6. DTM-Lauf 2005

6. DTM-Lauf auf dem Norisring 6. DTM-Lauf auf dem Norisring

6. DTM-Lauf 2005

— 18.07.2005

Crash-Kurs an der Noris

Rekordkulisse und reichlich was los: Mercedes-Pilot Paffett siegt beim Schrott-Festival. Sechs Renn-Legenden sammeln 500.000 Euro.

Turbulenzen vom Start weg

Diesmal kamen sogar Stock-Car-Fans auf ihre Kosten: Nur zehn von 20 Autos im Ziel, ein Safety-Car im Dauereinsatz und einen folgenschweren Rempler kurz vor Schluß. Das alles bot sich dem aufmerksamen Publikum beim 6. Lauf zur Deutschen Tourenwagen-Masters auf dem Norisring. Zur Freude der Veranstalter gab sich an diesem Wochenende die DTM-Rekordkulisse von 143.000 Zuschauern die Ehre. Sie feierten am Sonntag Sieger Gary Paffett und tags zuvor sechs Ex-Weltmeister, die für einen guten Zweck ein Comeback starteten.

Schon am Start des Hauptrennens ging's turbulent zu: Heinz-Harald Frentzen geriet in seinem Opel Vectra GTS V8 unverschuldet in eine Kollision und dadurch ans Ende des Feldes. Am Ende einer großartigen Aufholjagd sprang für den Ex-Formel-1-Piloten noch Platz sechs und damit das beste Opel-Resultat heraus. In Runde sechs wurde Frentzens ehemaliger F1-Kollege Mika Häkkinen (36) von Teamkollege Jamie Green (23) gestoppt: Der junge Brite kollidierte mit dem alten Finnen ("Irgendjemand hat Mist gebaut") – das frühe Aus für beide AMG-Mercedes C-Klassen.

Die 30. Runde forderte die nächsten Opfer: Rinaldo Capello raste mit seinem Audi A4 DTM in eine Mauer und hinterließ eine folgenschwere Ölspur. Auf der verabschiedete sich kurz darauf Marcel Fässler mit seinem Vectra – dummerweise lag der Schweizer zu diesem Zeitpunkt in Führung. Mit dem Safety-Car kam dann der Geistesblitz der Stern-Teamleitung. Als das Rennen gleich für acht Runden neutralisiert war, absolvierte Paffett nur einen Umlauf nach seinem ersten Pflichtstop seinen zweiten Halt – und fiel (nur) auf Rang zehn zurück.

Prost gewinnt "Rennen der Legenden"

Seine folgende Aufholjagd führte den 24jährigen nach 44 Runden an Titelverteidiger Mattias Ekström vorbei auf Platz zwei und nach 72 Umdrehungen (165,6 Kilometer) schließlich zum Sieg. Auf den Plätzen folgte mit dem Kemptner Christian Abt im Vorjahres-Audi sowie Ekström, dem Schotten Allan McNish und Martin Tomczyk (Rosenheim) ein Quartett in Fahrzeugen aus Ingolstadt. Glück für Paffett: Der amtierende Champion Ekström wurde lange von Kollege Abt aufgehalten und in der letzten Runde von Manuel Reuter rüde gerempelt. Ein Attacke, die dem Opel-Mann 30 Sekunden Strafzeit und Rang neun statt Platz drei einbrachte.

In der Fahrerwertung übernahm Gary Paffett (44 Punkte) nach seinem dritten Saisonsieg die Führung vom Schweden Ekström (41), es folgt Le-Mans-Legende Tom Kristensen (Dänemark; Abt-Audi A4). In der Markenwertung überholte Audi mit nun 111 Zählern Mercedes-Benz (105).

Apropos Legenden: 15 Weltmeistertitel und 184 gewonnene Grand Prix gingen am Samstag für den guten Zweck in 500 PS starken DTM-Rennern auf die Strecke. Wie in guten alten Zeiten lag am Ende der "Professor" vorn: Alain Prost, einst viermal F1-Weltmeister, gewann ein Einzelzeitfahren gegen Emerson Fittipaldi (Brasilien/2 Titel), Nigel Mansell (England/1), Jody Scheckter (Südafrika/1) sowie die Motorrad-Asse Johnny Cecotto (Venezuela/2) und Mick Doohan (Australien/5). Angeblich hat Prost bereits ein Hersteller-Angebot für einen DTM-Einstieg vorliegen. "Die Spekulation ist ganz interessant, aber wieso eigentlich nicht? Ich genieße momentan das Leben und sage niemals nie", sagte der Franzose geheimnisvoll. Wichtiger als sein Sieg war jedoch der Erlös des Einlage-Events: 500.000 Euro für verschiedene Charity-Projekte.

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