Team Deutschland, Michael Ammermüller

A1 GP: Malaysia 2007

— 26.11.2007

Deutschland disqualifiziert

Es hatte so gut angefangen. Nach guten Startplätzen für beide Läufe (3. im Sprintrennen, 4. im Hauptrennen) ging Michael Ammermüller in beiden Rennen beherzt und aggressiv zu Werke. Die Sportkommissare reagierten aggressiver.

Nachdem das A1 Team Germany von Willi Weber beim dritten Lauf zum A1 GP World Cup of Motorsport in Malaysia sein bislang bestes Saisonergebnis erzielt hat, brachte eine ungewöhnlich harte Entscheidung der Sportkommissare das Team nach Rennende um alle Punkte. Einsatzpilot Michael Ammermüller, der sich bei seinem Debüt für die zweite Startreihe in Sprint und Rennen qualifiziert hatte, erreichte im Sprint zunächst den dritten Platz. Durch eine Zeitstrafe von 25 Sekunden fiel er jedoch auf den 16. Platz zurück und wurde aus dem Hauptrennen ausgeschlossen. Michael Ammermüller startete in Sepang am Steuer des 550 PS starken A1-GP-Rennwagens als Vierter in das Sprintrennen. Bereits nach den ersten Runden übte er Druck auf seinen kanadischen Vordermann Robert Wickens aus. In der zehnten und letzten Runde überholte Ammermüller seinen Widersacher. Wegen einer Berührung beider Autos belegten die Sportkommissare das deutsche Team allerdings nach Ende beider Läufe mit der Zeitstrafe, durch die es um 13 Positionen zurückfiel.

Fehler beim stehenden Start kostete drei Positionen

Zu Beginn des Hauptrennens verlor der von Platz drei gestartete Rennwagen des deutschen Teams drei Positionen, da Michael Ammermüller den stehenden Start mit einer Fußkupplung nicht mehr gewohnt war. In Runde sechs attackierte er den Iren Adam Carroll und verbesserte sich auf die fünfte Position. Auch nach seinem ersten obligatorischen Boxenstopp wahrte er den fünften Rang. In Runde 20 attackierte der Neueinsteiger das auf Platz vier fahrende A1 Team Great Britain, beide Autos drehten sich. Dafür erhielt der Niederbayer zunächst eine Durchfahrtstrafe, die ihn auf Platz 18 zurückwarf. In der 28. von 35 Rennrunden absolvierte das Einsatzteam von David Sears Motorsport für das A1 Team Germany den zweiten vorgeschriebenen Boxenstopp in souveräner Routine. Bis ins Ziel verbesserte sich Ammermüller auf den 13. Platz. Dann allerdings folgte eine zusätzliche Strafe: Die Sportkommissare beurteilten den Fall erneut und schlossen das Team aus dem Hauptrennen aus.

Ammermüller hatte Spaß, Weber will A1-Zukunft überdenken

Michael Ammermüller: sehr gutes Qualifying aber zu aggressiv im Rennen.

Michael Ammermüller: "Mein erstes A1-GP-Wochenende hat Spaß gemacht, auch wenn es nicht so geendet hat, wie ich es mir vorgestellt habe. Das Sprintrennen mit dem fliegenden Start begann gut, obwohl ich von der schlechteren Linie auf der Strecke starten musste. Platz drei war ein schönes Ergebnis. Umso härter traf uns die Zeitstrafe. Im Rennen unterlief mir ein Fehler beim stehenden Start und ich fiel zurück. Ich habe seit zwei Jahren kein Fahrzeug mit Fußkupplung mehr im Rennen bewegt, ich kenne nur noch die Handkupplung. Viele Gegner mit aktueller Formel-3-Erfahrung hatten heute sicher einen Vorteil. Nach der ersten Runde war ich Sechster, dann überholte ich Adam Carroll. Das britische Auto wollte ich nach meinem Boxenstopp in Kurve 1 überholen, war aber zu optimistisch – wir drehten uns beide. Dafür gab es eine Durchfahrtstrafe und später den Ausschluss. Trotzdem: Unser Tempo am Wochenende war gut, das Team arbeitet erstklassig, und auch im Rennen hätten wir ohne die Strafen ein ordentliches Ergebnis erreichen können."

Willi Weber: "Zunächst zu den positiven Seiten des Rennens: Der erste Auftritt von Michael Ammermüller in unserem Team in Malaysia hat mir sehr gut gefallen. Er saß das erste Mal an einem Rennwochenende in unserem Auto, nachdem er vor 15 Monaten ein einziges Mal unseren Rennwagen getestet hatte. Michael hat seine Arbeit gut gemacht und sich von den Trainings über die Qualifyings bis zum Rennen gesteigert. Ich stehe voll und ganz hinter Michael Ammermüller. Ich freue mich, dass er bei uns im Team ist – er wird es auch weiterhin bleiben. Leider sahen die Sportkommissare das Renngeschehen anders und bestraften ihn außergewöhnlich hart. Sehr negativ finde ich, dass das längst abgeschlossene Sprint-Rennen später noch einmal im Licht des Hauptrennens anders bewertet wurde. Der Ausschluss im Hauptrennen ist für mich ebenfalls nicht verständlich, da alle Beteiligten nach den Kollisionen weiterfahren konnten, ins Ziel kamen und wir mit einer Durchfahrtstrafe bereits sehr hart bestraft worden sind. Dieses ungewöhnliche Strafmaß erfordert es, dass wir sehr ernsthaft darüber nachdenken, wie wir unsere Zukunft in dieser Serie gestalten."

Nächster Lauf: 14. bis 16. Dezember 2007, Zhuhai (Volksrepublik China)
A1 GP Gesantwertung
Platzierung Nation Punkte
1. Schweiz 61
2. Frankreich 53
3. Neuseeland 46
4. Niederlande 39
5. Südafrika 37
6. Großbritannien 36
7. Irland 31
8. Brasilien 22
9. Mexiko 17
10. China 16
11. Deutschland 14

Autor: Sven-Jörg Buslau

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