ADAC-Kindersitz-Test Oktober 2016

ADAC-Kindersitz-Test 2017: sichere Sitze und Rückrufe

— 16.08.2017

Recaro ruft zwei Kindersitze zurück

Nach dem ADAC-Crashtest: Der Autositzhersteller Recaro ruft die Kindersitze Optia und Zero.1 zurück. Was deren Besitzer jetzt tun sollten.

Der Optia Recaro Zero.1 sollte bis zum Tausch nicht in Fahrtrichtung montiert werden, da sich die Haltegurte lockern können.

Recaro ruft die Kindersitze Optia und Zero.1 zurück. Wie die Firma mitteilte, können betroffene Kunden ihre Sitze zurückgeben und bekommen kostenlos Ersatz. Auslöser für die Aktion war ein Crashtest von ADAC und Stiftung Warentest, bei dem sich der Recaro Optia beim Aufprall von der Isofix-Basis löste und durch das Auto schleuderte. Auch wenn Recaro dieses Szenario bei eigenen Tests auch unter verschärften Bedingungen nicht nachvollziehen konnte, soll der Sitz vorsichtshalber getauscht werden. Beim Sitz Zero.1 hatte Recaro bei eigenen Qualitätstest "Abweichungen" (sich in einigen Fällen lockernde Gurte) festgestellt, auch dieser Sitz wird deshalb kostenfrei getauscht. Wichtiger Hinweis: Bis zum Tausch soll der Zero.1 nur noch rückwärtsgerichtet verwendet werden.

Bei den betroffenen Zero.1-Sitzen könnten sich die Gurte, die das Kind im Sitz sichern, unter gewissen Bedingungen lockern, teilte Recaro mit und warnt: "Dies könnte möglicherweise zu einer Beeinträchtigung der Sicherheit führen, wenn der Sitz in Fahrtrichtung ins Auto eingesetzt wird." Diese Lockerung des Gurtbandes sei auf einen Produktionsfehler am Gurtband-Einsteller zurückzuführen. Betroffenen ist ausschließlich das Modell Recaro Zero.1 in einer klar eingrenzbaren Produktionscharge.

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Muss getauscht werden? Seriennummer gibt Aufschluss

Für beide Sitze gilt: Anhand der Seriennummer ihres Sitzes können Kunden über ein Online-Tool unter safety.recaro-cs.com prüfen, ob ihr Produkt betroffen ist und sich gegebenenfalls direkt für die Austauschaktion registrieren. Die Seriennummer befindet sich auf Aufklebern auf der Unterseite der Sitze. Auf der Website von Recaro Child Safety finden Sie weitere Informationen über die freiwilligen Austauschaktionen. Für Rückfragen hat Recaro Child Safety zudem eine telefonische Hotline eingerichtet: Das Serviceteam ist täglich von 6 bis 22 Uhr in Deutschland unter der Nummer 0800/6 86 35 60 zu erreichen, europaweit unter der Nummer +49 (0)9255/77 66.  
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Erster Optia-Rückruf brachte keine Besserung

Der ADAC rät vom Kauf des Jané Grand (l.) und Recaro Optia ab: "Sicherheitsrisiko".

Dies ist bereits die zweite Rückrufaktion für den Optia: Bereits im Oktober 2016 hatten die Fanghaken der Isofix-Station des 370 Euro teuren Recaro Optia (inklusive Isofix-Basis) bei einem Crashtest versagt, der Sitz mitsamt Kinderdummy schleuderte beim Aufprall durch das Auto. Recaro leitete daraufhin einen Rückruf ein und ersetzte die Isofix-Station Recaro Fix durch die neue Variante SmartClick Base. Diese versagte beim aktuellen Crashtest durch ADAC und Stiftung Warentest nun ebenfalls (Foto oben). Ein ähnliches Ergebnis brachte der Test des Sitzes Grand der Firma Jané. Beim Frontalcrash mit 64 km/h löste sich auch dieser Sitz.Beide Firmen erklärten gegenüber Stiftung Warentest und ADAC, sich die Testergebnisse nicht erklären zu können und nach Ursachen zu suchen. Recaro leitete mittlerweilen vorbeugend den Rückruf des Sitzes ein, Jané stoppte vorübergehend die Auslieferung des Grand-Sitzes an die Händler.

Brechender Metallrahmen, schlechte Bedienbarkeit

Beim Sitz Nuna Rebl brach beim Aufprall der Metallrahmen unter der Sitzschale.

Der Recaro Optia war im Oktober 2016 nicht der einzige Sitz, der mit "mangelhaft" bewertet wurde. Ebenfalls beim simulierten Frontalcrash versagte das Modell Rebl von Nuna (550 Euro), hier brach beim Aufprall der Metallrahmen unter der Sitzschale – "mangelhaft", weil höchst gefährlich. Beim dritten als "mangelhaft" eingestuften Kindersitz, dem Diono Radian 5 für 395 Euro, hapert es dagegen bei der Bedienbarkeit. Der ADAC: "Je nach Gewicht des Kindes und der Einbauart müssen bei diesem Sitz verschiedene Umbauten mit losen Teilen vorgenommen werden. Die Gefahr der Fehlbedienung ist groß. Auch negativ: Der Hosenträgergurt für größere Kinder lässt sich bei diesem Modell selbst unter erhöhtem Kraftaufwand nicht spannen."

Schon für 49 Euro gibt es einen "guten" Sitz

Der Cybex Aton Q i-Size (Foto) und der Kiddy Phoenixfix 3 schnitten am besten ab (Note 1,7).

Für eine positive Überraschung sorgten dagegen drei günstige Sitze für Vier- bis Zwölfjährige, die nur 49 bis 80 Euro kosten (Hema Junior, Nania Befix SP, Vertbaudet Juniorsitz). Begeisterung bei den Testern: "So günstige gute Sitze fand die Stiftung Warentest seit Jahren nicht." Für die beiden besten Sitze im Test (Note 1,7), den Cybex Aton Q i-Size für Neugeborene (mit und ohne der Isofixbasis) und den Kiddy Phoenixfix 3 für Ein- bis Vierjährige, müssen Eltern allerdings ein paar Euro mehr hinlegen: Sie kosten 200 (mit Isofix 350) bzw. 259 Euro. Mehr Infos erfahren Sie in der Bildergalerie!

ADAC-Kindersitz-Test Oktober 2016

Autor: Maike Schade

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