Action, Adrenalin und Abenteuer

Fly by Wire Fly by Wire

Action, Adrenalin und Abenteuer

— 04.10.2002

Zwischen Himmel und Hölle

"Fly by Wire" - mit 160 km/h am eisernen Faden durch die Luft Neuseelands. Dagegen ist Bungee-Jumping und Fallschirmspringen nur Kinderkram.

Das Herz rast. Der Puls steigt schlagartig auf 180. Das Blut schießt in den Kopf, das Kribbeln im Bauch wird langsam unerträglich. Dabei hat der Flug noch gar nicht begonnen! Doch zum Aussteigen ist es zu spät. Fast bewegungsunfähig liegt man auf der 160 Kilogramm schweren Rakete, festgezurrt mit einem Sieben-Punkt-Gurt. Es gibt kein Entkommen. Arme, Beine und Oberkörper werden mit dem Spezialgurt an die Rakete gefesselt. Noch dazu kopfüber – 100 Meter über dem Boden. Nur die Hände sind noch frei, um den Lenker mit Minicockpit bedienen zu können. Selbst das monotone Summen des 60 PS starken Propeller-Motors wirkt nicht beruhigend.

Bäuchlings an die Rakete gefesselt

Der Moment der Wahrheit: Wenn die Gurte zuschnappen, steigt die Angst. Doch zum Aussteigen ist es nun zu spät.

"Fly by Wire" – Fliegen am eisernen Faden: In Queenstown/ Neuseeland hängt diese seltsame Konstruktion, die wie ein überdimensionales Pendel aussieht. Zwei Stahlseile sind in 105 Meter Höhe über ein Tal gespannt. Daran ist eine Rakete befestigt. Mit einer Winde wird das fliegende Geschoss am langen Seil hochgezogen, bis es senkrecht zum Boden hängt. Kopfüber hängt man wie ein nasser Sack in der Rakete.

Im Sturzflug Richtung Erde

Die Kulisse ist zwar gewaltig, doch traut man sich gar nicht in die Tiefe zu schauen. Unten auf der Plattform winken winzige Gestalten hinauf. Zehn Minuten zwischen Himmel und Hölle stehen jetzt auf dem Programm. Tiefes Durchatmen ist in der jetzigen Situation angesagt. Die Endorphine schlagen im Körper Purzelbäume – man spürt jetzt förmlich die Adrenalinausstöße.

Der Daumen des Einweisers zeigt nach oben. Los geht´s! Ein irrer Knall. Die Sperre ist gelöst. Im Sturzflug saust die Rakete im Wahnsinnstempo Richtung Erde. Das Herz scheint stillzustehen, jeden Augenblick rechnet man mit dem Einschlag in die grüne Wiese. Klare Gedanken? Unmöglich! Die Erklärungen des Einweisers? Längst vergessen! "Gleich kracht’s!", denkt man nur noch.

Wie beim Motorrad: Mit Lenker, Gas und Bremse wird die Rakete gesteuert.

Doch dann geht der Flugkörper auf einmal langsam in die Waagerechte, überfliegt in nur drei Metern Höhe die Ausgangsplattform und steigt wieder in die Höhe. Geschafft und überlebt! "Yeeaah!" Wie von selbst kommt der befreiende Urschrei über die Lippen, wenn man sich etwa nach einer Minute Panikflug daran erinnert, dass die Rakete mit Gashebel und Bremse leicht steuerbar ist. Wie bei einem Motorradlenker steuert der Pilot die Rakete mit Gas oder Bremse. Mit dem roten Notschalter links unten am Cockpit kann der Motor sofort ausgestellt werden und die Rakete verliert schlagartig die Power.

Zehn Minuten voll Adrenalin

Der Motor bringt es auf 60 PS. Zur Sicherheit ist der Propeller hinter Gittern. Auf über 160 km/h kann der Heckmotor das Geschoss beschleunigen. Selbst super enge Kurven sind möglich – aber auch gemütliches Kreisen wie im Kettenkarusell. Zehn Minuten dauert der Kick, dann wird der Motor per Fernsteuerung abgestellt.

Doch auch die knapp drei Minuten Auspendeln bis zum Stillstand haben es in sich: Lautlos gleitet die Rakete dahin – Freiheit pur! Beim Auspendeln kann man auch schon einmal die Hände vom Lenker nehmen und einfach nur den überwältigen Ausblick aus der Rakete genießen. Kein Flugzeug auf der Welt kann dieses Gefühl überbieten. Fazit: "Fly by Wire" ist wie Achterbahnfahren hoch drei! Zehn Minuten voller Adrenalinausstoß. Nichts für schwache Nerven, aber unvergesslich! Mehr Infos zu diesem Riesenspaß, inklusive weiterer Fotos und Video-Aufnahmen gibt es unter www.flybywire.co.nz

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