ADAC-Kindersitz-Test Oktober 2016

ADAC-Kindersitz-Test 2017: sichere Sitze und Rückrufe

— 18.07.2017

ADAC warnt vor zwei Kindersitzen

Trotz Rückrufs: Der Kindersitz Recaro Optia ist laut ADAC und Stiftung Warentest nicht sicher. Auch der Jané Grand versagte im Crashtest.

ADAC und Stiftung Warentest warnen vor zwei Kindersitzen: Sowohl beim Jané Grand als auch beim Recaro Optia sehen die Tester ein erhebliches Sicherheitsrisiko. Der ADAC rät ausdrücklich vor dem Kauf der beiden Modelle ab. Wer bereits einen besitzt, solle sich mit dem Hersteller in Verbindung setzen.
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Der ADAC rät vom Kauf des Jané Grand (l.) und Recaro Optia ab: "Sicherheitsrisiko".

Bereits im Oktober 2016 hatten die Fanghaken der Isofix-Station des 370 Euro teuren Recaro Optia (inklusive Isofix-Basis) bei einem Crashtest versagt, der Sitz mitsamt Kinderdummy schleuderte beim Aufprall durch das Auto. Recaro leitete daraufhin einen Rückruf ein und ersetzte die Isofix-Station Recaro Fix durch die neue Variante SmartClick Base. Diese versagte beim aktuellen Crashtest durch ADAC und Stiftung Warentest nun ebenfalls (Foto oben). Ein ähnliches Ergebnis brachte der Test des Sitzes Grand der Firma Jané. Beim Frontalcrash mit 64 km/h löste sich auch dieser Sitz.
Beide Firmen erklärten gegenüber Stiftung Warentest und ADAC, sich die Testergebnisse nicht erklären zu können und nach Ursachen zu suchen. Jané stoppt zudem vorübergehend die Auslieferung des Grand-Sitzes an die Händler.
Das sagt Recaro
Die von der Stiftung Warentest am 17. Juli 2017 kommunizierten Untersuchungsergebnisse hinsichtlich der RECARO Optia in Kombination mit der RECARO SmartClick sind für uns im Moment nicht nachvollziehbar. Wir nehmen die Erkenntnisse allerdings sehr ernst. Für Recaro hat die Sicherheit unserer Kunden höchste Priorität. Daher haben wir umgehend nach Erhalt der Information durch die Stiftung Warentest mit der systematischen Analyse des Testergebnisses begonnen. Im Zuge dessen haben wir die Stiftung Warentest um die Übermittlung der zur Analyse relevanten Daten (Seriennummern, Produktmuster, Messdaten, etc.) gebeten, um eine zielgerichtete Suche nach möglichen Ursachen für das Verhalten unseres Produktes führen zu können. Leider haben wir bis dato keinerlei Zugang zu diesen wichtigen Informationen erhalten.

In allen bisherigen internen sowie externen Tests, auch unter Bedingungen, die weit über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen, ist das beschriebene Fehlerbild nicht festgestellt worden. Seit Bekanntwerden der Erkenntnisse der Stiftung Warentest hat Recaro unter anderem zehn dynamische Tests durchgeführt. Die Untersuchungen fanden sowohl auf der hauseigenen Testanlage, als auch bei externen Partnern statt. In diesen Versuchen wurden Kräfte und Aufprallgeschwindigkeiten erzielt, die die gesetzlichen Anforderungen bei weitem übertreffen. Bei diesen aber auch bei vorherigen Versuchen konnten wir das Fehlerbild nicht reproduzieren. Wir müssen die Ursachen für ein mögliches Fehlerbild zunächst identifizieren und verstehen, bevor wir weitere Schritte einleiten.

Wir arbeiten weiterhin gewissenhaft und mit Hochdruck an der Ursachenforschung und werden im Sinne der Sicherheit unserer Kunden alle notwendigen Maßnahmen ergreifen.

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Brechender Metallrahmen, schlechte Bedienbarkeit

Beim Sitz Nuna Rebl brach beim Aufprall der Metallrahmen unter der Sitzschale.

Der Recaro Optia war im Oktober 2016 nicht der einzige Sitz, der mit "mangelhaft" bewertet wurde. Ebenfalls beim simulierten Frontalcrash versagte das Modell Rebl von Nuna (550 Euro), hier brach beim Aufprall der Metallrahmen unter der Sitzschale – "mangelhaft", weil höchst gefährlich. Beim dritten als "mangelhaft" eingestuften Kindersitz, dem Diono Radian 5 für 395 Euro, hapert es dagegen bei der Bedienbarkeit. Der ADAC: "Je nach Gewicht des Kindes und der Einbauart müssen bei diesem Sitz verschiedene Umbauten mit losen Teilen vorgenommen werden. Die Gefahr der Fehlbedienung ist groß. Auch negativ: Der Hosenträgergurt für größere Kinder lässt sich bei diesem Modell selbst unter erhöhtem Kraftaufwand nicht spannen."

Schon für 49 Euro gibt es einen "guten" Sitz

Der Cybex Aton Q i-Size (Foto) und der Kiddy Phoenixfix 3 schnitten am besten ab (Note 1,7).

Für eine positive Überraschung sorgten dagegen drei günstige Sitze für Vier- bis Zwölfjährige, die nur 49 bis 80 Euro kosten (Hema Junior, Nania Befix SP, Vertbaudet Juniorsitz). Begeisterung bei den Testern: "So günstige gute Sitze fand die Stiftung Warentest seit Jahren nicht." Für die beiden besten Sitze im Test (Note 1,7), den Cybex Aton Q i-Size für Neugeborene (mit und ohne der Isofixbasis) und den Kiddy Phoenixfix 3 für Ein- bis Vierjährige, müssen Eltern allerdings ein paar Euro mehr hinlegen: Sie kosten 200 (mit Isofix 350) bzw. 259 Euro. Mehr Infos erfahren Sie in der Bildergalerie!

ADAC-Kindersitz-Test Oktober 2016

Autor: Maike Schade

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