Montage Fiat MiTo und Mini

Absichtserklärung unterschrieben

— 08.07.2008

BMW und Alfa Romeo prüfen Kooperation

Wächst da zusammen, was nicht immer zusammenpasste? BMW und Alfa Romeo, die großen Rivalen der 70er, denken ernsthaft über eine Kooperation nach. Die erste Absichtserklärung ist unterschrieben.

Der Weg von München nach Italien ist nicht weit. Das wissen nicht nur bayerische Urlauber, sondern offensichtlich auch BMW-Manager. Auf der Suche nach einem Partner für zukünftige Mini-Ableger sind die Münchner in Italien fündig geworden. Eine frisch unterzeichnete Absichtserklärung, im Wirtschafts-Englisch als "Memorandum of Understandig" bezeichnet, soll bis Ende 2008 den Weg für eine Zusammenarbeit frei machen. "Wir prüfen derzeit mit der Fiat Group Möglichkeiten für eine gemeinsame Nutzung von Komponenten und Systemen bei den Marken Mini und Alfa Romeo", erklärte BMW-Strategievorstand Friedrich Eichiner am 8. Juli in München. Gemeinsames Ziel: massive Kostensenkungen.

Pikant: Mit dem Mi.To tritt Alfa direkt gegen den Mini an

Bei Fiat ist man alles andere als Unglücklich über die sich anbahnende Zusammenarbeit. Obwohl die Geschäfte für die Italiener wieder besser laufen, ist Fiat-Chef Sergio Marchionne ständig auf der Suche nach starken Partnern, mit denen er die hohen Entwicklungskosten teilen kann. Welche Modelle und Baureihen vom Italienisch-Bayerischen-Schulterschluss profitieren würden, behalten beide Seiten noch für sich. Aus gutem Grund. Immerhin geht Alfa Romeo in diesen Wochen mit dem MiTo an den Start. Der edle Ableger des Fiat Grande Punto soll im Premium-Kleinwagen-Segment punkten. Ein Revier, in dem bislang der Mini das Sagen hat.

Auch historisch fänden sich Konkurrenten zusammen, die sich früher erbittert bekämpft haben – auch zum eigenen Vorteil. Unvergessen sind die Rennschlachten der Siebziger, als die BMW gegen die Roten aus Italien starteten. 2002 gegen GTAM, M3 gegen 75 Turbo – das ewige Duell auf deutschen Rundstrecken um den Ruf der sportlichsten Marke elektrisierte die Fans. Daher zog der Name der beiden sportlichen Marken auch ab 2001, als die Marken in der Tourenwagen-Europameisterschaft antreten. 320i und Alfa Romeo 156 gaben sich nicht auf der Strecke Saures, sondern bekämpften sich abseits der Pisten politisch bis aufs Bitterste.

Was den Verkaufserfolg angeht, hatten sich die Wege der Marken schon seit Jahren getrennt. Während BMW sich spätestens seit Anfang der Neunziger konsequent als renditestarke Nobelfirma entwickelte, ging es für Alfa langsam bergab. Kantige Modelle wie 145 und 155 ließen die Käufer kalt, die technische Verbrüderung mit Fiat brachte Massenware statt technischer Exklusivität. Seitdem der Alfa 75 als letztes Modell mit Hinterradantrieb ausgelaufen war, hatten alle Alfa nur noch den vergleichsweise unsportlichen Frontantrieb – so wie ihre schnöden Fiat-Brüder. Die Faszination war dahin, und wurde erst wieder geweckt durch packendes Design wie beim Alfa 156 aus der Hand von Walter de'Silva und Wolfgang Egger. Der kleidete auch noch die jüngste Generation der Italiener ein: den 159, den faszinierenden Supersportler 8C Competizione und schließlich den MiTo. Als der fertig war, wurde Egger von Audi geködert. Auch ein Beweis für die Qualität der Autos, die jetzt Alfas Aufschwung bringen sollen. Die Kooperation mit BMW/Mini würde für Alfa einen technischen Ritterschlag bedeuten.

Lust auf mehr Alfa Romeo? Hier geht es zum ersten Fahrbericht des MiTo!

Autoren: , Joachim Staat

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.