ADAC-AutoMarxX September 2002

Leistungs-Check der Hersteller Leistungs-Check der Hersteller

ADAC-AutoMarxX September 2002

— 29.08.2002

Leistungs-Check der Hersteller

In der neuen ADAC-Bewertung erobert Mercedes-Benz den Spitzenplatz zurück. Toyota und Nissan holen im Mittelfeld mächtig auf.

BMW verliert Spitzenplatz

Welche Automarke hat das beste Image? Wer setzt Trends in der Technik? Wo wird Geld verdient? Der ADAC-AutoMarxX misst die Leistungsfähigkeit der Automarken in Deutschland und wird vierteljährlich am Center Automotive Research (CAR) ermittelt. Er bewertet die Leistungsfähigkeit einer Marke nach sechs Kriterien: Marken-Stärke (Image, Restwerte, Werbung/ 20 Prozent), Markt-Stärke (Zulassungen/ 20 Prozent), Produkt-Stärke (Tests, TÜV-Report, Pannen-Statistik/ 30 Prozent), Unternehmens-Stärke (Rendite/ 10 Prozent), Technik- und Marken-Trends (je 10 Prozent).

Im neuesten AutoMarxX vom 1. September 2002 erobert Mercedes den ersten Platz von BMW zurück. Grund: Mercedes leistete sich im letzten Quartal keine Schwächen und fuhr in allen Kategorien auf konstant hohem Niveau. Insbesondere konnte Mercedes durch die Technik-Innovationen des Pre-Safe-System und das adaptive Abbiegelicht in der modifizierten S-Klasse Punkte sammeln. Mercedes profitiert aber auch von BMW-Schwächen, wie zum Beispiel zwei großen Rückrufaktionen: So mussten vom neuen Spitzenmodell des 7er 23.000 Fahrzeuge wegen Elektronik-Problemen in die Werkstätten, beim BMW X5 wurden 56.000 Fahrzeuge mit Brems-Pedalproblemen ausgemacht.

Was für Mercedes zutrifft, gilt in modifizierter Form auch für Audi, die mit VW die Plätze tauschten. Audi verbessert sich bei den Technik-Trends durch die im neuen A8 vorgestellten Innovationen des adaptiven Abbiegelichts und des Reifennotlaufsystems PAX. Ansonsten profitiert Audi von den Schwächen von VW. Die verschobene Phaeton-Produktion aufgrund von Elektronik-Schwierigkeiten kostete VW bei den Markentrends Punkte. Bei wichtigen Fahrzeugtests hat VW schlechter abgeschnitten. Ferner waren Einbußen durch schwächere Verkäufe zu verzeichnen. Damit wird VW vom Platz drei durch Audi auf den vierten Platz verdrängt.

Gewinner im Mittelfeld

Hinter den "Top 5", die nach wie vor in deutscher Hand sind, hat sich der Abstand zu Toyota weiter verringert. Toyota kann auch in dieser Ausgabe des ADAC-AutomarxX den Abstand zum fünften Platz weiter verringern, und kommt Porsche als dem jetzigen Inhaber des fünften Ranges äußerst nah. Toyota ist in vielerlei Hinsicht in Vormarsch. Dies zeigt sich unter anderem in den Trends Technik. Dort hat Toyota konsequent mit seiner um ein Jahr früheren Einführung des ersten Brennstoffzellenfahrzeugs in Serie sowie seiner ab 2003 angekündigten Einführung des Pre-Crash-Airbag-Systems gepunktet. Ferner hat Toyota seine Verkäufe in Deutschland weiter verbessert. Hinzu kommt ebenfalls eine Verbesserung bei dem Markentrends. Wichtiger Grund: Die in der AUTO BILD berichtete hohe Zufriedenheit von Toyota-Fahrern mit der Marke. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Marke im Aufwind ist.

Im Mittelfeld gewinnen Nissan, Hyundai, Citroën, Seat und Skoda am stärksten. Den größten Schritt nach vorne macht Nissan. Hauptgrund: die guten Gewinne aus Japan. Der Konzernlenker Ghosn hält Nissan auf gutem Kurs. Hyundai gewinnt wichtige Plätze durch seine hervorragende Verkaufssteigerungen. So konnte im ersten Halbjahr 2002 Hyundai in Deutschland 45 Prozent mehr Autos verkaufen. Citroën steigert seine Verkäufe im ersten Halbjahr um 23 Prozent. Dies war wesentlich für die Verbesserung im AutoMarxX. Skoda kommt eine passable Verkaufsleistung, die neue lebenslange Mobilitäts-Garantie für alle Modelle und höhere Werbeinvestitionen zugute. Seat kann durch bessere Autotests und leichtes Verkaufsplus nach oben arbeiten.

Die Verlierer heißen Volvo, Saab, Honda. Bei Letzterem machen sich wie bei BMW die Rückrufaktionen bemerkbar. 180.000 Fahrzeuge musste Honda wegen Zündproblemen in die Werkstätten rufen. Wieder ein Beleg dafür, dass Produktschwächen und Rückrufaktionen mehr und mehr zum ernstzunehmenden Problem aller Marken werden. Der ADAC-AutoMarxX beobachtet diese Entwicklung kritisch und lässt derartige Aktionen durch deutlichen Platzverlust in die Bewertungen einfließen. Volvo verliert durch die bessere Bewertung von Citroën, Nissan, Skoda seine Position. Saab verliert aufgrund seiner Verkaufsrückgänge.

Von Mercedes bis Rover

Mercedes erobert den ersten Platz zurück, Audi überholt VW, Toyota kämpft sich dichter an den fünftplatzierten Porsche heran. Rover liegt völlig abgeschlagen auf dem letzten Rang: Die englische Marke tut sich in allen Kapiteln schwer, mit den anderen Herstellern zu konkurrieren.

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