911 Carrera S von Techart: Fahrbericht
— 14.03.2012
Der erste veredelte neue Elfer
Der 991 ist noch kein halbes Jahr alt, da rollt auch schon der erste, komplett veredelte Elfer an. Techart spendiert dem neuen Carrera S viel, viel Gelb, einen Flügel und starke innere Werte.
Racinggelb ist die neue Hausfarbe von Tuner TechArt. Der Porsche-Veredler wird 2012 alle seine Elfer,
Boxster,
Panamera und
Cayenne in Racinggelb tauchen. Den Anfang macht der neue
911 mit dem ersten kompletten Bodykit. Wir konnten das knallgelbe Coupé kurz vor dem Weg in die Schweiz exklusiv einer Probefahrt unterziehen. Als der Hänger auf den Malmsheimer Flugplatz rollt, kommen uns noch Gedanken in den Sinn wie "der hat bestimmt nur 'ne kleine Lippe vorn und hinten und zwei Endrohrblenden. Und grau ist er bestimmt auch noch." Als dann aber Pressemann Alexander Kienborn die Ladeluke herablässt, fangen unsere Augen an zu glänzen: die des Autors vor freudiger Überraschung und die des Fotografen, weil er heute leichtes Spiel hat.
Hintergrund: So testet AUTO BILD
TechArt zeigt beim Interieur, was individuell möglich ist.
Der 991 von TechArt ist keine graue Maus, es ist ein knallgelber Knaller. Beim Runterrollen fallen sofort der neue Heckflügel und die vier mattschwarzen Endrohre ins Auge. Auf den ersten Blick erinnert das eher an einen Turbo als an einen Carrera S. Wem das Leitwerk zu hoch baut, dem will TechArt in Zukunft auch eine dezentere Variante offerieren. Der Start des Boxers verzückt mit herrlich kernigem Sound. TechArt bietet bereits in Genf die klappengesteuerte Sportabgasanlage an. Neben dem Klang sind die Rohre auch für zehn Mehr-PS gut. Das Gelbstück ist fast vom Hänger, da erkennen wir die neugezeichneten Seitenschweller und die 20 Zoll großen Formula-Räder. Die hauseigenen Rundlinge begeistern mit mattschwarzer Lackierung samt racinggelbem Felgenrand. Die Michelin-Super-Sport-Gummis messen 245/35 und 305/30. Die geringere Fahrzeughöhe von 10 Millimetern gegenüber dem Serienauto mit PASM-Fahrwerk geht auf das Gewindefahrwerks zurück. Besondere Vorsicht beim Herabrollen erfordert die Frontschürze. Die tief hängende Spoilerlippe verfügt über einen integrierten Splitter, der links und rechts zwei Lufteinlässe für die Bremsenkühlung aufweist. Außerdem fallen die beiden schräg in den äußeren Lufteinlässen sitzenden Aerowings auf.
Ein Artikel aus AUTO BILD SPORTSCARS
Das Heckleitwerk mit kleinem Bürzel wird es auch in einer flacheren Variante geben.
Zusammen mit den in Wagenfarbe lackierten Scheinwerferringen erhält der 991 so einen völlig neuen "Gesichtsausdruck". Das per Auspuffanlage um etwa zehn PS erstarkte Triebwerk hat inzwischen Betriebstemperatur erreicht, wir schreiten zur ersten Probefahrt. Wow! Der Innenraum empfängt den Piloten mit von feinem Alcantara und gelben Nähten verzierten Sportsitzen. Beim genaueren Hinsehen entdecken wir liebevolle Details wie den schwarz-gelben Schaltknauf und die gelb lackierte PDK-Infoleiste auf dem Lenkrad. Und wie fährt er sich nun? Wie ein Elfer natürlich, nur noch ein bisschen sportlicher. Zum einen durch den aggressiven Boxersound, zum anderen vermittelt das Gewindefahrwerk noch mehr Schärfe als die Serienversion mit PASM. Die Vorderachse lenkt noch gieriger ein, die Karosserie wankt noch weniger, dennoch steckt das Fahrwerk kleine Bodenwellen sauber weg. Für etwas mehr Schub wird demnächst ein kleines Leistungskit (plus 35 bis 40 PS) sorgen. Klar, wer schön sein will, muss leiden. Die TechArt-Kur ist nicht billig, Preise standen zum Redaktionsschluss aber noch nicht fest. Nur so viel: Damit Ihr Elfer so aussieht wie dieses racinggelbe Exemplar, sollten sie zu den 108.000 Euro eines Carrera S noch einmal rund 60.000 Euro rechnen.
Kommentare zum Artikel (17)
Erstellt
Inhalt
Melden
Richtig beobachtet, wiegepaul: "und macht euch doch nichts vor: in unserem Land ist ein Auto noch immer für die Meisten ein wichtiges Statussymbol und Objekt der Selbstdarstellung."
Ist bedenklich aber wahr...
Im übrigen, gebe icht dir recht, das siriusgelb von Renault ist viel schöner als dieses gelb.
und macht euch doch nichts vor: in unserem Land ist ein Auto noch immer für die Meisten ein wichtiges Statussymbol und Objekt der Selbstdarstellung.
oder anders gesagt:
ein Deutscher fährt mit einem teuren Auto in ein billiges Restaurant, ein Franzose mit einem billigen Auto in ein teures Restaurant
Das also bei solchem Mainstream-Gedankengut ein gelber verspoilerter Porsche als prollig bewertet wird, von Menschen, die einen im panzerspähwagendesign überstylten Aucedes in dunkelmettalloptik auf dezenten 20Zöllern als 4TürenCoupe !! als Stilvoll wahrnehmen, zeugt wohl von differenzierender Wahrnehmung
Prollig dummbeutelhaft engstirnig arrogant sind doch wohl eher all jene, die glauben ein Auto müsse unbedingt Eleganz verströmen und dazu unbedingt dunkel sein.
Auch bei einem Lamborghini würde man das Gelb eher als normal wahrnehmen.
Immerhin entspricht die Gestaltung dieses Porsche seinem eigentlichen Einsatzbereich:
der Rennstrecke
Das Gelborange bei Porsche und VW aus den 70gern war auch sehr schön. Damals war es übrigens ganz normal, dass nicht 90 % der Fahrzeuge Dummdunkel waren. Schnelle Sportwagen waren überwiegend grell farbig, welches im Übrigen auch viel fröhlicher ist.