74. Genfer Salon

74. Genfer Salon

— 03.03.2004

Zwischen Hoffen und Bangen

Wenn Genf traditionell als Stimmungs-Barometer fr die europischen Automrkte gilt, dann ist eher Hagel statt Sonne angesagt.

Der Genfer Salon ist so etwas wie die gute Stube der Auto-Messen. Denn zuerst in der franzsischen Schweiz zeigen die Hersteller ihre Premieren frs laufende Jahr. Zum bereits 74ten Mal beginnt mit dem Salon der Auto-Frhling. Doch diesmal weht im milden Genf ein kalter Wind. Und der blst den Autobauern ins Gesicht.

Zwar sei die "automobile Trendwende greifbar" nah, so die Beschwrungsformel von Rolf Leuchtenberger, Prsident des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK). Nicht zuletzt, weil die Zulassungszahlen fr den Februar im Gegensatz zum dsteren Januar deutlich gestiegen sind. "Aber den groen Zulassungsschub hat der Monat noch nicht gebracht", sagte VDA-Prsident Bernd Gottschalk zu Beginn der Messe. Und unterstrich damit die eher verhaltene Stimmung auf dem diesjhrigen Salon.

"Die Genf-Euphorie hlt sich in Grenzen", kommentierte auch Auto-Professor Ferdinand Dudenhffer die Marktlage. Zwar sei der europische Automarkt 2004 besser als erwartet gestartet, doch in Deutschland "der Knoten noch nicht geplatzt". Es fehle die Kauflaune, sagte der Experte, und der Markt entwickle sich sehr langsam.

Deshalb rechnet Dudenhffer auch nur noch mit 3,4 statt 3,45 Millionen Neuwagenverkufen in diesem Jahr. Knapp darunter liegt ZDK-Prsident Leuchtenberger, der ein Zulassungsplus von drei Prozent auf 3,35 Millionen Pkw erwartet: "Die Qualitt des Autojahres 2004 entscheidet sich erst im Mrz und April."

Solche Hoffnungen hat Mercedes-Chef Jrgen Hubbert frs erste Halbjahr offenbar nicht mehr. Die Verunsicherung bei den deutschen Autokufern sei noch nicht aufgelst und er habe keine Signale, warum ber Nacht der Konjunkturfrhling ausbrechen sollte, sagte Hubbert. Fr die Mercedes Car Group (MCG) mit den Marken Mercedes-Benz, Maybach und Smart habe sich im Februar noch keine Trendwende gezeigt.

Zuversicht demonstriert dagegen VW-Konzernchef Bernd Pischetsrieder angesichts der langsam steigenden Golf-Nachfrage. Die Ordereingnge fr die aktuelle Golf-Reihe seien doppelt so hoch wie beim Vorgngermodell zum gleichen Zeitpunkt. Der Konzernchef bekrftigte das Absatzziel von 600.000 Golf. Die VW-Modelloffensive zahle sich aus, sobald der Frhling im Automobilmarkt kommt, betonte Pischetsrieder.

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