ADAC: Keine Gegenleistung für höhere Prüfgebühren

ADAC checkt HU-Strafgebühr

— 26.09.2012

Bei Verspätung wird Kasse gemacht

Wer sein Auto mehrere Wochen zu spät zur Hauptuntersuchung bringt, muss seit Juli 2012 eine höhere Prüfgebühr berappen. Die ist laut ADAC aber nicht gerechtfertigt.

Seit 1. Juli 2012 müssen Autofahrer rund 20 Prozent höhere Prüfgebühren bezahlen, wenn sie ihr Fahrzeug mehr als zwei Monate zu spät zu Hauptuntersuchung bringen. Laut ADAC gibt es dafür aber "keine Gegenleistung". Der Klub fordert die Abschaffung der höheren Gebühren.

Kfz-HU: Änderungen Juli 2012

TÜV-Plakette TÜV-Plakette TÜV-Prüfbericht
Eigentlich soll mit der höheren Gebühr der Mehraufwand für eine "erweitere HU" bezahlt werden. Diese wird offiziell fällig, wenn ein Autofahrer mehrere Woche zu spät zur HU kommt. Eine Stichprobe des ADAC ergab, dass die Prüforganisationen TÜV, Dekra, GTÜ und KÜS zwar die höhere Gebühr kassierten, aber lediglich die Standard-HU vornahmen. Konkret hatte der ADAC einen elf Jahre alten Fiat Marea und einen acht Jahre alten Audi A2 bei verschiedenen Prüfstellen in Deutschland angemeldet. Bei beiden Fahrzeugen sollte jeweils die HU und die Abgassonderuntersuchung durchgeführt werden. Der reguläre Prüftermin war um vier Monate überzogen. Die Techniker des ADAC fanden heraus, dass an den Autos trotz der höheren Gebühren keine Zusatzkontrollen gab.

Kleine Preise: So viel Autos gibt's für 5000 Euro

Wer zu spät zur HU fährt, muss seit 1. Juli 2012 eine höhere Prüfgebühr bezahlen.

Außerdem bemängelt der ADAC, dass die Maßnahmen der Ergänzungsprüfung ohnehin fragwürdig seien. So sei beispielsweise vorgesehen, die Dichtigkeit der Bremsanlage zu überprüfen. Dieser Punkt werde auch in der Standardüberprüfung abgearbeitet und stelle somit keinen Mehraufwand dar. Der Automobilclub sieht daher in den höheren Gebühren lediglich eine Maßnahme, um "die Kassen der Prüforganisationen füllen". Der Verband der Technischen Überwachungsvereine wies die Vorwürfe zurück. Der Ablauf einer vertieften HU liege allein im Ermessungsspielraum des Prüfers, so ein Sprecher. Wer sich mit abgelaufener Plakette erwischen lässt, muss bei einer Fristüberschreitung von zwei bis vier Monate mit 15 Euro Bußgeld rechnen. Bei vier- bis achtmonatiger Überschreitung steigt das Bußgeld auf 25 Euro. Bei mehr als acht Monaten drohen 40 Euro Bußgeld und zwei Punkte in Flensburg.

Stichworte:

ADAC

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.