ADAC-Test Seiten-Airbags (2015)

ADAC-Crashtest: Seiten-Airbags (2015)

— 23.07.2015

Welcher Airbag schützt am besten?

Wer schützt besser: der Thorax-Kopf-Airbag oder der im Dachhimmel installierte Curtain-Airbag? Der ADAC hat's im Crash getestet.

Fazit des ADAC: Der Curtain-Airbag (im roten Polo ganz oben) entfaltet sich schneller und besser als der Thorax-Airbag (im weißen Polo).

Der ADAC hat nach den neuen, verschärften Euro NCAP-Kriterien die Schutzwirkung von Seiten-Airbags getestet. Beim sogenannten "Pfahlaufpralltest" mussten sich die beiden aktuell gängigen Seiten-Kopfschutzsysteme beweisen: der in der Sitzlehne verbaute Thorax-Kopf-Airbag und der im Dachhimmel installierte Curtain-Airbag. Das Ergebnis vorweg: Der Curtain-Airbag entfaltet sich schneller und besser und schützt zusätzlich auch die Mitfahrer auf der Rückbank.

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Das Testfahrzeug war ein VW Polo, der mit beiden Systemen angeboten wird. Der Thorax-Kopf-Airbag befindet sich seitlich in der Rückenlehne des Fahrers und übernimmt bei einem Aufprall den Schutz der Brust und des Kopfes. Dieses System schützt allerdings nur den Fahrer. Und der Airbag muss bei der Entfaltung den langen Weg von der Rückenlehne bis hin zum Kopf zurücklegen – gegen die Schwerkraft und gegen eindringende Fahrzeugteile bei einem Unfall. Im aktuellen ADAC-Crashtest zeigte der VW Polo mit dem Thorax-Kopf-Airbag zwar einen guten Insassenschutz für den Fahrer, beim neuen schrägen Pfahlaufprall hat das System aber seine Leistungsgrenze erreicht.
Crashtest: Der Pfahlaufprall
Der sogenannte Pfahlaufpralltest gehört seit mehr als zehn Jahren zum festen Bestandteil der Crashtests des europäischen Verbraucherschutzprogramms Euro NCAP. 2009 wurde er von der Bedeutung her mit dem Seitenaufprall gleichgestellt. Der fest an der Wand montierte Pfahl hat einen Durchmesser von 25,4 Zentimetern. Die Aufprallgeschwindigkeit beträgt 32 Stundenkilometer. Seit 2015 gelten im Euro NCAP-Crashtest verschärfte Kriterien, für die sich der ADAC eingesetzt hatte: So wurde zum Beispiel der seitliche Aufprallwinkel von 90 Grad auf 75 Grad reduziert, um Unfälle und deren Folgen noch realer abbilden zu können. Die neuen Dummys wurden dem menschlichen Organismus noch besser angeglichen.
Der sogenannte Curtain-Airbag ist ein spezieller Schutz für den Kopf. Zum Schutz des Brustbereichs benötigt er ein zusätzliches Aufprallkissen in der Sitzlehne. Der Curtain-Airbag entfaltet sich seitlich über die gesamte Fahrzeuglänge und schützt so auch den Kopf der Person hinter dem Fahrer. Für den Fond-Passagier sind daher die Kopfbelastungen im ADAC-Crashtest gegenüber dem Thorax-Kopf-Airbag um die Hälfte niedriger.

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Fazit des ADAC: Wer die Wahlmöglichkeit hat und wer häufig Mitfahrer auf der Rückbank hat, der sollte sich beim Autokauf eher für ein Fahrzeug mit Curtain-Airbag entscheiden. Die zusätzliche Sicherheit kostet zwar Aufpreis, sie ist das Geld aber wert: Beim VW Polo zum Beispiel kostet der Curtain-Airbag 490 Euro extra.

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Cabriofahrer haben derzeit keine Wahlmöglichkeit, hier kann für den seitlichen Kopfschutz bisher nur der Thorax-Kopf-Airbag eingebaut werden – der ADAC rät, ihn unbedingt mitzubestellen. Laut Schätzungen des ADAC ist in Deutschland jedes zehnte Auto mit einem Seiten-Airbag ausgerüstet, das sind rund 4,4 Millionen Fahrzeuge. Von diesen haben bereits 35 bis 40 Prozent einen Curtain-Airbag, rund 15 Prozent sind mit dem schwächeren Thorax-Kopfairbag unterwegs.

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