Abwrackprämie vor dem Ende

Abwrackprämie vor dem Ende

— 17.08.2009

Fördertopf fast leer

Der anfangs fünf Milliarden Euro große Abwrackprämien-Fördertopf ist voraussichtlich schon vor der Bundestagswahl ausgeschöpft. Wer noch scharf auf die Prämie ist, sollte sich beeilen.

(dpa) Wer noch von der staatlichen Abwrackprämie für Altautos profitieren will, der sollte sich sputen – denn der Fördertopf ist fast leer. Beim derzeitigen durchschnittlichen Eingang von 9000 Neuanträgen pro Tag wären die Mittel in drei Wochen und damit knapp vor der Bundestagswahl aufgebraucht. Nach Angaben des zuständigen Bundesamts für Ausfuhrkontrolle und Wirtschaft (BAFA) gibt es noch Mittel für 26.298 Prämien (Stand: 1. September 2009, 10.00 Uhr). Das entspricht nicht einmal mehr zehn Prozent des Gesamtetats.

Die Abwrackprämie hat insbesondere bei Kleinwagen einen regelrechten Absatzboom ausgelöst. Mit dem Auslaufen des aus Steuergeldern finanzierten Kaufanreizes befürchten Experten jedoch einen tiefen Absturz bei den Zulassungszahlen. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts hat der Autohandel in den ersten fünf Monaten 2009 ein Umsatzplus von 4,7 Prozent erreicht. Die Zahl der neu angemeldeten Autos stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sogar um 22,8 Prozent. Die Zahlen spiegeln den Trend zum Kauf von preisgünstigeren Kleinwagen mit Hilfe der Prämie wider.

Von dem Boom profitierten die Importeure stärker als die deutschen Hersteller. Der Umsatz der deutschen Autoindustrie sank in den ersten fünf Monaten um fast ein Drittel (32,5 Prozent) auf knapp 100 Milliarden Euro. Die Werkstätten hatten mit der erneuerten Flotte weniger zu tun und mussten einen Umsatzverlust von 3,8 Prozent verkraften. 

Von dem fünf Milliarden Euro schweren Prämienetat hat das Bafa inzwischen seinen voraussichtlichen Verwaltungsaufwand abgezogen. Er beträgt nach Angaben des Sprechers rund 14 Millionen Euro oder den Gegenwert von 5600 Prämien. Von den bislang rund 1,8 Millionen Antragstellern haben 770.000 bereits ihr Geld erhalten, berichtete das Bafa. Aus der Antragsflut seien 190.000 Doppelanträge herausgefischt worden. Hinweise auf illegale Exporte eigentlich zu verschrottender Wagen habe es von den Ordnungsbehörden nur in rund 100 Fällen gegeben.

In einigen Fällen haben abgelehnte Antragsteller Klagen eingereicht. Der ADAC rät Autokäufern, bis Ende August ihren Antrag bei dem Bundesamt in Eschborn bei Frankfurt zu stellen, um noch sicher an die Prämie von jeweils 2500 Euro zu kommen. Diese erhält, wer ein mindestens neun Jahre altes Auto verschrottet und dafür ein neues mit mindestens der Abgasnorm Euro 4 kauft. Die Prämie kann mit dem Kaufvertrag bis zur Auslieferung reserviert werden.

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