Deutscher Bundestag

500 Millionen für Elektromobilität

— 27.03.2009

Elektro-Entwicklungshilfe

Deutschland will sich einen weltweiten Spitzenplatz in Sachen Elektromobilität sichern. Das lässt sich der Bund einiges kosten: Insgesamt 500 Millionen Euro sind im Konjunkturpaket II bis 2011 dafür veranschlagt.

Eine Million Elektroautos und Plug-in-Hybriden sollen im Jahr 2020 über Deutschlands Straßen rollen. Nicht nur nach dem Willen der Bundesregierung möglichst viele davon aus deutscher Produktion. Keine Fantasie, sondern ein politisches Ziel. Zur Verwirklichung hat der Bund in seinem am Mittwoch, 25. März 2009, im Bundestag verabschiedeten Konjunkturpaket II insgesamt 500 Millionen Euro für den Bereich Elektromobilität vorgesehen. Eine Allianz aus Politik, Industrie und Wissenschaft soll Deutschland darin zum Leitmarkt machen. Doch die Konkurrenz schläft nicht: So will US-Präsident Barack Obama sogar 150 Milliarden Dollar in saubere Energietechnologien investieren und mit einem Kredit über 25 Milliarden Dollar Hersteller und Zulieferer bei der Produktion von kraftstoffsparenden Fahrzeugen unterstützen.

115 Millionen für Förderprogramm "Modellregionen Elektromobilität"

Insgesamt fünf Ministerien profitieren von dem auf zehn Jahre ausgelegten Entwicklungsplan Elektromobilität: das Verkehrs-, das Forschungs-, das Wirtschafts-, das Umwelt- und das Landwirtschaftsministerium. Inzwischen sind konkrete Maßnahmen zur Umsetzung des Planes bekannt: So stellt beispielsweise das Verkehrsministerium 115 Millionen Euro für ein Förderprogramm "Modellregionen Elektromobilität" zur Verfügung. In ausgewählten Regionen sollen Elektro-Pkw und -Motorräder, Diesel-Hybrid-Lastwagen oder Stadtbusse mit Batteriespeicher getestet werden. Fünf Millionen Euro stehen zur Erprobung von Elektrofahrrädern bereit. In den noch zu bestimmenden Pilotregionen würden öffentliche Ladestationen aufgebaut werden, kündigte Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) in der "Saarbrücker Zeitung" an.

Forschungsministerium fördert Entwicklung von Batterien

Forschungsministerin Schavan (CDU): "Mobile Energiespeicher sind das Herzstück von Elektrofahrzeugen."

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Entwicklung modernster Lithium-Ionen-Batterien – nicht nur aus den Mitteln des Konjunkturpakets. Zusätzlich zu den dort veranschlagten 59 Millionen Euro bringt das Ministerium von Annette Schavan (CDU) selbst noch einmal 60 Millionen Euro auf. Sie fließen in die Arbeit der Innovationsallianz "Lithium Ionen Batterie LIB 2015". Das 2007 von BASF, Bosch, Evonik, Li-Tec und VW gegründete Industriekonsortium, in dem insgesamt 60 Partner kooperieren, will selbst über mehrere Jahre rund 360 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung des modernen, aber (noch) sehr teuren Speichermediums stecken. Bis 2015 solle "eine neue Generation von leistungsfähigen, bezahlbaren, sicheren und langlebigen Batterien" entwickelt sein, heißt es in einer Mitteilung.

Standort Kamenz soll profitieren

Ein besonders geförderter Standort soll Kamenz in Sachsen werden. Dort arbeiten Daimler und die Evonik-Tochter Li-Tec an einer Produktionstechnologie für Lithium-Ionen-Akkus, die möglichst 2011 in Serie produziert werden sollen. Das Forschungsministerium plant zudem die Einrichtung eines Kompetenznetzwerkes Systemforschung Elektromobilität sowie den Aufbau von Kompetenzzentren in der Elektrochemie an ausgewählten Hochschulen. Beide Maßnahmen sollen mit je 30 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II unterstützt werden.

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