Fahrbericht AC Schnitzer X6 M50d Falcon

AC Schnitzer X6 M50d Falcon AC Schnitzer X6 M50d Falcon AC Schnitzer X6 M50d Falcon

AC Schnitzer X6 M50d Falcon im Test: Fahrbericht

— 12.08.2016

Der 430-PS-Donnervogel

Dass mehr immer noch nicht genug sein muss, zeigt der AC Schnitzer X6 M50d Falcon. AUTO BILD SPORTSCARS hat das stimmgewaltige SUV zur Ausfahrt gebeten.

Die Frage nach dem Sinn hinter dem AC Schnitzer X6 M50d Falcon klären wir sofort. Ist es notwendig oder gar sinnvoll einen zu besitzen? Absolut nicht. Seine Daseinsberechtigung hat er trotzdem. Der X6 basiert auf dem X5, der mit Praxisnutzen und Reisekomfort besticht. Diese Qualitäten werden vom flachen X6-Kofferraum, den empfindlich tiefen Schürzen und den filigranen 22-Zöllern mit Reifen im Isolierbandformat erfolgreich eliminiert.

Den Diesel unter Haube macht Schnitzer zum sportlichen Muskel

Kraftpaket für den Donnervogel: Der Dreiliter-Triturbo erstarkt auf 430 PS und 840 Nm Drehmoment.

Was aber bleibt, ja sogar noch verstärkt wird, ist dieser erhabene SUV-Charakter, den Außenstehende auch gern als dekadent bezeichnen. Im Falcon ist man ganz automatisch sehr zufrieden mit sich selbst. Dazu passt bestens der unaufgeregte und elastische Triturbodiesel, der schon serienmäßig eine Wucht ist und vollauf genügt. Da der Falcon aber nirgendwo nur genügend ist, packt Schnitzer noch 49 PS und 100 Nm drauf. Der Fahreindruck wird dadurch noch stämmiger. Wo ein Werks-X6 noch behände ums Eck geht, walzt der Falcon zwar ähnlich schnell, jedoch deutlich trampeliger um die Kurve. Neue Federn legen ihn tiefer, das Abrollverhalten wird straffer. Die Reifen sind bis zu 5 Zentimeter breiter als beim Serienauto. Trotz Leistungsplus entsteht so nicht unbedingt der Eindruck, viel schneller, dafür jedoch einfach unaufhaltbar unterwegs zu sein.

Ein Artikel aus AUTO BILD SPORTSCARS

Alles Tuning wird aber von einer kleinen Fernbedienung getoppt. Man könnte meinen, sie gehöre zu einer nachgerüsteten Zentralverriegelung. Falsch. Mit ihr lassen sich die sechs künstlichen Auspuffstimmen zu- und durchschalten. Sie intonieren keine sechs, sondern eher acht Zylinder, deren Timbre sich zwischen hochverdichtetem Stakkato à la Nascar und dem dumpfen Moll eines Schiffskutters bewegt, beim Hochdrehen dann aber nach Computerspiel klingt. So schließt sich der Kreis. Wählt man hier nicht auch immer die fetteste Karre?
Fahrzeugdaten AC Schnitzer X6 M50d Falcon
Motorbauart R6, Triturbo
Einbaulage vorn längs
Hubraum 2993 cm³
kW (PS) bei 1/min 316 (430)/4400
Literleistung 144 PS/l
Nm bei 1/min 840/2000-2400
Antriebsart Allrad
Getriebe 8-Stufen-Automatik
Reifengröße vorn 295/30 R 22
Reifengröße hinten 335/25 R 22
Maße L/B/H 4909/2079/1670 mm
Leergew./Zuladung 2185/715 kg
Leistungsgewicht 5,1 kg/PS
Verbrauch ca. 7 l D/100 km
0-100 km/h 5,1 s
Vmax 250 km/h
Preis 150.505 Euro
Autor:

Andreas Jüngling

Fazit

Der Sinn des Falcon erschließt sich nicht rational. So ein Auto hat keinen Nutzen. Besonders sportlich ist es auch nicht. Dennoch generiert es eine Form von Fahrspaß, die einzigartig ist. Es steht für das extragroße Eis mit Sahne, den dritten Nachschlag am Büfett, die zu laute Anlage bei offenem Fenster. Es bietet ein Ego-Verwöhnaroma, das glücklich macht.

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