinterher gestresst: "Eh, wir waren sooo kurz vor dem Kippen! Das war das erste Mal, dass ich richtig Angst hatte."

Wer krallt sich den Nissan Pathfinder?

Wieder sinkt die Sonne, doch an Ruhe ist nicht zu denken, verschiedene Nachtprüfungen stehen auf dem Programm. Unter dem blinkenden Sternenzelt erwartet die Challenger eine "Blindflug-Simulation": In einer Sandpfanne müssen sie einen Rundkurs mit virtuellen Toren abfahren, der als Track in das GPS-Gerät vor der Windschutzscheibe eingegeben ist. Sicht gleich null – nur die Innenbeleuchtung und die Standlichter glimmen in der Dunkelheit. "Das ist ja wie in einem Videospiel!", ruft Frank (35) erstaunt, ehe ihn eine Bodenwelle aushebelt und er eines der virtuellen Tore verpasst. Sein Ergebnis ist trotzdem nicht schlecht, denn solche Patzer passieren auch den anderen.

Lotse: Ans Ziel kommen mit GPS.

Wieder Nebel am nächsten Morgen, feuchte Schlafsäcke werden zusammengerollt, überall rieselt der feine Sand aus den Ritzen, jeder sehnt sich nach einer Dusche und einem warmen Bett. In der Wüste gibt es aber keine Dusche, und das Bett für diese Woche ist und bleibt eine Isomatte. Die Geländewagen schaukeln bald nach dem Frühstück durch die Dünenkämme wie Nussschalen auf hoher See, bevor der Tross das letzte Wüstencamp auf einer beeindruckenden Düne erreicht. Prima Gelände für ein Sandtrial, anschließend simuliert man ein Bergemanöver mit einem Ersatzrad als Erdanker für die Seilwinde. An diesem Abend rollen sich alle reichlich erschöpft in ihre Schlafsäcke.

Showdown in der Wüste: Der letzte Tag bringt die Entscheidung, wer nun den Hauptpreis, einen Nissan Pathfinder im Wert von rund 40.000 Euro, gewinnen wird. Für den Desert-Run, einen 15-Kilometer-Lauf auf vier Etappen, mobilisiert jeder der Teilnehmer seine letzten Kräfte. Die Zweier-Teams müssen sich aufteilen, einer fährt die Strecke im Auto, der andere muss laufen. Frank hat wirklich Pech, ausgerechnet jetzt erwischt ihn eine Magenkolik, er wird ärztlich behandelt und an Laufen ist nicht mehr zu denken. Sein Partner Jens (39) muss jetzt alle vier Etappen alleine bewältigen! Ausgepumpt kommt er zum dritten Kontrollpunkt und gießt sich eine Flasche Wasser über den Kopf. Die vierte Etappe unter der sengenden Sonne wird mörderisch, doch da zeigt sich der Teamgeist der Challenge: Er muss nicht alleine laufen, die anderen unterstützen ihn nach Kräften, fast gemeinsam erreichen sie das Ziel.

Freut sich über den Gewinn eines Nissan Pathfinder: Sebastian Sauerbrei.

Geschafft! Nach über 700 Kilometern, davon rund 200 Kilometer durch reine Dünenlandschaft, und 17 schweren Tasks ist die Nissan 4x4 Challenge in der Oase von Ksar Ghilane angelangt. Jeder freut sich über die lang entbehrte Dusche im stimmungsvollen Zelthotel "Pansea Ksar Ghilane", bevor es zur mit Spannung erwarteten Siegerehrung geht. Der tapfere Jens hat sich einen zweiten Platz erkämpft und muss sich nur Sebastian Sauerbrei geschlagen geben. Der wird Wüstenkönig. Und braucht eine Weile, bis er realisiert, dass er der Sieger ist. Dann meint er trocken: "So viel Sand habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht geschluckt!" Der hilfsbereite Martin (43) gewinnt die Teamwertung, als Anerkennung darf er einen Beduinen-Dolch in Empfang nehmen. Auch das ist charakteristisch für die 4x4 Challenge: Trotz Konkurrenzkampf bleibt der Teamgeist nicht auf der Strecke. Und so gibt es keine Verlierer, denn dieser abenteuerliche Wüstentrip wird allen noch lange im Gedächtnis bleiben.

Autor: Luitpold Leeb

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