Abgas-Politik

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— 29.08.2006

EU-Kommission droht Autoindustrie

Streitthema Kohlendioxid: Die EU-Kommission will ein CO2-Gesetz ins Spiel bringen, wenn die Hersteller nicht reagieren. Die Industrie ist sauer.

Im Streit mit der EU-Kommission um den Ausstoß von Kohlendioxid setzen sich jetzt die Autobauer zur Wehr. "Die deutsche Autoindustrie hat zugesagt, den Kraftstoffverbrauch bis 2005 um 25 Prozent zu senken, und dieses Ziel wurde erreicht", meldete der Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA). Diese 25 Prozent entsprechen einem Rückgang des Verbrauchs um zwei Liter pro 100 Kilometer. Der EU-Kommission reichen die Werte der Vergangenheit offenbar nicht. Sie droht den Herstellern mit einem CO2-Gesetz, wenn nicht bald umweltfreundlichere Autos auf den Markt kommen.

Die Industrie hat in einer freiwilligen Selbstverpflichtung zugesagt, den CO2-Ausstoß bis 2008 auf 140 Gramm pro Kilometer zu senken. 2004 lag dieser Wert bei 161 Gramm pro Kilometer, aber laut Branchenverband "noch immer im Zielkorridor" der EU, die für diesen Zeitpunkt 165 Gramm pro Kilometer vorgesehen hatte.

Statt eines CO2-Gesetzes fordert der VDA, eine Kfz-Steuer einzuführen, die auf dem CO2-Ausstoß basiert. Diese Abgabe würde den Anreiz erhöhen, effizientere Fahrzeuge zu kaufen. Derzeit liegt das Durchschnittsalter der Pkw allein in Deutschland bei mehr als acht Jahren. Demzufolge entsprechen viele Fahrzeuge nicht mehr dem neuesten Stand der Technik. Daneben verwies der Branchenverband darauf, dass die Zahl der Modelle, die weniger als 6,5 Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer verbrauchten, in den vergangenen zwölf Monaten von 250 auf 290 gestiegen sei.

Die EU-Kommission würdigte die Fortschritte, sie seien aber "nicht ausreichend". Zudem zeigt der in Brüssel vorgelegte CO2-Kommissionsbericht, dass die Autobauer aus Europa und Japan den Schadstoffausstoß 2004 nur um je 1,2 Prozent verringerten. Wollen sie die 140 Gramm pro Kilometer bis 2008 erreichen, muss die Reduzierung des Ausstoßes jährlich um 3,3 Prozent (europäische und koreanische Hersteller) und 3,5 Prozent (japanische Hersteller) liegen. "Wir wissen, dass diese 140 Gramm technisch möglich sind", warnte die EU die Autoindustrie. Es müssten mehr Wagen mit Umwelttechnologie gebaut werden.

Für die Kommission sind die Verpflichtungen der Hersteller wichtig, um das EU-Ziel im Rahmen des Kyoto-Protokolls zu erreichen. Danach sollen die Treibhausgase bis 2012 um acht Prozent im Vergleich zu dem Wert von 1990 gesenkt werden. Fahrzeuge verursachen in den 25 Ländern der Europäischen Union mehr als zehn Prozent der Kohlendioxidemissionen.

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