ADAC-Brückentest

ADAC-Brückentest 2007 ADAC-Brückentest 2007

ADAC-Brückentest

— 18.07.2007

Sechs Mal Note sechs

50 Brücken in 13 deutschen Städten hat der ADAC unter die Lupe genommen. Sechs von ihnen fielen bei der Prüfung durch, eine kassierte gar das Urteil "sehr mangelhaft".

Wer kennt sie nicht, die Melodie: "Über sieben Brücken musst du geh'n", sangen 1979 die Ewig-Rocker von Karat, ein Jahr später erneuerte Peter Maffay diesen Befehl. Heute, knapp 30 Jahre später, sollte man im längst wiedervereinigten deutschen Straßennetz beim Betreten lieber vorsichtig sein. "Über sechs Brücken sollst du lieber nicht fahr'n" - so lautet frei übersetzt das Fazit des neuen ADAC-Brückentests, bei dem 50 Bauwerke in 13 deutschen Städten unter die Lupe genommen wurden. Sechs von ihnen fielen bei der Prüfung glatt durch. Fünf bekamen die Note "mangelhaft", eine kassierte gar das Urteil "sehr mangelhaft". Für 26 Kandidaten gab es die mäßige Wertung "ausreichend", immerhin 16 bekamen die Note "gut". Zwei wurden für ihren Zustand mit der Bestnote "sehr gut" belohnt.

"Rote Laterne" in Chemnitz, Testsieger in Ingolstadt

Die "Rote Laterne" der ADAC-Wertungstabelle steht in Chemnitz an der Eckstraße. Nicht nur stark verrostete Stahlträger, durchfeuchtetes Mauerwerk und fehlende Beleuchtung führten dazu, dass die 1893 erbaute, 18 Meter lange Brücke direkt nach dem Test für den Autoverkehr gesperrt werden musste. Erschwerend kommt hinzu: Die Schäden waren der Stadt bekannt, doch das Geld für nötige Instandsetzungsarbeiten fehlte. Das Gegenteil erlebten die vom ADAC beauftragten Tester der DEKRA in Ingolstadt: Die 23 Meter lange Brücke Weiherfeld - als jüngstes Bauwerk glorreicher Testsieger - präsentierte sich in modernem Gewand mit teilweise vorbildlichen Lösungen. So sind die Dehnungsfugen komplett vergossen, wodurch keine Flüssigkeit eindringen kann. Alle Prüfungen wurden seit der Einweihung im Jahr 2002 regelmäßig durchgeführt, bei der zuständigen Kommune gibt es ein eigenes Budget für ihren Unterhalt. Ebenfalls über die Note "sehr gut" freuen darf sich die Brücke Steebeker Weg in Kiel, 15 Meter lang und im Alter von sechs Jahren auch noch recht taufrisch.

Größtes Gewicht auf Bauwerkszustand

Sämtliche Kandidaten des ADAC-Brückentests 2007 haben maximal 1000 Quadratmeter Verkehrsfläche mit Pkw-, Lkw-, Rad- und/oder Fußgängerverkehr, für den Unterhalt sind jeweils Kommunen verantwortlich. Sie alle wurden von den Städten als mögliches Untersuchungsobjekt gemeldet, die Auswahl traf der ADAC. Das Hauptaugenmerk beim dreigeteilten Test lag mit 75 Prozent auf dem Bauwerkszustand, zu dem u.a. Tragfähigkeit, Korrosionsschutz und Bodenbeschaffenheit zählen. Daneben wurden das Erhaltungsmanagement der Kommune (20 Prozent; Kriterien u.a.: vorhandene Unterlagen, regelmäßige DIN-Prüfungen und Mängelbehebung/Instandsetzung) sowie die Ausstattung des Straßenraums (5 Prozent; Ausleuchtung, Hinweisschilder, Raumangebot für alle Verkehrsarten) bewertet. Fazit des Tests: Vielerorts besteht akuter Handlungsbedarf, die Schäden durch Witterungseinflüsse und erhöhtes Verkehrsaufkommen sind vielfältig. Immerhin: Alle beteiligten Städte wirkten bei der Durchführung aktiv mit, nahmen Kritik offen auf und - hoffen durch das Ergebnis auf Besserung, sprich: mehr Personal und eine verstärkte finanzielle Unterstützung.

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