ADAC-Crashtest: Wildunfälle

ADAC-Crashtest: Wildunfälle

— 20.04.2010

Crashtest mit Wildschwein-Dummys

Stößt ein Auto bei Tempo 60 mit einem Wildschwein zusammen, hat das Tier das Gewicht eines Nashorns. Dennoch: Ausweichen kann für den Autofahrer die dramatischeren Folgen haben.

27 Menschen starben 2009 auf deutschen Straßen bei der Kollision mit Wildtieren. 3000 Menschen wurden verletzt, hunderttausende Tiere überfahren. Dennoch wird die Gefahr, die von Wildunfällen ausgeht, oft unterschätzt. Um das zu ändern, fordern der ADAC, der Deutsche Jagdschutz-Verband (DJV) und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) eine einheitliche Erfassung und Auswertung der Unfälle mit Wildtieren. Unfallschwerpunkte sollen so besser benannt und kontrolliert werden können. Vor allem soll das Unfallpotenzial aber auch durch stärkere Aufklärungsarbeit gesenkt werden.

Richtiges Verhalten beim Wildunfall

Erschreckende Werte: Stößt ein Auto bei Tempo 60 mit einem Wildschwein zusammen, hat das Tier das Gewicht eines Nashorns: 3,5 Tonnen. Ein Rothirsch wird sogar so schwer wie ein Elefant. Und das beim relativ geringen Tempo von 60 km/h.  Die meisten Wildunfälle ereignen sich aber auf Landstraßen, wo die Autofahrer deutlich schneller unterwegs sind. Dementsprechend hoch sind auch die Anhaltewege. Die größte Gefahr für den Autofahrer bei Wildunfällen geht aber nicht etwa vom Tier aus. Der Gegenverkehr ist der größte Risikofaktor. Das ist das Ergebnis eines Crashtests des ADAC. Beim Zusammenprall mit einer Dummy-Wildschwein-Rotte bei Tempo 80, blieb die Fahrgastzelle stabil.

Alle Crashtests im Überblick

Ausweichmanöver sind für den Fahrer und den entgegenkommenden Verkehr dagegen deutlich gefährlicher. Das richtige Verhalten: So stark wie möglich bremsen, das Lenkrad dabei ganz festhalten und die Spur halten. Auch wenn es schwerfällt: Ein Zusammenprall mit den Tieren muss im Schlimmsten Fall in Kauf genommen werden. Neben Maßnahmen wie Wildbrücken und elektronischen Warnanlagen ist das richtige Verhalten der Autofahrer also das wichtigste Element beim Kampf gegen Wildunfälle. So beugen Sie einem Zusammenstoß bestmöglich vor: In Wildwechsel-Gebieten sollte die Geschwindigkeit vor allem während der Dämmerung gesenkt, die Bremsbereitschaft erhöht und ausreichend Platz zum rechten Fahrbahnrand gehalten werden. Durch das Abblenden der Schweinwerfer erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass ein am Straßenrand stehendes Tier die Flucht ergreift, helle Lichter irritieren es hingegen.

Autor: Stephanie Kriebel

Stichworte:

ADAC Wildschaden

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