ACE-Studie über Blinkmoral

ACE-Studie über Blinkmoral

— 10.07.2008

Jeder Dritte blinkt nicht

Um die Blinkmoral auf Deutschlands Straßen ist es nicht allzu gut bestellt: Rund ein Drittel der Autofahrer lässt die Finger auch dort vom Blinker, wo er dringend dran gehört. Das fand jetzt der ACE heraus.

Bei dem einen ist es Stress, beim anderen Gedankenlosigkeit, beim Dritten pure Unlust: Blinkmuffel übernehmen mehr und mehr das Kommando auf Deutschlands Straßen. Eine neue Studie des Auto Clubs Europa (ACE) bestätigte jetzt einen Trend, dem AUTO BILD schon vor drei Jahren mit seiner Aktion "Blink mal wieder" entgegensteuerte. Der ACE hatte sich im Mai und Juni 2008 an 700 Kreuzungen, Kreiseln, abknickenden Vorfahrtstraßen und Autobahnen auf die Pirsch begeben und insgesamt 394.038 Autofahrer beobachtet. Von ihnen setzte nahezu ein Drittel den Fahrtrichtungsanzeiger nicht und verstieß damit gegen die Straßenverkehrsordnung. Für den ACE ein "Zeichen schleichender Disziplinlosigkeit", der die Betroffenen "anfälliger für Verkehrsverstöße anderer Art" macht. Nach Angaben des Automobilclubs könnten mit vorschriftsmäßigem Verhalten viele der jährlich rund 67.000 Unfälle mit Personenschaden in blinkpflichtigen Berichen vermieden werden.

Abknickende Vorfahrt: das Lieblingsrevier des Blinkmuffels

Während sich die Zahl der Blinkmuffel in Transportern (34,5 Prozent) und Pkw (32,5 Prozent) die Wage hält,  sind Lkw- und Busfahrer (28 Prozent) immerhin ein bisschen besser (verkehrs)erzogen. Das Lieblingsrevier des Blinkmuffels ist laut Studie die abknickende Vorfahrt, wo bei fast der Hälfte (45 Prozent) der Richtungsanzeiger unangetastet bleibt. Am meisten Blink-Bereitschaft gibt es an Kreuzungen, wo 80 Prozent der Autofahrer nach Vorschrift fährt. Auch regionale Unterschiede hat der ACE ermittelt: Während in den neuen Bundesländern (80 Prozent) und im Norden (75 Prozent) überdurchschnittlich viele Fahrer blinkten, waren es im Südwesten nur knapp 60 Prozent.

Was jeder wissen sollte: Nichtblinken kann teure Folgen haben. Das Bußgeld fällt mit zehn Euro noch moderat aus. Teuer wird es, wenn Blinkverweigerer in Unfälle verwickelt sind: Eine fehlende Anzeige beim Linksabbiegen bedeutet regelmäßig volle Haftung, bei Unklarheit kommen Gerichte nach ACE-Angaben zu Mithaftungsanteilen von 50 bis 100 Prozent. Kein Blinken bei abknickender Vorfahrt zieht meist eine Mithaftung zwischen 25 und 67 Prozent nach sich, Temporeduzierung vor dem Abbiegen ohne rechtzeitiges Blinken heißt bis zu 40 Prozent Mitschuld. Auch ein Spurwechsel ohne Lichtzeichen kann zu alleiniger Haftung führen.

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