ADAC-Crashtest

— 29.10.2012

Bitte anschnallen!

Der Gurt bleibt laut ADAC Lebensretter Nummer 1. Um die dramatischen Konsequenzen für "Gurtmuffel" zu zeigen, hat der Club jetzt neue Crashversuche durchgeführt. Das sind die Ergebnisse.



Die Anschnallquote im Auto liegt laut ADAC derzeit bei stolzen 98 Prozent. Das ist jedoch kein Grund für eine Entwarnung, denn immerhin 20 Prozent der 2011 tödlich verunglückten Fahrzeuginsassen trugen keinen Gurt. Die Experten der ADAC-Unfallforschung gehen davon aus, dass ein Großteil von ihnen angeschnallt überlebt hätte. Um die dramatischen Folgen für "Gurtmuffel" zu zeigen, hat der Club jetzt Crashversuche mit 64 und 30 km/h durchgeführt.

ADAC simuliert Disco-Unfall

ADAC simuliert Disco-Unfall ADAC simuliert Disco-Unfall ADAC simuliert Disco-Unfall

Nie wieder das Anschnallen vergessen! Der ADAC fordert den verpflichtend vorgeschriebenen Einsatz von Gurtwarnern.

Sind Frontpassagiere angeschnallt, sind sie der ADAC-Untersuchung zufolge bei Tempo 64 in einem modernen Fahrzeug gut geschützt. Das ändere sich  – trotz Airbag – aber dramatisch, wenn die Insassen ohne Gurt unterwegs sind. Lebensgefährliche Verletzungen an Brust und Kopf wären die Folge, dauerhafte Schädigungen der unteren Extremitäten sehr wahrscheinlich. Auch der Unfall in der Stadt mit Tempo 30 lief im ADAC-Test angegurtet glimpflich ab, ohne Gurt wären jedoch auch hier schlimme Verletzungen zu erwarten. Ein derartiger Unfall entspräche für die beteiligten Personen immerhin einem Sturz aus vier Metern Höhe. Dass der Airbag bei derartig niedrigen Geschwindigkeiten nicht zwingend ausgelöst werde, mache die Situation noch prekärer. Gerade die Unfälle bei niedriger Geschwindigkeit und "gurtlos" seien nicht zu unterschätzen. Ein eigentlich harmloser Unfall verursache schwerste Verletzungen. Die Knie der Beteiligten würden ohne Gurt ins Armaturenbrett rammen. Die Brust schlägt auf das Lenkrad, der Kopf stößt gegen die Scheibe.

David gegen Goliath: ADAC-Crashtest September 2012

Wer als Fahrer oder Beifahrer nicht angeschnallt ist, riskiert übrigens ein Verwarngeld von 30 Euro. Der Fahrer eines Autos sollte laut ADAC auch im Eigeninteresse darauf achten, dass alle Insassen des Autos angeschnallt sind. Schließlich könne ein unangeschnallter Heckpassagier für den Fahrer zur tödlichen Gefahr werden, da er bei einem Crash unkontrolliert auf den Fahrzeuglenker prallt.




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