A3/Golf/Leon/Octavia: Test
— 18.02.2013
Der Königsmörder
Riesen-Überraschung im ersten Vergleichstest: Der Skoda Octavia siegt gegen seine Plattform-Brüder Audi A3 Sportback, Seat Leon und VW Golf.
Vorn die Bayern, dann der Rest. So wie Bayern München die Bundesliga in diesem Jahr dominiert, ist es seit Jahren in der Kompaktklasse. Erst der
Golf, dann die anderen. Nicht etwa weil Deutschlands meistverkauftes Auto bei den Testern einen Bonus hat, sondern weil
VW ihm über Jahre und bei jedem Modellwechsel eine technische Reife verpasste, die bislang kein Konkurrent erreichte. Bislang. Denn im vergangenen dreiviertel Jahr hat der VW-Konzern gleich vier neue Kompaktmodelle mit der gleichen technischen Golf- Plattform auf den Markt gebracht. Um in der Fußballer-Sprache zu bleiben: Die B-Elf der Bayern greift jetzt an. Der Baukasten ermöglicht erstmals eine größere Differenzierung zwischen den einzelnen Modellen.
Überblick: Alle News und Tests zum VW Golf
Video: A3, Golf, Octavia, Leon
Der Königsmörder
Und so werden die Karten neu gemischt. Den Anfang machte im Mai Audis Edelkompakter
A3. Zunächst nur als Dreitürer erhältlich und enger als der Golf, dazu mit einem kürzeren Radstand. Erst der ab März 2013 erhältliche Sportback streckt sich zwischen den Achsen auf das gleiche Maß wie der Golf. Dafür will der
Audi mit einem besonders edel gemachten Innenraum verwöhnen – und seinem sportlichen Fahrverhalten. Und ist damit seinem spanischen Bruder
Leon gar nicht so unähnlich. Der
Seat setzt neben dem markanten Design vor allem auf "émotion" – zudem auf günstigere Preise. Der Golf ist sich beim jüngsten Modellwechsel treu geblieben. Kein Wunder, selbst als Auslaufmodell ist er mit über 240.000 verkauften Exemplaren in Deutschland unangefochtener Marktführer 2012 gewesen. Und so überrascht es kaum, dass das Design im Detail zwar raffinierter wurde, aber es bloß Kennern als neu auffällt.
Überblick: Alle News und Tests zum Skoda Octavia
Der neue Platzhirsch im VW-Konzern? Zumindest den Vergleich der Kompakten gewinnt der Octavia.
Auch die Kerntugenden des Golf hat VW nicht verändert: Er bietet ordentlich Platz für vier Personen plus Gepäck, verkneift sich sportliche Attitüden, ist auch bei den Preisen noch auf dem Teppich geblieben. Den größten Sprung im Baukasten-Quartett aber machte der
Octavia.
Skoda verlängerte den Radstad der Limousine gegenüber Golf und Co. um drei Zentimeter auf 2,67 Meter – also fast auf Mittelklasseformat. Das kommt vor allem dem Platzangebot im Fond zugute. Der Kofferraum (590 Liter) übertrifft manchen Oberklasse-Kombi. Und das hat Folgen. Zum ersten Mal seit Jahren steht im Kompakt-Vergleichtest nicht der Golf, sondern der Konzern-Bruder aus Tschechien ganz oben auf dem Treppchen. Auch wenn der Sieg in der Familie bleibt, fühlt sich das für einige doch nach einem Eigentor an.
Weitere Details zum Duell der vier Plattformbrüder gibt es in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten und Tabellen lesen Sie in AUTO BILD 6/2013 oder als Download im Online-Heftarchiv.
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Audi A3 Sportback 2.0 TDI, VW Golf 2.0 TDI, Skoda Octavia 2.0 TDI DSG, Seat Leon 2.0 TDI
Veröffentlicht:
08.02.2013
Autor:
Stefan Voswinkel
Fazit
Selten war ein Testfeld so stark wie in diesem Vergleich. Einzig der enge und recht sportliche Seat bleibt unter 500 Punkten, kann mit seinem günstigen Preis aber trotzdem überzeugen. Der edle Audi bietet zu wenig Platz und ist zu teuer. Deshalb nur Platz drei. Golf und Octavia fahren auf einem ähnlich hohen Niveau – das geht kaum besser. Platzangebot, der riesige Kofferraum und die günstigeren Preise lassen den Skoda am Ende gegen den VW gewinnen.
Kommentare zum Artikel (12)
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Das Auto mit den meisten Tageszulassungen wurde hier leider nicht getestet. Der kommt dann wahrscheinlich Stückzahlenmäßig er von Opel und %-zentual von Hyundai, Fiat oder Ford. Ansonsten würde ich mir wahrscheinlich den Seat genauer anschauen. Der schaut einfach viel besser aus als Skoda oder Audi. Vom Audi halte ich auch nicht so viel. Sehr teuer und nur geringen Mehrwert gegenüber dem Golf. Da verstehe ich auch warum der europaweit und auch weltweit so weit vorn liegt. Er ist einfach der beste Kompromiss zwischen den 4ren.
Das meist verkaufte Auto !!
Sollte das nicht heißen "das Auto mit den meisten Tageszulassungen" ?
Ach, bei jeder neuen Auflage des Golf haben die wieder etwas neues produziert !!!!
Was für eine Erkenntnis !!!
Da sieht man mal wieder wie überflüssig A3, Golf und Co sind .-). Eigenständigkeit zahlt sich eben aus und muss auch nicht jedem gefallen.
@ tiberius76
In dem Test zuvor wurde der A3 allerdings als 3-Türer getestet und nicht als Sportback. Dieser hat mit dem etwas größeren Radstand nicht nur mehr Platz in der zweiten Reihe, sondern auch noch ein leicht besseres (komfortableres) Fahrverhalten (wobei ich nicht mehr genau weiß, welches Fahrwerk damals der A3 hatte, ob Dynamik- oder Sport). Denke, dass solche "Kleinigkleiten" in den Vergleichstest schon den Unterschied ausmachen können, da die Punkteabstände ja minimal sind zwischen den Kompakten.
Was der Seat optisch außen hermacht, verliert er meiner Meinung nach leider sofort wieder im Innenraum. Ansonsten sind die getesteten Fahrzeuge schon auf einem ziemlich hohen Niveau, wobei mir der A3 (mit entsprechender und leider auch sauteuren Ausstattung) am meisten zusagt.
Man merkt schon deutlich das immer wieder neu gewürfelt wird. Der Leon hat in einer der letzten Ausgaben den A3 geschlagen. Ich denke jeder der Typen hat seine Daseinsberechtigung. Der Leon mit dem etwas frecheren Design, der Skoda mit dem praktischen Vorteil, den Golf als Allrounder mit image, und den A3 als feinen, teuren Schönling.
Ich persönlich würde, aufgrund der Ästethik eher Richtung A3 oder Leon schielen, das sind einfach die schöneren Gölfe! Da der Geldbeutel mitentscheidend bei meiner Wahl wäre, kanns eigentlich nur der Leon werden. Den find ich einfach rundum gelungen. Mal sehen wie sich der Kombi macht. Der Octavia ist leider für unsere Garage nun endgültig zu lang. Wenn der Leon nicht auch 4,66m lang wird kann es der werden!