Ampel Rotlicht

ACE-Studie zur Verkehrsmoral

— 28.08.2009

Disziplin? Fehlanzeige!

Stop-Schilder und Ampeln sind für viele deutsche Autofahrer scheinbar bedeutungslos. Das belegt eine Studie des ACE zum Regelverhalten im Straßenverkehr.

Es steht nicht gut um die Verkehrsmoral in Deutschland: Laut einer aktuellen Studie des Auto Club Europa (ACE) werden massenhaft Stop-Schilder und rote Ampeln missachtet. Die meisten Rotlichtsünder sind demnach in Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Hamburg unterwegs. Der Verkehrsclub hatte von März bis Mai 2009 bundesweit mehr als 320.000 Fahrzeuge von freiwilligen "Verkehrsinspektoren" in 210 Städten an Ampeln und Stop-Schildern beobachten lassen. Danach überfahren 46,5 Prozent aller Autofahrer ein Stop-Schild, ohne anzuhalten, obwohl das vorgeschrieben ist. Thüringen errang hier mit einem Verkehrsverstoß-Anteil von 67 Prozent einen Negativrekord. Auch eine rote Ampel hält viele nicht auf:  Im Bundesdurchschnitt beträgt der Anteil der Rotlichtverstöße laut ACE 2,61 Prozent.

Thüringen hat die meisten Sünder

Am häufigsten ignorieren die Fahrer von Transportern mit einem Anteil von 3,2 Prozent rote Ampeln. Es folgen mit abnehmender Auffälligkeit Motorradfahrer (3,01 Prozent), Bus- und Lkw-Fahrer (2,64) und Pkw-Fahrer (1,90). In Bayern (1,74) und Bremen (1,48) registrierten die Verkehrsinspektoren des Clubs die wenigsten Rotlichtverstöße. Ganz vorn auch hier Thüringen: 7,4 Prozent der Autofahrer ließen sich hier auch von einer roten Ampel nicht aufhalten, es folgen Mecklenburg-Vorpommern (6,4) und Sachsen (4,5). Bei Gelb überfuhren im bundesweiten Schnitt noch 5,63 Prozent der Fahrzeugführer die Ampel, obwohl sie verpflichtet sind, hier anzuhalten. Rechnet man Gelb- und Rotlichtverstöße zusammen, liegt die Quote der Verkehrsvergehen an Ampeln bei rund acht Prozent.

Ignoranz kostet Leben

ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner kommentierte das Ergebnis der Verkehrsbeobachtung als alarmierendes Zeichen: "Wir haben schon den Eindruck gewonnen, dass das Stop-Schild mancherorts zu einer bedeutungslosen Straßendekoration verkommen ist und eine gelbe Ampel nicht zum Anhalten veranlasst, sondern häufig als Aufforderung zum Gas geben missverstanden wird." Dabei kracht es häufig an Stop-Schildern und Ampeln. Laut ACE gab es 2007 in Deutschland mehr als 98.000 Verkehrsunfälle wegen Missachtung einer roten Ampel oder eines Stop-Schildes. Dabei wurden 413 Verkehrsteilnehmer getötet, 50.000 trugen teils schwere Verletzungen davon. Der Verkehrsclub weist darauf hin, das es zwar keine gesetzliche Regelung für "Gelblichtverstöße" gibt, der Füherschein aber trotzdem entzogen werden kann, wenn ein Autofahrer dabei grob fahrlässig handelt und andere gefährdet oder schädigt.

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