Abwrackprämie beendet — 02.09.2009
Der Fördertopf ist leer
Das war's mit der Abwrackprämie: Am 2. September wurde der letzte Antrag angenommen. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle hat das Internetportal geschlossen.
| Die Abwrackprämie in Zahlen | |
|---|---|
| Prämienhöhe pro Empfänger | 2500 Euro |
| Bereitgestellte Gesamtsumme | 5 Milliarden Euro |
| Gesamtzahl der Empfänger | 1.994.400 (5600 Empfänger wegen der Kosten von rund 14 Millionen Euro abgezogen) |
| Zahl der zur Verschrottung infrage kommenden Autos | zu Beginn der Regelung am 14. Januar 13,7 Millionen |
| Neu zugelassene Pkw | Inklusive August 2,675 Millionen |
| gefragteste Marke | VW mit mehr als 20 Prozent Marktanteil |
Trotz immer wiederkehrender Forderungen lehnt die Bundesregierung eine Verlängerung der Aktion ab. Ökonomen werten die Maßnahme als großen Erfolg. Die Abwrackprämie sorgte für einen Ansturm bei den Autohändlern und half dem privaten Konsum kräftig auf die Beine. Die Prämie ließ die Neuzulassungen in den ersten acht Monaten um knapp 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hochschnellen. Die staatliche Finanzspritze sicherte zunächst rund 90.000 Arbeitsplätze in der Autobranche. Diese sind nun in Gefahr. Experten warnen vor einem Absatzeinbruch und Jobverlusten in dieser Größenordnung.
Das BAFA erklärte auf seiner Internet-Seite das Ende der Aktion. "Es stehen leider keine Mittel für die Umweltprämie mehr zur Verfügung. Das Online-Portal für die Reservierung ist geschlossen", war dort zu lesen. Punkt 10.14 Uhr sei am 2. September der letzte noch mögliche Antrag eingegangen. Zuvor gestellte Anträge würden nun so schnell wie möglich ausgezahlt. Am Morgen hatten noch 4382 Prämien zur Verfügung gestanden. Für die Nachzügler bleibt nur eine Warteliste: 15.000 weitere Antragsteller können ab 3. September 9.00 Uhr an unter www.ump.bafa.de einen Online-Antrag stellen und sich damit für die Warteliste registrieren. Anschließend wird das Online-Portal geschlossen.Im Januar hatte die Bundesregierung die Prämie im Kampf gegen die Rezession beschlossen.
Die Autoindustrie und die Händler lobten die Maßnahme. "Für die Kfz-Branche war diese Förderungsmaßnahme das beste, was man sich nur vorstellen konnte", sagte der Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe, Robert Rademacher, dem Radiosender MDR Info. "Aus dem Prämientopf ist ein Prämienfass geworden und nun ist auch das Fass leer." BAFA-Präsident Arnold Wallraff nannte die Prämie "eine der bislang wirksamsten Maßnahmen des Konjunkturpakets II". Doch nun sind in der Autoindustrie Jobs in Gefahr. "Wir können im Handel bis zu 6500 Betriebe verlieren", sagte Wolfgang Meinig vom Forschungsinstitut Automobilwirtschaft im ARD-Morgenmagazin. Das wären rund 90.000 Arbeitsplätze. Die Experten erwarten für 2010 einen massiven Absatzeinbruch, die Zahl der Neuzulassungen könnte um bis zu eine Million Fahrzeuge schrumpfen. Dann würde der Absatz auf rund 2,8 Millionen Autos sinken.
Kommentar verfassen


































Kommentare zum Artikel (2)
Erstellt
Inhalt
Funktion
Die Abwrackprämie war von der Regierung gut gemeint, aber am Ziel vorbei.
1. Haben viele aus gier(Gier frisst Hirn) wertvolle Schätzchen vernichtet(wurde ja viel geschummelt, indem etliche nach Afrika und Osteuropa verschoben wurden).
2. Haben sich viele Haushalte noch mehr verschuldet, die Abrackprämie zahlt eh der Steuerzahler.
Also viel Luft um fast garnichts.
Wie währs mit Subventionen für rein abgasarme Fahrzeuge(Hybrid oder rein elektrisch)? Oder Elektrische Fahrzeuge mit austauschbaren Akkus in Reichweite auf Supergünstige Leasing für jeden Bürger erschwinglich.
Zitat:"eine der bislang wirksamsten Maßnahmen des Konjunkturpakets II".
Antwort: "geht es noch kurzsichtiger?"
Manchmal habe ich das Gefühl, die Politik ist ein großer Kindergarten.
Entschuldigung Kinder, ihr hättet das vermutlich besser hinbekommen.