ADAC Zenrale in München

ADAC-Affäre: Externer Bericht liegt vor

— 25.02.2014

Keine weiteren Manipulationen

Der ADAC hat bei der Wahl zum Lieblingsauto der Deutschen nur in einer Kategorie betrogen. Neun weitere Preise wurden korrekt vergeben.

(dpa/sb) Der ADAC hat nach einem Bericht externer Prüfer lediglich bei der Wahl zum Lieblingsauto der Deutschen manipuliert. Eine Manipulation in den restlichen neun Kategorien der Preisverleihung "Gelber Engel" in den vergangenen zehn Jahren habe nicht nachgewiesen werden können, berichtete der Autoclub heute (25. Februar 2014). Der ADAC bezog sich dabei auf den Bericht des Beratungsunternehmens Deloitte. Dieses hatte in den vergangenen Wochen sämtliche Kategorien des Preises untersucht, nachdem Manipulationen bei der Wahl zum "Lieblingsauto der Deutschen" den ADAC Mitte Januar in eine tiefe Krise gestürzt hatten.

Die Pannen des ADAC

ADAC-Zentrale in München Preisverleihung Gelber Engel Karl Obermair
Wie aus dem Bericht allerdings auch hervorgeht, ist der ADAC nur knapp an einem weiteren Skandal vorbeigeschrammt. Demnach hat der inzwischen entlassene Kommunikationschef Michael Ramstetter versucht, auch die Rangliste der Kategorie "Reiselimousine 2014" zu manipulieren. Es war einem Mitarbeiter der Abteilung "Test und Technik" zu verdanken, dass nicht der Zweitplatzierte Gewinner in dieser Kategorie wurde. So heißt es in dem Bericht: "Wir bekommen (red.: das von dem Mitarbeiter bevorzugte Fahrzeug) auch mit noch so viel gutem Willen nicht vor den (red.: Erstplatzierten)". Zur Begründung wurde ausgeführt: "Die beiden Tests sind bereits veröffentlicht, die Ergebnisse"der Zielgruppenbewertungen sind eindeutig ...".

Bewertungskriterien oft geändert

In dem Deloitte-Bericht wird außerdem kritisiert, dass im Laufe der vergangenen zehn Jahre die Bewertungskriterien für einzelne Kategorien teilweise mehrfach verändert worden seien. "Das mag zwar gute Gründe gehabt haben, Transparenz und Konsistenz waren dadurch aber nicht immer gegeben. Zumal interne Entscheidungen nicht immer schriftlich festgehalten wurden und insbesondere Daten aus den Vorjahren nicht mehr vollständig vorhanden waren", sagte Frank Marzluf von Deloitte. Bei der Leserwahl zum "Lieblingsauto" sei dagegen nachweislich manipuliert worden, heißt es in dem Bericht weiter.

"Die nachgewiesenen Fälschungen haben das Vertrauen in den ADAC im Kern erschüttert. Wir arbeiten jetzt mit voller Kraft an einem Neubeginn", sagte der kommissarische ADAC-Präsident August Markl. Der ADAC müsse  sich von innen heraus erneuern, um die verlorene Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen. Arbeits- und zivilrechtliche Schritte gegen den ehemaligen Kommunikationschef des ADAC werden auf Grundlage des nun vorliegenden Deloitte-Abschlussberichts weiter vorbereitet und konkretisiert. Darüber hinaus behält sich der ADAC weitere juristische Schritte vor.

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