Schrottplatz

Abwrackprämie

— 06.05.2009

Der Run lässt nach

Der Ansturm auf die Abwrackprämie hat merklich nachgelassen. Nachdem in Spitzenzeiten bis zu 360.000 Anträge pro Tag eingingen, waren es zuletzt nur noch 5000 bis 10.000.

Das Interesse der Deutschen an der Abwrackprämie für Altautos hat nachgelassen. Das für die Vergabe zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) in Eschborn bei Frankfurt erhält täglich noch 5000 bis 10.000 Anträge auf die 2500 Euro pro Wagen, wie die Behörde am Dienstag (5. Mai 2009) mitteilte. Noch vor wenigen Wochen waren tägliche Eingänge von bis zu 25.000 Stück die Regel, nach Einführung des neuen Online-Reservierungsverfahren Ende März waren an einem Tag sogar 360.000 Anträge eingegangen. Derzeit hat das Bafa knapp 1,4 Millionen Anträge in Bearbeitung.

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Dennoch erfüllt die staatlicher Föderprämie weiter ihre Funktion als Konjunkturmotor: Die Abwrackprämie sorgte im April 2009 für ein hohes Niveau der Neuzulassungen auf dem deutschen Automarkt. Mit 379.626 fabrikneuen Pkw sei die hohe Zulassungsrate vom März laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zwar nicht erreicht worden (minus 5,3 Prozent), das Vorjahresergebnis wurde jedoch klar um 19,4 Prozent übertroffen. Exakt 400.965 Neuzulassungen zählte das KBA im März 2009. Das gute Februar-Ergebnis wurde damit um 44 Prozent übertroffen, Im Vergleich zum März 2008 waren es 40 Prozent mehr Neuzulassungen.

Prämie stoppt Kurzarbeit

Die Abwrackprämie hat den Auto-Verkauf vorübergehend so heftig angekurbelt, dass viele große Hersteller die Kurzarbeit vorzeitig beendet oder verkürzt haben. Wegen der großen Nachfrage nach Kleinwagen hatte Ford bereits im Februar seine Kurzarbeit in Köln zurückgenommen; auch BMW beendete die Kurzarbeit in Regensburg an diesem Montag. Volkswagen will Golf-Modelle sogar während der Betriebsferien im Juli produzieren. Auch Opel verzeichnete einen Aufwärtstrend. Audi und Daimler planen zumindest keine weitere Kurzarbeit. Drei der vier Opel-Produktionswerke sind nach Angaben eines Konzernsprechers in Rüsselsheim derzeit voll ausgelastet. Im Werk Bochum seien zwar im Mai neun Tage Kurzarbeit für die gesamte Belegschaft von 4800 Menschen geplant. Ursprünglich sollten es aber zehn Tage werden. Ein Tag sei wegen der gestiegenen Nachfrage nach dem Astra wieder gestrichen worden. Den Aufschwung begründete Opel auch mit dem Erfolg des  Insignia. Die Werke in Eisenach und Rüsselsheim seien mit dem Corsa und dem Insignia voll ausgelastet.

VW streicht Betriebsferien

Auch Ford profitiert von der Umweltprämie. Seit dem Start Mitte Januar hatten sich die Bestellungen für Fiesta, Fusion und Ka bis Ende März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum vervierfacht. Im Kölner Werk wurde die Kurzarbeit schon im Februar beendet. Ursprünglich sollten dort an 15 Tagen zwischen März und Juni die Bänder stillstehen. Stattdessen fuhr das Unternehmen im März und April sogar Sonderschichten. Volkswagen will aufgrund der verstärkten Nachfrage Golf-Modelle auch während der dreiwöchigen Betriebsferien im Juli produzieren. Die Nachfrage nach dem Golf VI und dem Golf Plus sei derzeit etwa dreimal so hoch wie sonst. Wegen der guten Nachfrage nach einzelnen Modellen hatte BMW am Montag in seinem Werk Regensburg die Kurzarbeit vorzeitig beendet. Die Nachfrage nach dem 1er sei gut. Im Dingolfinger Werk, der weltweit größten BMW-Fabrik, soll allerdings bis Juni weiterhin kurzgearbeitet werden. Dort werden die größeren Autos der 5er- und 6er-Reihe produziert.

Porsche setzt Ziele wieder nach oben

Porsche will ebenfalls in den nächsten Monaten wieder mehr Autos bauen als im Januar geplant. Damals hatte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking nach 11 Tagen Produktionsstopp im Stammwerk Stuttgart-Zuffenhausen weitere 19 Tage bis zu den Sommerferien angekündigt. Davon wurden sechs Tage wieder gestrichen. So sollen nur rund 3800 statt der bisher geplanten 4800 Autos weniger produziert werden. Daimler plant im Werk Rastatt im Mai und Juni keine weitere Kurzarbeit für die 2300 Mitarbeiter. Bei der A-Klasse habe man in den letzten Wochen einen deutlichen Anstieg der Auftragseingänge in Deutschland verzeichnet, sagte eine Sprecherin. Insgesamt werden im Mai noch rund 60.000 Daimler-Mitarbeiter in Kurzarbeit sein. Zuletzt waren es noch 68.000. Auch Audi plant keine weitere Kurzarbeit. Das Unternehmen hatte im Frühjahr an den beiden Standorten Neckarsulm und Ingolstadt die Produktion jeweils für etwa zwei Wochen ruhen lassen.

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