E10 tanken

ADAC fordert E10-Aufklärung

— 07.03.2011

KBA soll Briefe schicken

Im Chaos um die E10-Einführung sieht der ADAC das Kraftfahrt-Bundesamt als Ausweg. Das KBA soll jedem Autohalter schriftlich mitteilen, ob sein Wagen E10 verträgt oder nicht.

(dpa) Der ADAC fordert im Chaos um die Einführung des Biosprits E10 eine zentrale Information für Autofahrer über das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg. "Nun, wo das Kind in den Brunnen gefallen ist: Wir brauchen tatsächlich eine zentrale Anschreibaktion über das Kraftfahrt-Bundesamt", sagte der Leiter des ADAC-Technikzentrums, Reinhard Kolke, am 7. März 2011 im "ZDF-Morgenmagazin". Der ADAC werde sich am 8. März beim "Benzin-Gipfel" des Bundeswirtschaftsministeriums dafür stark machen und forderte auch die Automobilindustrie dazu auf. Der Verbraucher solle schriftlich und verbindlich informiert werden, ob sein Auto mit E10 betankt werden kann oder nicht.

Checken Sie hier: Verträgt mein Auto Super E10?

Kolke kritisierte die Mineralölindustrie, kaum oder keinen Alternativkraftstoff für Autofahrer bereitgehalten zu haben. "Das heißt, der Verbraucher konnte, wenn er verunsichert war, eigentlich nur auf Super Plus umsteigen." Nun werde gejammert und geklagt, dass die Lager für Super Plus leer wären, sagte Kolke. Er forderte die Mineralölwirtschaft auf, eine Bestandsschutzsorte in der Qualität Super für die Autofahrer bereitzuhalten. Eine Verschiebung der Biosprit-Einführung, wie von der FDP gefordert, hält Kolke nicht zwingend für notwendig. Er entkräftete zudem Expertenstimmen über mögliche Gefahren des neuen Biosprits in Deutschland. "Die Sorge der Deutschen ist unbegründet", sagte Kolke und warnte davor, Verschwörungstheorien von "selbst ernannten Experten" aufzugreifen. "Da werden die wildesten Geschichten erzählt."

Lesen Sie auch: Die Suche nach Auswegen auf dem Benzin-Gipfel

Der Verband der Mineralölwirtschaft hat im Informationschaos um den Biosprit E10 auf die Autobauer verwiesen. "Wir sind nicht in der Lage, eine kompetente Auskunft zu geben", sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Klaus Picard, am Montagmorgen im Bayerischen Rundfunk. Bei Problemen könnten deshalb nur die Hersteller haften. Die Mineralölwirtschaft sieht er in einer undankbaren Situation: "Wir müssen die Vorgaben der Politik gegen den Wunsch der breiten Bevölkerung umsetzen." Problematischer als der Informationsmangel sei die fehlende Akzeptanz von E10. Den ökologischen Nutzen des Biosprits nannte Picard "sicherlich gering".

Alle Fakten zum Bio-Sprit E10


Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Online-Voting

'Haben Sie schon E10 getankt?'

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.